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Körperverletzung. Ermittlungsverfahren. Wie verhalten?

30.01.2013 18:10 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich hätte gerne Hilfe bei folgendem Fall:

Ich befand mich mit einem Freund in einer Diskothek und wir hatten jeder gerade ein Bier bestellt. Zum Trinken setzten wir uns auf den Rand eines Plateaus, auf dem drei Tanzstangen angebracht waren. Eine Freundin von Frau X tanzte an der mir am nächsten stehenden Stange. Nach kurzer Zeit begann diese Freundin mit ihrem Hintern meinen Hinterkopf zu rammen, wohl um auf sich aufmerksam zu machen (durch meine sitzende Position und ihre Stehende, befanden sich mein Kopf und ihr Hintern ungefähr auf gleicher Höhe). Ich griff der Freundin dann nach einiger Zeit an den Hintern, zum einen, um ihr mitzuteilen, dass ich sie wahrgenommen hatte und sie mit den Stößen aufhören sollte und zum anderen, um ihr zu zeigen, dass ich sie nicht unattraktiv fand. Die Freundin reagierte darauf aber sehr aggressiv und vorwurfsvoll.
Frau X, die links neben mir saß, und die ich bis dahin gar nicht wirklich wahrgenommen hatte, hatte die Situation mit ihrer Freundin beobachtet und wollte dieser wohl beistehen. Im nächsten Moment spürte ich, wie Frau X mir ein Getränk übers Hemd kippte und mir ihren Ellenbogen im Sitzen in die Rippen rammte. Geschockt durch diesen plötzlichen Angriff schlug ich reflexartig mit der Faust zu und traf Frau X im Gesicht an der Nase.

Frau X blutete ganz leicht aus der Nase und wurde noch vor Ort in einem Krankenwagen behandelt. Von einer schwereren Verletzung gehe ich nicht aus, da der Schlag doch recht leicht war.

Ich habe nun einen Brief der Polizei erhalten, in dem steht, dass ein Ermittlungsverfahren läuft und ich schriftlich Stellung nehmen soll.

Ich bin deutlich über 21 Jahre alt und noch nie in Erscheinung getreten.

Nun meine Fragen:
1. Sollte ich den Fall der Polizei so schildern oder lieber zum Anwalt gehen und erstmal Akteneinsicht beantragen (fraglich ist hier, ob die Kosten des Anwaltes nicht die Strafe übersteigen).
2. Falls ich polizeilich Aussage, sollte ich sagen, dass ich überreagiert habe und es mir leid tut?
3. Falls ich polizeilich Aussage, sollte ich die Zustimmung zum Täter-Opfer-Ausgleich anbieten?
4. Mit welcher Strafe muss ich rechnen?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


1. Um zunächst auf Ihre letzte Frage einzugehen: Die - vorsätzliche - Körperverletzung wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, § 223 Abs. 1 StGB. Da Sie mitteilen, Sie hätten reflexartig gehandelt, ist aber auch an eine (nur) fahrlässige Körperverletzung zu denken, das Strafmaß ist dann Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe, § 229 StGB. In jedem Fall haben Sie in der Praxis, sofern Sie bislang unbelastet sind, lediglich mit einer Geldstrafe zu rechnen.

2. Sie sind nicht verpflichtet, einer polizeilichen Vorladung zur Beschuldigtenvernehmung oder einer entsprechenden schriftlichen Aufforderung zur Äußerung Folge zu leisten. Sie können letzterenfalls auf dem Formular ankreuzen, dass Sie keine Angaben zur Sache machen wollen und ggf. dass Sie einen Rechtsanwalt einschalten. Angaben zur Person müssen Sie aber machen.

3. Ich rate Ihnen, einen Rechtsanwalt als Verteidiger einzuschalten. Denn der von Ihnen geschilderte Sachverhalt ist durchaus etwas komplex. Es kommt in Betracht, dass Sie in einer Verteidigungssituation gehandelt haben. Des Weiteren muss näher ausgelotet werden, wie es mit der sogenannten subjektiven Tatseite aussieht, d.h. ob man Ihnen mit Aussicht auf Erfolg überhaupt Vorsatz zur Last legen kann. Nach den von Ihnen gemachten Angaben ist dies hier nicht verbindlich zu beurteilen, dafür bedarf es einer ausführlichen Exploration im Mandantengespräch. Zur Beiziehung eines Rechtsanwalts möchte ich Ihnen auch deshalb raten, weil die Sache offenbar doch nicht ganz harmlos war, denn immerhin musste die Geschädigte in einem Krankenwagen behandelt werden.

3. Ein guter Strafverteidiger wird in Ihrem Fall die Strategie verfolgen, eine Einstellung des Ermittlungsverfahrens zu erreichen. Nur ein Rechtsanwalt kann Akteneinsicht beantragen und dann einsehen, welche Angaben die Anzeigeerstatterin und etwaige Zeugen gemacht haben. Grundsätzlich wird es im Übrigen sachdienlich sein, Entschuldigungen und eine Wiedergutmachung gegenüber der Geschädigten anzubieten. Doch sollten entsprechende Angebote mit Hilfe Ihres Rechtsanwalts sorgfältig ausgearbeitet und dann an die Staatsanwaltschaft übermittelt werden. Berücksichtigen Sie bitte auch, dass Ihr Rechtsanwalt von seiner Ausbildung und seinem Berufsstatus her in der Lage ist, mit dem Staatsanwalt auf Augenhöhe über Ihren Fall zu sprechen und "Lösungen" zu erarbeiten. Das trifft auf Sie als Laie nicht zu. Das mag man bedauern, ist aber die Realität.

4. Wird das Ermittlungsverfahren gegen Sie eingestellt, so werden Ihnen Ihre Rechtsanwaltskosten leider nicht von der Staatskasse erstattet. Doch ist diese Situation einem etwaigen Strafbefehl oder einer etwaigen Anklage und Verurteilung zu Geldstrafe allemal vorzuziehen.

Ich hoffe, meine Antwort hat Ihnen fürs Erste weitergeholfen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 30.01.2013 | 20:35

Vielen Dank für ihre Antwort. Ich denke dann werde ich morgen mal nach einem Anwalt schauen.

Ich hätte noch eine Nachfrage:

Was würde mich ein Anwalt ca. kosten? Also Beratungsgespräch, Akteneinsicht, Hinwirken auf Einstellung, etc. (ohne Gerichtsverfahren)?

Vielleicht könnten Sie das ganz grob schätzen, so dass ich beim Anwalt evtl. ein Pauschalhonorar vereinbaren könnte.


Also wären das eher 300€, oder 500€ oder vllt. sogar 1000€ bzw. noch mehr? Sie müssen mir das auch wirklich nicht groß erläutern. Eine Zahl sollte reichen.

Vielen herzlichen Dank nochmal!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.01.2013 | 20:47

Danke für Ihre Nachfrage. Sie ist nicht leicht zu beantworten, denn die Gebührengestaltung von Rechtsanwälten ist unterschiedlich, je nachdem, ob auf der Basis des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes - RVG - oder auf Honorarbasis abgerechnet wird. Sie können die Gebührensätze im Internet nachlesen. Rechnet der Rechtsanwalt auf Basis des RVG ab, kommen Sie günstiger weg. Aber auch dann sollten Sie mit mindestens 500 Euro rechnen. Häufig arbeiten Rechtsanwälte aber auf der Basis von Vergütungsvereinbarungen. Dann kann ein Stundenhonorar oder ein Pauschalhonorar vereinbart werden. Für den Fall einer Vergütungsvereinbarung sollten Sie für eine effektive Verteidigung im Ermittlungsverfahren bei einem vergleichsweise wohl noch relativ einfach gelagerten Sachverhalt durchschnittlich mit mindestens 1000 Euro rechnen.

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