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Körperverletzung durch Türsteher

22.06.2008 15:55 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


17:45

Sehr geherte Damen und Herren,

Ich war gestern mit meinem Bruder in der Stadt unterwegs.Als mein Bruder
ins DAX (Ein Disko in Braunschweig) wollte (ich war total dagegen das wir in diese Kneipe gehen)
wurde er von dem Türsteher geschupst, ich bin natürlich gleich hin
gerannt um zu versuchen den Fall friedlich abzuschließen, aber als ich
da war wurde ich sofort von dem Türsteher geschupst mit diesem
Satz:"Heute kein durchkommen für Ausländer", obwohl ich da gar nicht
rein wollte.Als er mich geschuppt hat, hab ich ihn auch geschupst und
auf einmal kamen noch 5 Kollegen von ihm und haben mich richtig geprügelt.
Polizei und Krankenhaus waren sofort da, es wurde eine Anzeige wegen
Körperverletzung gegen ihn aufgenommen,und der Krankenwagen hat mich
ins Krankenhaus gebracht.Da hat den Arzt festgestellt ,daß es kein
Nasenbruch war sondern Schwellung.("ich kann es nicht genau lesen was er
da geschrieben hat"). ich habe heute höllische schmerzen in der Nase und
meine Lippe ist sehr angeschwollen ,sodaß nichts festes essen kann
sondern nur was flüssiges.
Meine Frage : wie kann ich mit dem Fall am besten umgehen Und hab ich Recht auf Schadensersatz ? ,weil ich dadurch jetzt erstmal nicht mehr in die Uni gehen kann.

Vielen Dank für euro Antworten.
C.B

22.06.2008 | 16:35

Antwort

von


(67)
Alt-Moabit 62-63
10555 Berlin
Tel: 030 / 397 492 57
Web: http://www.rechtsanwalt-ausländerrecht.de
E-Mail:

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

es ist zu unterscheiden zwischen den strafrechtlichen Folgen und den zivilrechtlichen Folgen für den / die Türsteher.
Aus strafrechtlicher Sicht ist zunächst das meiste richtig gelaufen, weil Sie bei der Polizei eine Anzeige gemacht haben. Da mir der genaue Inhalt der Anzeige nicht bekannt ist, hier noch einige Hinweise dazu:

Die Anzeige sollte sich nicht nur gegen einen Türsteher (z.B. den, der angefangen oder zuerst zugeschlagen hat) richten, sondern gegen alle Türsteher. Denn es hat sich zunächst jeder Türsteher strafbar gemacht, der zugeschlagen hat. Darüber hinaus kommt aber auch eine Mittäterschaft/Beihilfe der Türsteher in Betracht. So kann unter Umständen auch der Türsteher bestraft werden, der zwar nicht selber zugeschlagen, aber doch in sonstiger Weise (Anfeuern, etc.) beteiligt gewesen ist.

Die Anzeige sollte sich nicht nur auf eine einfache Körperverletzung (§ 223 Abs. 1 StGB ) beschränken, weil hier auch eine gefährliche Körperverletzung gemäß § 224 Abs. 1 Nr. 4 StGB ernsthaft in Betracht kommt, weil mehrere Türsteher gemeinsam auf Sie eingeprügelt haben. Die MINDESTstrafe beträgt hier sechs Monate Freiheitstrafe, sodass eine Geldstrafe im Falle einer Verurteilung grundsätzlich nicht mehr in Betracht kommt.

Schließlich sollte die Anzeige auch ausdrücklich auf eine Beleidigung gerichtet sein. Zwar liegt die Äußerung „heute kein Durchkommen für Ausländer“ im Grenzbereich zwischen Beleidigung und bloßer Unhöflichkeit. Dennoch sollte auch eine Anzeige wegen Beleidigung erfolgen.

Es muss beachtet werden, dass die einfache Körperverletzung und die Beleidigung grundsätzlich nur auf einen sogenannten „Strafantrag“ hin verfolgt werden können. Der Strafantrag ist etwas anderes als die bloße Strafanzeige. Wird ein solcher Strafantrag nicht innerhalb von 3 Monaten nach der Tat gestellt, können die Täter gar nicht mehr (Beleidigung) oder nur noch bei Bejahung eines „besonderen öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung“ (einfache Körperverletzung) bestraft werden.

Normalerweise werden Sie von der Polizei eine Durchschrift der Anzeige oder aber zumindest ein Aktenzeichen erhalten haben, unter welchem Ihre Anzeige bearbeitet wird. Setzen Sie sich nochmals am besten schriftlich mit der Polizei in Verbindung (erfragen Sie bitte anhand des Aktenzeichens die genaue Dienststelle, falls unbekannt), und stellen Sie ausdrücklich StrafANTRAG gegen ALLE Beteiligen und erweitern Sie die Strafanzeige auf die gefährliche Körperverletzung und die Beleidigung, soweit diese Delikte nicht ohnehin schon Gegenstand der Anzeige waren.

Außerdem sollten Sie sich unbedingt eine Kopie des Untersuchungsbefundes im Krankenhaus geben lassen, um die erlittenen Verletzungen zu dokumentieren. Führen Sie außerdem ein „Tagebuch“, in dem Sie jeden Tag die Folgen der Verletzung schriftlich dokumentieren (Art und Intensität der Schmerzen, Beeinträchtigungen, etc.). Außerdem sollten Sie Fotos der Verletzungen machen lassen, auch über mehrere Tage hinweg.
In einem stattfindenden Straf- und/oder Zivilverfahren werden Ihnen diese Unterlagen weiterhelfen.

Zivilrechtlich können Sie einen Anspruch auf Schmerzensgeld haben. Die genaue Höhe kann ich Ihnen mangels genauer Kenntnis der Verletzungen und des Tatablaufs nicht nennen. Beachten Sie aber, dass wir in Deutschland keine „amerikanischen Verhältnisse“ haben, so dass Sie nicht mit einem sehr hohen Schmerzensgeld rechnen können.

Ob Sie auch zivilrechtlich vorgehen wollen oder nur strafrechtlich, bleibt Ihnen überlassen. Sie können dazu auch erstmal das Strafverfahren abwarten und dann entscheiden.

Sie können aber auch den zivilrechtlichen Anspruch auf Schmerzensgeld gleichzeitig in dem strafrechtlichen Verfahren geltend machen (sogenanntes Adhäsionsverfahren). Dies würde ich Ihnen raten. Diesen Antrag können Sie auch selber noch in der strafrechtlichen Hauptverhandlung stellen.

In dem Strafverfahren können Sie außerdem als Nebenkläger auftreten. Dadurch können Sie die gesamte Verhandlung verfolgen, ohne den Sitzungssaal als Zeuge verlassen zu müssen. Außerdem haben Sie weitere Rechte, können z.B. selber Rechtsmittel einlegen.

Sie können alle beschriebenen Schritte selber einleiten. Sicherlich wäre ein Rechtsanwalt hilfreich, um auf den Ausgang des Verfahrens einen besseren Einfluss zu nehmen. Außerdem kann der Rechtsanwalt für Sie Akteneinsicht beantragen. Auf diese Weise erfahren Sie den Inhalt der genauen Aussagen der Türsteher und können dann ggf. auch noch darauf reagieren. Außerdem kann sich der Anwalt mit der Staatsanwaltschaft in verbindung setzen und auf diese Weise EInfluss auf den Ausgang des Verfahrens nehmen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage und Ihre weiteren Möglichkeiten verschaffen konnte.
Gerne können Sie noch eine kostenlose Nachfrage stellen.

Mit freundlichen Grüßen

Björn Cziersky-Reis
Rechtsanwalt


Rückfrage vom Fragesteller 22.06.2008 | 17:30

Eine Nachfrage hätte ich noch:
Ist es möglich,dass ich jetzt noch eine Rechtsschutzversicherung abschliessen kann,oder ist es schon zu spät dafür?
Können Sie einen Anwalt in Braunschweig empfehlen?
Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort!!!!
MfG
C.B.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 22.06.2008 | 17:45

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

eine Rechtsschutzversicherung können SIe jederzeit abschließen, diese würde aber mit sehr großer Wahrscheinlichkeit keinen Rechtsschutz bieten für Vorgänge aus der Vergangenheit. Eine Nachfrage bei einer Versicherung kann natürlich nicht schaden.

Einen Anwalt in Braunschweig kenne ich leider nicht und kann Ihnen daher auch keinen Kollegen empfehlen. Ich rate Ihnen eine Suche über die Gelben Seiten online oder hier bei www.frag-einen-anwalt.de

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg in dieser Sache.

Mit freundlichen Grüßen

Björn Cziersky-Reis
Rechtsanwalt

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