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Kondenswasser/Schimmel an Steinfenster


26.11.2007 10:17 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Böhler



Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben ein 2.50 m breites und 1.60 m hohes Steinfenster. Das heißt dieses Fenster besitzt einen Metallrahmen und sitzt in einer Steinfassung die ca. 50 cm tief ist; also über die Hauswand raus ragt. Diese Steinfassung besetizt keine Isolierung, daher ist der "nackte" Stein der Witterung ausgesetzt. In dem Zimmer ist ebenso eine neue Balkontür eingesetzt worden vor 2 Jahren.

Beispielsweise haben wir gestern das Fenster geputzt und alles trocken gewischt und vom Schimmel entfernt. Eine Nacht später, Heizung war auf 2 (!!), ist schon wieder so viel Kondenswasser aufgetreten das es teilweise bis 30 bzw. 40 cm tief auf dem Sims geflossen ist. Die Ecken des Fensters gleichen einer Tropfsteinhöhle. Radius ca. in jeder Ecke von 30 cm. Wischt man nicht mehrmals in der Woche oder im Monat das Wasser weg, ensteht sofort nach kurzer Zeit schwarzer bzw. weiser Schimmel. Bilder usw. sind natürlich vorhanden.

Stelle man sich vor, ich gehe in den Urlaub für 2 oder 3 Wochen besteht natürlich die Gefahr des tropfens auf den Holzboden. Zumindest wenn sich so viel Wasser auf dem Sims ansammelt das es dann komplett das Sims ausfüllt. Ist auch scon passiert. Allerdings war ich dann da und konnte eingreifen.

Im Übrigen ist von Kondenswasser an dem anderen Fenster das ja neu ist nichts zu sehen! Kann also nicht vom Lüften usw. kommen.

Meine Frage ist jetzt, kann man das so einfach auf das Lüftungs oder Heizverhalten des Mieters wälzen?!? Ich habe schon eine Mahnung rausgeschickt das ich die Miete in höhe von 50 Euro kürzen werde. Habe eine angemessene Frist gesetzt. Jetzt kam prombt ein Schreiben von dem Anwalt des Vermieters zurück das er sofort vor Gericht zieht wenn ich kürze. Ich habe leider keine Rechtsschutz. Daher würde ich mich, bevor ich die Miete kürze, vorher informieren wie meine Chancen stehen. Welche kopmletten Kosten könnten auf mich zu kommen wenn ich Verliere. Also in Summe!

Gruß, Dockstreet23
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Schilderung summarisch gerne wie folgt beantworte:

Die Kondenswasser- und die mit dieser einhergehende Schimmelbildung im Bereich des Fensters kann einen nicht unerheblichen Sachmangel darstellen und daher zur Minderung der Miete berechtigen. Ohne das Problem zumindest auf Lichtbildern gesehen zu haben, kann die genaue Höhe der Minderung nicht beurteilt werden. Ebenso kann keine Einschätzung dahingehend erfolgen, ob hier € 50,00 angemessen sind, solange die Höhe der zu zahlenden Miete unbekannt ist. Für Wasserflecken im Fensterbereich werden allgemein zwischen 3 und 10 % der Miete als Minderung anerkennt – je nach Ausmaß kann dies geringer oder höher sein, insbesondere kann sich die Schimmelbildung erhöhend auswirken.

Wenn Sie € 50,00 mindern, betrüge der Gegenstandswert, aus dem sich Gerichts- und Anwaltskosten errechnen € 2100,00 (§ 9 ZPO). Für den gegnerischen Rechtsanwalt müssten im Unterliegensfall € 627,31, an Gerichtskosten (bei sofortigem Einklage) € 243,00 bezahlt werden.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick geben.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Böhler
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 26.11.2007 | 15:12

Hallo,

vielen Dank für die Antwort.

Der Schimmel ist ca. auf einer Fläche von 20 cm auf 20 cm in jeder Ecke.

Was mich natürlich interessiert ist. Wie sehen meine Chancen vor Gericht aus? Meinen Sie es ist das Risiko wert es zu versuchen? Immerhin habe ich ja keine Rechtsschutzversicherung.

Habe ich als Mieter die Pflicht das Fenster jeden Tag abzuwischen da sich sonst zu viel Wasser bildet? Denn wenn ich dies tun würde, würde sich ja nie Schimmel bilden. Aber es kann doch nicht sein das ich als Mieter jeden Tag das komplette Fenster, man beachte die Maße, ausräumen muss um alles trocken zu wischen.

Würden diese dinge vor Gericht reichen als Beweis mit Bildern?

Mein Grundproblem ist einfach, ich möchte nicht vor Gericht ziehen wenn die Chancen in der Praxis sowieso schlecht sind. Dann ziehe ich lieber gleich aus. Daher hätte ich von Ihnen gerne gewusst wie Sie die Lage einschätzen.

Gruß, dockstreet23

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.11.2007 | 15:41


Sehr geehrter Fragesteller,

Ohne das Problem zumindest auf Lichtbildern gesehen zu haben, kann wie gesagt die genaue Höhe der Minderung und damit Ihre Prozesschancen nicht beurteilt werden. Eine derartige Ferndiagnose wäre unseriös und nicht sachdienlich.

Eine Pflicht zum häufigen Abwischen kann sich aus der allgemeinen Schadenminderungspflicht ergeben. Bilder reichen meist als Beweismittel aus, im Streitfall kann es aber auch sein, dass ein Gericht das Fenster persönlich in Augenschein nimmt.

Ich rate Ihnen, einen Rechtsanwalt vor Ort mit der weiteren Prüfung zu beauftragen; dieser kann dann einschätzen, ob ein Prozess geführt werden sollte.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Böhler
Rechtsanwalt

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