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Kommunikation mittels Pseudonym/Persona/Avatar

14.01.2011 11:10 |
Preis: ***,00 € |

Internetrecht, Computerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Steffan Schwerin


Guten Tag,

ich bin Einzelunternehmer und möchte einen Internetauftritt gestalten, der Personen einer bestimmten Zielgruppe anspricht. Das Impressum der Webseite entspricht geltenden gesetzlichen Vorschriften, mein realer Name ist also darin verzeichnet.

Um eine bessere Bindung zur Zielgruppe aufbauen zu können, möchte ich allerdings als "fiktiver Charakter" auftreten. Die Besucher würden also ohne vorherige Konsultation des Impressums davon ausgehen, die Webseite würde von beispielweise Anita Mustermann, statt von mir betrieben werden. Zudem möchte ich, damit Anita Mustermann auch ein Gesicht hat, das Bild eines Fotomodells mit diesem Namen assoziieren. Die Rechte zur Nutzung des Bildes habe ich erworben.

Auf der Webseite möchte ich unter anderem verschiedene kostenpflichtige Dienstleistungen anbieten, wobei ich aber stets unter dem Namen Anita Mustermann auftreten möchte (mit Ausnahme von Dokumenten wie Rechnung, etc.). Ebenso kann es vorkommen, dass Anita Mustermann auf Ihrer Webseite Empfehlungen für bestimmte Produkte ausspricht und Links platziert, für die ich vergütet werde, sobald jemand über einen solchen Link zu der Webseite eines Werbepartners gelangt und einen Einkauf tätigt, o.ä. (Affiliate-Marketing).

Ich möchte auch einen Newsletter anbieten, den interessierte Besucher abonnieren können. Auch hier soll der Eindruck entstehen, die E-Mails kämen von Anita Mustermann. Im Rahmen dieses Newsletters werden gelegentlich auch eigene oder fremde Dienstleistungen oder Produkte beworben.

Hier nun meine Fragen:
1. Ist es rechtens, dass ich unter "falschem Namen" auftrete, obwohl meine wahre Identität im Impressum gekennzeichnet ist? Muss ein Dokument auf der Webseite existieren, dass nocheinmal klar macht, dass Anita Mustermann nicht real ist?

2. Müssen die Partnerlinks als solche kenntlich gemacht werden? In welcher Form muss dies geschehen?

3. Darf ich E-Mails in "falschem Namen" versenden? Gehören solche E-Mails zur in §6 TMG geregelten "kommerziellen Kommunikation"? Nach Abs. 2 würde das ja bedeuten, dass ich meinen realen Namen als Absender der E-Mail angeben muss. Muss in der E-Mail ebenfalls ein Hinweis existieren, dass Anita Mustermann nur eine fiktive Figur ist?

Ich bedanke mich bereits im Voraus für die gründliche und kompetente Beantwortung meiner Fragen.

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in)

die von Ihnen gestellten Fragen beantworte ich unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes sowie Ihres Einsatzes wie folgt:


1. Ist es rechtens, dass ich unter "falschem Namen" auftrete, obwohl meine wahre Identität im Impressum gekennzeichnet ist? Muss ein Dokument auf der Webseite existieren, dass nocheinmal klar macht, dass Anita Mustermann nicht real ist?

Solange im Impressum zum Ausdruck kommt, wer die Website tatsächlich betreut, können Sie ansonsten auch unter einem Pseudonym auftreten.

Auch beim Vertragsschluss muss aber deutlich werden, wer der echte Vertragspartner ist.

Aber bei rein informatorischen Teilen der Seite und auch beim sonstigen Kontakt können Sie unter dem Künstlernamen auftreten.

Es muss nicht zwingend ein separater Hinweis auf der Seite befindlich sein, aus dem hervorgeht, wer sich hinter dem Pseudonym versteckt; Sie können dies aber machen.


2. Müssen die Partnerlinks als solche kenntlich gemacht werden? In welcher Form muss dies geschehen?

Ja, es muss deutlich werden, auf welche Seite mit welchem Inhalt die Links gehen.

Weiterhin sollten Sie einen Haftungsausschluss für die Inhalte der fremden Anbieter auf Ihrer Seite einrichten.


3. Darf ich E-Mails in "falschem Namen" versenden? Gehören solche E-Mails zur in §6 TMG geregelten "kommerziellen Kommunikation"? Nach Abs. 2 würde das ja bedeuten, dass ich meinen realen Namen als Absender der E-Mail angeben muss. Muss in der E-Mail ebenfalls ein Hinweis existieren, dass Anita Mustermann nur eine fiktive Figur ist?

Rein informatorische Emails können auch mit dem Pseudonym betrieben werden.

Aber alle Nachrichten, die geschäftlichen Charakter enthalten, müssen einen deutlichen Hinweis auf Ihre Person haben. § 6 TMG regelt dies insoweit eindeutig.

Die Emailadresse an sich kann fiktiv sein, muss aber im Text den Absender erkennen lassen – wenn es sich um eine Mail mit geschäftlichem Inhalt handelt.

Ein Hinweis auf Frau Mustermann muss in der Mail speziell nicht erfolgen.

Nachfrage vom Fragesteller 14.01.2011 | 15:43

Sehr geehrter Herr Schwerin,

zunächst vielen Dank für Ihre Antwort. Da ich mir allerdings bei der Interpretation einiger Teile Ihrer Antwort noch unsicher bin, bitte ich Sie, folgendes zu spezifizieren:

2. Sie sagten, "es muss deutlich werden, auf welche Seite mit welchem Inhalt die Links gehen", was in meinen Augen die Frage nicht beantwortet, in welcher Form die Kenntlichmachung erfolgen muss. Wenn ich schreibe "Produkt X ist toll, wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, besuchen Sie folgende Webseite." und anschließend einen Partnerlink anbringe, muss ich dann noch kenntlich machen, dass ich für Verkäufe, die aus der Anbringung dieses Links resultieren, vergütet werde? An dieser Stelle meine ursprüngliche Frage: In welcher Form muss dies erfolgen?

3. Hat eine E-Mail, die vorwiegend informatorisch gestaltet ist, bei der aber ein Partnerlink, bzw. ein Link zu einem eigenen Produkt nach ähnlichem Muster wie bereits beschrieben eingebettet ist, geschäftlichen Charakter?

Vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 14.01.2011 | 15:53

Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

2) Sie können in Abstimmung mit dem anderen Seitenbetreiber dessen Produkte anpreisen und dann mit einem Link darauf verweisen.

Dass es sich um vergütete Verlinkungen handelt, sollte in den AGB / Nutzungsbedingungen der Seite erwähnt werden.

3) Schon wenn ein solcher Link enthalten ist, müssen Sie sich als Absender zu erkennen geben, ohne das Pseudonym zu benutzen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen abschließend weiterhelfen und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Steffan Schwerin
Rechtsanwalt

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