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Körperverletzung während eines Fußball-Punktspiels

02.03.2009 09:13 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Guten Morgen,

am 12.11.2008 habe ich einen Anhörungsbogen als Beschuldigter (§ 224 StGB ) bekommen. Dazu habe ich wie folgt Stellung genommen:

Nach einem Foulspiel an einem Mitspieler kam es zu einem Aneinandergeraten der betroffenen Spieler im Mittelkreis, welches zu einer Spieleransammlung führte. Ich bin auch dorthin gelaufen, nach einem Stoß oder Rempler ins Straucheln geraten und mit einem Gegenspieler, der aus einer anderen Richtung auf die Ansammlung zugelaufen kam, zusammengestoßen. Im Fokus aller war zu diesem die am auslösenden Vorfall betroffenen Spieler und der Schiedsrichter.
Von meinen Mitspielern ist keinem mein Zusammenstoß aufgefallen.
Dies bestätigte ich auch später noch einmal, als ich ein Schreiben mit der der Bitte um Benennung von Zeugen zur Bestätigung meiner Aussage bekommen hatte.
Letzte Woche wurde mir nun ein Strafbefehl zugestellt. "Während einer Spielunterbrechung anlässlich eines Fouls liefen Sie auf X zu und versetzten ihm ohne Grund eine Kopfnuss. Er erlitt eine Platzwunde. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wird gegen Sie eine Geldstrafe von 25 Tagessätzen in Höhe von 20,- Euro festgesetzt."
Als Zeugen wurde ausschließlich Angehörige der Gegnermannschaft sowie der Schiedsrichter, der aber während des Spiels mich nicht angesprochen hat, benannt.
Wie beurteilen Sie die Situation? Welche Schritte halten Sie für erfolgsversprechend gegen die Verurteilung vorzugehen.
MfG

02.03.2009 | 09:54

Antwort

von


(115)
Am Kabutzenhof 22
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Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Frage unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes sowie des Einsatzes wie folgt:

Gegen den gegen Sie ergangenen Strafbefehl können Sie innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung bei dem Gericht, das den Strafbefehl erlassen hat, schriftlich oder zu Protokoll der Geschäftsstelle Einspruch einlegen, § 410 Abs. 1 Satz 1 StPO .
Nach einem Einspruch findet sodann eine Hauptverhandlung statt, in der Ihre Schuldfrage erneut geprüft wird.
Hierbei ist zunächst zu beachten, dass insofern auch die Gefahr besteht, dass die Strafe höher ausfällt als im Strafbefehl.

Sollten Sie Ihre Schuld einsehen, jedoch die Höhe der Strafe unangemessen finden, können Sie auch den Einspruch hierauf beschränken. Mit Zustimmung aller Beteiligten kann das Gericht dann ohne Hauptverhandlung durch Beschluss entscheiden, wobei in diesem Fall nicht zu Ihrem Nachteil von der Festsetzung im Strafbefehl abgewichen werden darf, § 411 Abs. 3 StPO .

Ob die oben skizzierten Verfahren in Ihrem konkreten Fall erfolgversprechend durchgeführt werden können, hängt von weiteren Faktoren ab, die sich zum Teil nicht allein unter Zugrundelegung des mitgeteilten Sachverhalts ermitteln lassen.

Zunächst wurde Ihnen im Anhörungsbogen der Vorwurf einer gefährlichen Körperverletzung gemacht, § 224 StGB . Sollte dieser Vorwurf auch im Strafbefehl aufrecht erhalten worden sein und gerade nicht in eine (einfache) Körperverletzung umgewandelt worden sein, kann ein Einspruch unter Umständen erfolgreich eingelegt werden. Zwar enthält § 224 StGB eine Reihe von Varianten, die eine Körperverletzung zu einer gefährlichen machen. Ihren Mitteilungen kann ich jedoch keine der Varianten entnehmen, insbesondere haben Sie nicht mit anderen gemeinschaftlich gehandelt, § 224 Abs. 1 Nr. 4 StGB . Eine Kopfnuss stellt auch im Regelfall keine das Leben gefährdende Behandlung dar.

Sollte das Strafbefehlsverfahren eine einfache Körperverletzung zum Inhalt haben (wovon ich eher ausgehe) müssen Sie selbstverständlich zunächst ins Auge fassen, dass eine Reihe von Zeugen den Vorwurf bestätigen werden.
Das der Schiedsrichter Ihnen nach der Tätlichkeit keinen Platzverweis erteilt hat, ist allerdings rätselhaft und wäre ein Ansatzpunkt Ihre Verteidigung aufzubauen.

Finden Sie aber keine Zeugen, die Ihre Version stützen, gilt es weiter die Angehörigen der anderen Mannschaft zu wiederlegen. Ohne Frage ist, dass hier von enormer Parteilichkeit auszugehen ist, und somit der Beweiswert der Aussagen äußerst gering ist.

Weiter ist zu beachten, dass die Zeugen nur ein äußeres Geschehen wahrnehmen konnten und daher vielleicht gehalten waren den Zusammenstoß als Kopfnuss zu beurteilen. Subjektiv müssen Sie aber daher noch lange keine Körperverletzung gewollt haben. Diese subjektive Seite ist aber immer auch notwendiger Bestandteil der Tat.

Sollten aufgrund Ihrer Angaben bei einer Hauptverhandlung Zweifel an Ihrer Schuld verbleiben und können die Aussagen der Zeugen in Zweifel gezogen werden, bestehen gute Chancen einen Freispruch zu erreichen.

Ich hoffe Ihnen eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben.

___

Gern können Sie mich bei Rückfragen oder einer gewünschten Interessenvertretung kontaktieren. Nutzen Sie hierzu die kostenlose Nachfragefunktion, die persönliche Beratungsanfrage oder die kanzleieigenen Kontaktmöglichkeiten. Beachten Sie bitte, dass im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion nur Fragen beantwortet werden können, die den Regeln dieses Forums entsprechen.

An dieser Stelle sei der Hinweis erlaubt, dass diese Internetplattform eine eingehende, rechtliche Beratung nicht ersetzen kann, sondern vielmehr der ersten rechtlichen Orientierung dienen soll.
Das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen kann das Ergebnis der juristischen Bewertung beeinflussen und sogar zu einem völlig gegensätzlichen Ergebnis führen. Die hier gegebene Antwort basiert vollständig auf Ihren eigenen Angaben.


Rechtsanwalt Mirko Ziegler

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