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Kommerzielle Nutzung der eigenen Bachelorarbeit in einem neuen Werk

| 21.08.2013 10:19 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht


Beantwortet von


14:42

Sehr geehrte Damen und Herren,

eine Bachelorarbeit wurde geschrieben und eingereicht. Ihre Benotung steht noch aus, da noch ein Semester absolviert werden muss. Die Hochschule muss zudem um Erlaubnis gefragt werden, da der Titel der Bachelorarbeit vom Professor ausgesucht wurde. Die Bachelorarbeit soll jedoch sofort kommerziell vertrieben werden.

Kann der Student den Inhalt der Bachelorarbeit unter einem neuen Werk anfertigen und vertreiben, um so die Hindernisse zu umgehen? Die Idee ist, dass er den Inhalt seiner eigenen Bachelorarbeit kopiert und leicht verändert, um jeden Bezug zur Hochschule auszulassen (z.B. die Wörter Bachelorarbeit streicht, der Bachelorarbeit einen neuen Titel gibt etc.).

Ist diese Vorgehensweise erlaubt?

21.08.2013 | 11:32

Antwort

von


(3)
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Grundsätzlich haben Sie als Verfasser der Bachelor-Arbeit das uneingeschränkte Urheberrecht an denen von Ihnen verfassten Texten. Dieses entstandene Recht kann nicht abgetreten werden und hätte sogar über den Tod hinaus Bestand. In dem von Ihnen beschriebenen Fall ist jedoch der Umfang des eingeräumten Nutzungs- und Verwertungsrecht fraglich. Gesetzlichen Grundlage für diese Rechte sind die §§ 12, 16, 17, 19 Urheber- und Verlagsrechtsgesetz (UrhG).

Zwar ist das bereits genannte Urheberrecht nicht abtretbar, jedoch können Nutzungs-, Veröffentlichungs- oder Vervielfältigungsrechte abgetreten werden. Eine solche Abtretung wird von Universitäten gern in deren Studien- oder Prüfungsordnungen verwendet. Solche Vertragsbedingungen werden durch Einschreiben an der Hochschule oder Teilnahme an Prüfungen Teil der Vereinbarung zwischen den Studenten und der Hochschule.
Hierbei ist entscheidend, wie umfangreich die Abtretung der Nutzungs- und Veröffentlichungsrechte Ihrer Bachelor-Arbeit erfolgte. Soweit nur die Rechte an der reinen Bachelor-Arbeit abgetreten wurden, können Sie die darin enthaltenen Thesen und wissenschaftlichen Aufarbeitungen auch in einem selbstständigen Werk veröffentlichen. Soweit Sie der Hochschule Nutzungs- und Veröffentlichungsrechte bezüglich des wissenschaftlichen Inhaltes der Arbeit eingeräumt haben, dürfen die wissenschaftlichen Texte nur in einem unabhängigen Werk veröffentlicht werden, soweit der Hochschule kein ausschließliches Nutzungs- und Veröffentlichungsrecht eingeräumt wurde. Der Umfang der Nutzungs- und Veröffentlichungsrechte muss anhand der jeweiligen Vertragsbedingung Ihrer Hochschule geprüft werden. Dies geht jedoch über die Möglichkeiten dieser Erstberatung hinaus.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Fabian Völker, Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Fabian Völker

Rückfrage vom Fragesteller 19.09.2013 | 12:34

Vielen Dank für Ihre Antwort!

Nehmen wir an, die Veröffentlichungs- und Verwertungsrechte werden mir verweigert. In welchem Umfang darf ich meine eigene Bachelorarbeit in einer neuen eigenständigen Arbeit zitieren?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 19.09.2013 | 14:42

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Nachfrage. Ich weise darauf hin, dass das Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben möglicherweise zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen kann.

Das Recht auf die Verwendung urheberrechtlich geschützter Texte ergibt sich aus § 51 UrhG . Grundsetzlich muss ein Zitierzweck vorliegen. Ein solcher liegt vor, soweit der Erklärung des eigenen Werkes dient oder das übernommene Werk in einem eigenständigen Werk erläutert wird. Sie müssen sich in Ihrem neuen Werk mit dem Inhalt der Arbeit auseinander setzten oder die das Zitat als Beleg für Ihre Ausführungen nutzen.

Darüber hinaus ist das Zitierrecht in seinem Umfang beschränkt. Ein Zitat Ihrer Bachelorarbeit in Ihrem neuen Werk ist nur in dem Umfang zulässig, der durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist. Sie dürfen somit nur soviel übernehmen wie zur Erreichung des Zitatzwecks notwendig ist.

Ich hoffe, meine Antwort hat Ihnen weitergeholfen. Letztlich weise ich darauf hin, dass der Umfang meiner Beratung ebenfalls durch die zwingenden gesetzlichen Vorgaben des § 4 RVG begrenzt ist.

Mit freundlichen Grüßen,

Fabian Völker
(Rechtsanwalt)

Bewertung des Fragestellers 21.09.2013 | 09:33

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