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Komplizierter Zusammenhang mit Erbe

27.05.2009 12:51 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ingo Bordasch


Guten Tag,

es geht um ein Haus, das mir durch Erbe (gering)anteilig gehört. Es hat drei Wohneinheiten, steht seit etwa 15 Jahren leer und ist nach heutigem Standard nicht vermietbar, da keine sanitären Anlagen vorhanden sind (kein fließend Warmwasser, Plumpsklo draußen und Waschküche zum Baden über den Hof, Ofenheizung, etc.). Das Haus steht in Mecklenburg, ich lebe in Brandenburg.

Da mein Onkel väterlicherseits Miterbe ist und in der Nähe wohnt, wurde er per Vollmacht von uns (meine Mutter, meine Schwester, ich - Erbengemeinschaft von meinem Vater und meiner Oma) beauftragt, sich um den Verkauf des Hauses zu kümmern. Das war vor 10 Jahren. Seitdem haben wir nichts von ihm gehört, da das Verhältnis auch nicht gerade das Beste ist. Wir haben uns fatalerweise einfach keine Gedanken darum gemacht, da die Streitigkeiten ums Haus schon lange schwelen (mein Opa, der 1988 noch zu DDR-Zeiten starb, hinterließ kein Testament und hat erbberechtigte Verwandtschaft in Italien, von der wir erst nach seinem Tod erfuhren - denen gehört die Hälfte des Erbes).

Vor einigen Wochen nun bekam ich eine Aufforderung meines zuständigen Finanzamtes, Einkommenssteuererklärungen der Jahre ab 2003 einzureichen. Da ich Studentin bin und mit einem Nebenjob weit unter der Freigrenze verdiene, rief ich den zuständigen Beamten an. Er sagte, aus dem ererbten Haus flössen Mieteinnahmen an mich. Zwar nicht steuerpflichtig, aber immerhin Einnahmen und man wolle nun den Rest meiner Einnahmen prüfen.

So, peng, Bombe - ich weiß von keiner Vermietung, habe dem nicht zugestimmt und keinen Cent davon gesehen. Jetzt stellt sich mir die Frage, warum mein Onkel meinen Namen mit angegeben hat und warum ich nicht informiert wurde - und was da überhaupt vermietet wurde?? Und warum haben die restlichen Erben (meine Mutter, meine Schwester und der italienische Familienzweig) keine steuerlichen Benachrichtigungen erhalten?

Da der Sohn des Onkels (ich weigere mich, ihn Cousin zu nennen) würgreizerweckenderweise NPD-Mitglied ist und in dem Haus - laut vieler vor Ort lebender Quellen bestätigt - schon Nazi-Parties stattfanden (ich könnt kotzen...), habe ich natürlich den bösen Verdacht, dass auch die Vermietung damit zu tun haben könnte. Denn wollte mein Onkel sich "nur" bereichern, hätte er ja "schwarz" vermietet, so dass das Ganze unter der Hand gelaufen und nie beim FA gelandet wäre. Aber sollte er an die NPD vermietet haben, brauchen die ja absetzbare Rechnungen, die auch mein Onkel dann einreichen kann.

Ich bin derzeit verwirrt und schwer enttäuscht und wüsste gern, was für eine Handhabe ich als Miterbin habe, diese wie auch immer geartete "Vermietung" zu erforschen und wenn nötig zu unterbinden. Da das Ganze schon mindestens 5 Jahre läuft, kommt mir echt die Galle hoch, wenn ich bedenke, was in diesem Haus alles stattgefunden haben mag...

Wäre dankbar für jeden Rat,
Kirsten Luckmann

Sehr geehrte Fragestellerin,

Ergänzung vom Anwalt 27.05.2009 | 13:05

Sehr geehrte Fragestellerin,

leider habe ich die ENTER Taste zu früh gedrückt. Ich bitte das Versehen zu entschuldigen. Hier nun meine Antwort.

Da Sie Ihren Onkel bevollmächtigt haben sich um das Haus zu kümmern,kann er grundsätzlich auch Mietverträge abschließen. Diese binden auch die Erbengemeinschaft, es sei denn, die Vollmacht wäre entsprechend eingeschränkt worden, wovon ich jedoch zunächst nicht ausgehe.

Ihr Onkel hat der Erbengemeinschaft gem. § 666 BGB Rechenschaft über seine Tätigkeiten abzulegen. Gem. § 667 BGB hat er alles, was er durch die Geschäftsbesorgung erlangt an die Erbengemeinschaft herauszugeben. Beides kann notfalls auch eingeklagt werden.

Den Mietvertrag kann die Erbengemeinschaft kündigen. Ob die Voraussetzungen einer Kündigung vorliegen kann erst nach Kenntnis der Art des Mietvertrages beurteilt werden.

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Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, weitergeholfen zu haben.
Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

Tel.: 030 - 293 646 75
Fax.: 030 - 293 646 76
frag-einen-anwalt@RA-Bordasch.de

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