Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.122
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Konkrete Berechnung von Unterhaltszahlungen an Außerehel. Sohn über 18


| 14.08.2006 22:23 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Ich habe 18 Jahre lang für meinem Sohn aus einer Ausserehel. Beziehung Unterhalt bezahlt. Nun ist er 18 1/2 Jahre alt und faengt eine Ausbildung an. Ich moechte eine Konkrete Berechnung der von mir zu leistende Unterhaltszahlung anhand folgd. Konkrete Eckdaten:

Ich bin verheiratet und habe in unserem Haushalt Ehefrau und 2 Kinder im Alter von 13 bzw. 14 Jahre zu versorgen. Ich verdiene 3750,-- Euro Netto, davon muss ich allerdings die komplette Krankenversicherung bezahlen (630,-- Euro/mtl), da selbständig.
Meine Ehefrau verdient 380,-- Euro auf "Minijob-Basis".

Der Unterhaltsfordernder Sohn hat nach seiner Aussage ab diesem Monat e. Ausbildungsvergütung in Höhe von Brutto 700,-- Euro, leben tut er bei seiner Mutter, die nach seinen Angaben nichts verdient, aber Ihren Barunterhalt dadurch leistet in dem Sie Ihn "versorgt"und eine Bleibe bietet. Kindergeld wird er (vermutlich) selbst bekommen, ich bekomme sie jedenfalls nicht.

Monatlich muss ich noch fuer den selbst benutzten Eigenheim, welches auf meiner Ehefrau eingetragen ist 1172,44 Euro bezahlen, dazu kommt ein weiterer Kredit für 1 Immobilie (Wohnung), die auf meinem Namen "laeuft" und die unter Marktübl. Preise an meine Mutter vermietet wird (mit Verlust) die mtl. Rate hierfür beträgt 286,00 Euro sowie 200,-- Euro fuer 1 Bausparvertrag.
Desweiteren bezahle ich 78,-- Euro /mtl. fuer 1 Lebensversicherung als sogen. Gehaltsumwandlung.

Last but not least, wuerde ich noch gerne in Erfahrung bringen ob man nachträglich zu eine höhere Nachzahlung verpflichtet werden kann, da ich meine Unterhaltszahlungen in den vergangenen Jahre anhand eines Titels aus dem Jahr 1996 geleistet habe, meine Einkommenverhältnisse jedoch sich in den Folgejahren verbessert haben und ich vergessen habe sie anzupassen, zu meine Entlastung muss ich aber sagen, dass ich nie zu meine aktuelleren Einkommensituation befragt worden war.

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Ratsuchender,

1.
Auf der Grundlage Ihrer Angaben werden Sie Ihrem Sohn während seiner Ausbildung keinen Unterhalt zu zahlen haben:

Die Tatsache, dass Ihr Sohn außerhalb einer Ehe geboren ist, spielt keine Rolle. Da er zwar volljährig und wohl auch unverheiratet ist und noch bei der Mutter wohnt, aber bereits in Berufsausbildung ist, ist er unterhaltsrechtlich nicht mehr gemäß §§ 1609 Abs. 1, 1603 Abs. 2 BGB Ihren minderjährigen Schulkindern gleichgestellt. Sie müssen also Ihre Einkünfte nicht gleichmäßig für den Barunterhalt aller Ihrer leiblichen Kinder verwenden, soweit dieser geschuldet ist, sondern haben vorrangig die Minderjährigen zu versorgen. Nur soweit Sie auch nach Abzug von Kindesunterhalt für die beiden Minderjährigen leistungsfähig sind, kann Ihr Sohn Sie in Anspruch nehmen.

Die Ausbildungsvergütung muss sich Ihr volljähriger Sohn auf seinen Bedarf in voller Höhe anrechnen lassen – maßgeblich ist aber der ausgezahlte Netto-Betrag, auch abzüglich etwa geleisteter vermögenswirksamer Leistungen, also jedenfalls mindestens etwa € 600.

Nach einer neueren Entscheidung des BGH vom 26.10.05 (XII Z 34/03) ist das Kindergeld analog § 1612b Abs. 3 BGB in voller Höhe auf den Bedarf des Unterhalts des volljährigen Kindes anzurechnen ist, auch dann, wenn das Kind noch im Haushalt eines Elternteils lebt, der, wie hier, mangels Leistungsfähigkeit nicht unterhaltspflichtig ist.
Es sind also weitere € 154 anzurechnen.

Nach den gemeinsamen Leitlinien der Oberlandesgerichte erhalten volljährige Kinder, die noch im Haushalt eines der beiden Elternteile wohnen, wie Ihr Sohn, den Unterhalt nach der vierten Altersstufe der Düsseldorfer Tabelle.

Ihr Nettoeinkommen können Sie zunächst um 5% berufsbedingte Aufwendungen reduzieren, dies ergibt € 3.562,50. Können Sie höhere berufsbezogene Ausgaben (Fahrtkosten, Anschaffungen) nachweisen, sind diese anzusetzen.

Der Abzug von Schulden, insbesondere für Immobilienfinanzierung, ist ein schwieriges und immer anhand der konkreten Umstände des Einzelfalls zu lösendes Thema. Grundsätzlich können solche Schulden nicht berücksichtigt werden, die dem Vermögensaufbau dienen.

Es zeigt sich jedoch bereits an dieser Stelle, dass Ihr einzusetzendes Einkommen auch ohne teilweise Berücksichtigung der Schulden und der privaten Krankenversicherung nicht zu einem gesetzlichen Bedarf des Sohnes führt, der seine Ausbildungsvergütung und das Kindergeld übersteigt. Er kann und muss also derzeit für sich selbst sorgen.

Denn Sie wären nach dem eben Ausgeführten hier allerhöchstens in die 10. Einkommensgruppe der Düsseldorfer Tabelle einzustufen, wonach der Mindestbedarf in der vierten Altersstufe bei € 570 liegt.

2.
Eine Nachforderung zu wenig geleisteten Unterhalts für die Vergangenheit ist gemäß § 1613 Abs. 1, Abs. 2 BGB nur für einen Zeitraum rechtlich möglich, zu dessen Beginn zumindest Auskunftsansprüche gegen den Unterhaltsverpflichteten geltend gemacht wurden, außer wenn der Berechtigte an der Geltendmachung verhindert war oder soweit es sich um Sonderbedarf handelt.
Sie waren nicht verpflichtet, von sich aus eine Anpassung der Unterhaltsrente aufgrund der verbesserten Einkommensverhältnisse vorzunehmen.


Ich hoffe, Ihre Fragen umfassend und verständlich beantwortet zu haben.

Andernfalls nützen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen


Wolfram Geyer
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 15.08.2006 | 00:26

Sehr geehrter Herr Rechsanwalt Geyer,
1000 Dank für die Ausführliche Antwort.
Ich kann jedoch nicht nachvollziehen, warum der Krankenkassenbeitrag für die Familien-Krankenversicherung (bin freiwiliig versichert in e. gesetzl. Krankenkasse) im Falle eines Falles nicht zum Abzug käme. Eine Krankenversicherung ist doch unabdingbar, oder?
Nochmals vielen Dank für Ihre, verständlich und klar formulierte Antwort.

Mit freundlichen Gruessen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.08.2006 | 00:30

Sehr geehrter Ratsuchender,

ich hatte diesen Punkt offengelassen, da es in Ihrem Fall nicht mehr auf diese Abzüge ankommt.

Krankenversicherungsbeiträge können natürlich schon berücksichtigt werden. Bei Selbstständigen sind aber in der Regel nur ca. 20% des Bruttoeinkommens berücksichtigungsfähig.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfram Geyer
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Super!!!!!!!!
Klar formuliert und auch für Laien verständlich.
Schade nur, dass der Mann zu weit weg von uns. Wohnort praktziert :( "
FRAGESTELLER 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER