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Kommerzielle Nutzung freier englischer Texte


| 15.12.2006 17:38 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andrej Wincierz



Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr,

ich möchte mehrere über die Webseite http://www.literaturepage.com/ als copyrightfreie "public domain texts" ausgewiesene Kurzgeschichten/Romane ins Deutsche übersetezen und im Rahmen einer Lesung hörtechnisch vertonen lassen. Dies vor dem Hintergrund einer kommerziellen Nutzung (CD Verkauf).

Ist dies in unter der Prämisse erlaubt, dass der Verfasser der Texte bereits mehr als 70 Jahre tot ist und die Texte als "public domain" ausgewiesen sind?

Was gilt es weiter zu berücksichtigen?

Danke für Ihre Antwort
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

auf Grund der von Ihnen gemachten Angaben beantworte ich die Frage wie folgt:

Richtig ist, dass das Urheberecht nach § 64 UrhG 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers (Verfasser) erlischt.

In dem Zeitpunkt, in dem die Schutzfrist abläuft, werden alle Werke gemeinfrei. Von diesem Zeitpunkt stehen sie zur freien Verwertung zur Verfügung. Auch die im Urheberrecht enthaltenen Rechte (so auch Verwertungsrechte und das Urheberpersönlichkeitsrecht) erlöschen. Somit erlöschen auch die abgeleiteten Nutzungsrechte der Werkvermittler, insbesondere das Verlagsrecht. Jeder kann daher ein Werk vervielfältigen, verbreiten aufführen, vorführen ohne dafür zahlen zu müssen (vgl. Rehbinder, Urheberrecht Rn.293)

Ausnahmen von dieser Freigabe sind zu einen § 71 UrhG und gewerbliche Schutzrechte nach § 1 UWG.

§ 71 UrhG besagt, das derjenige, der ein Werk nach dem Erlöschen der Schutzfrist erstmals erscheinen lässt oder öffentlich wiedergibt, ein ausschließliches Verwertungsrecht erhält. Nach § 71 Abs. 3 UrhG erlischt dieses Recht nach 25 Jahren. Mit diesem Recht kann er Veröffentlichungen Dritter unterbinden. Dies ist bei Ihrem Vorhaben zu beachten.

Auch zu beachten ist § 1 UWG. Hierbei handelt es sich nicht um einen Urheberrechtschutz an sich, sondern geschützt werden die Erzeugnisse. Dieser Schutz besteht gegen die Leistungsübernahme (Raubkopie) und mittelbare Leistungsübernahme (sklavische Nachahmung).

Im Hinblick darauf verweise ich auf das Urteil des BGH (BGHZ 51, 41) zum fotomechanischen Nachdruck gemeinfreier Verlagserzeugnisse neueren Datums.

Nach Alledem steht Ihrem Vorhaben, soweit Sie nicht auf Erzeugnisse Dritter (Drucke, Hörbuchvorlagen etc.) zurückgreifen, nichts im Wege.


Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit Beantwortung der Frage weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen

Andrej Wincierz
Rechtsanwalt

Email: a.wincierz@internet-kanzlei.de

Nachfrage vom Fragesteller 16.12.2006 | 00:10

Danke für Ihre schnelle und kompetente Antwort.
Auf Erzeugnisse Dritter würde ich nicht zurückgreifen.

Ich habe aber noch eine Frage in Bezug auf Ihre Angaben zu §71 UrhG.
Die Werke, respektive Geschichten, die ich zu übersetzen beabsichtige gibt es zum Teil bereits in Buchform in deutscher Sprache veröffentlicht.

Wie verhält es sich da mit dem Verwertungsrecht der über o.a. Internetseite veröffentlichten englischen Werke, wenn ich sie selbst ins deutsche übersetze? Kann es da zu Konflikten kommen, wenn die Romane auf das gleiche englische Original zurückgriffen (was ich de facto nicht weiss)?

Danke für Ihre Antwort

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.12.2006 | 22:19

Wie bereits dargestellt, erlöscht das Recht nach 70 Jahren und damit auch event. Rechte deutscher Verleger. § 71 gilt nur in dem o.g. Rahmen.

Hinsichtlich Ihrer Frage, kann ich nicht nachvollziehen, was mit dem Zugriff auf das gleiche englische Original meinen.

Das Original, aus dem übersetzt wird, ist doch immer gleich, da es ja das Original ist. Nur die Übersetzungen varieren. Wenn Sie selbst die Übersetzung aus dem Englischen vornehmen, müssen Sie doch auf das Original wie jeder andere zurückgreifen.

Mit freundlichen Grüßen
Andrej Wincierz
Rechtsanwalt

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