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Körperverletzung & Bedrohung

29.06.2009 12:00 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Ich hatte Anfang des Jahres Streit mit dem Vater meiner 3 Kinder. Es ging um Erziehungssachen. Daraufhin habe ich ihn gestumpt und er hat mich daraufhin an die Brust und den Oberarm geschlagen (Ich war nicht beim Arzt nur eine Polizistin machte ein Foto vom blauen Fleck am Oberarm, diese ist dann auch zum Gericht geladen.) Er drohte mir daraufhin, dass ich nicht die Polizei rufen soll sonst bring er mich um. Ich rief die Polizei und brachte die Vorkomnisse zur Anzeige, des weiteren holte ich mir beim Gericht am nächsten Tag eine einstweilige Verfügung (heißt das so?) ließ sie ihm aber nie überstellen. Musste aber unter Eid versichern, dass alles so stimmt Mittlerweile befinden wir uns in Paarberatung und wir verstehen uns viel besser.
Jetzt bekam er einen Brief vom Gericht, dass er 2800€ zahlen muss (wegen Körperverletzung und Bedrohung) und dies innerhalb von 2 Wochen zahlen muss oder er bekommt Haft. Er konnte dem auch wiedersprechen. Dies tat er da es unmöglich war 2800€ innerhalb von 2 Wochen zu bezahlen.
Jetzt bekamen wir beide Post, dass wir zur Verhandlung geladen sind und wenn wir nicht erscheinen, dass wir in Haft kämen.

Ich möchte die Strafanzeige zurücknehmen. Er kann nicht zu dem Gerichtstermin erscheinen und sich keinen Anwalt leisten. Er ist Amerikaner und hat andere Arbeitsverträge. Zur Not könnten wir beide auch die 2800€ zahlen aber eher in Raten. Was kann man machen um aus dieser Lage glimpflich herauszukommen? Wie kam das Gericht auf 2800€ ohne sein Einkommen zu wissen?
Wenn er verurteilt wird kann seinen Job verlieren und zurück in die USA müssen, das wäre nicht im Interesse der Kinder!
Was können wir jetzt dagegen tun?

Sehr geehrte Ratsuchende,

Ihre Fragen möchte ich wie folgt beantworten:

Vorsätzliche Körperverletzung wird nach dem Gesetz gem. § 223 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder Geldstrafe bestraft. Ähnlich verhält es sich mit Nötigung gem. § 240 StGB, nur dass die Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren verhängt werden kann oder Geldstrafe.

Geldstrafe wird nach Anzahl der Tagessätze mal Höhe berechnet. Bei der Höhe wird in der Regel das monatliche Nettoeinkommen nach Abzug von Schulden und vor allem Unterhaltspflichten geteilt durch 30 genommen, das ergibt die Höhe des Tagessatzes. Wenn hierzu keine Angaben gemacht wurden, wird eine Schätzung veranlaßt.

Ich gehe davon aus, dass auch in Ihrem Fall eine Schätzung zugrunde liegt, weil keine Angaben zu dem Einkommen, den monatlichen Belastungen und den Unterhaltsverpflichtungen gegenüber Ihren Kindern mitgeteilt wurden.

Dies kann alles in dem Gerichtsverfahren nachgeholt werden, so dass sich dadurch die Geldstrafe auf jeden Fall verringern läßt.

Da Sie beide eine Ladung erhalten haben, sind Sie auch beide verpflichtet, zu dem Termin zu erscheinen. Der Vater Ihrer Kinder muß von seinem Arbeitgeber von der Arbeit für diesen Termin freigestellt werden, auch als Amerikaner.

Erscheinen Sie nicht, können Sie per Haftbefehl zu dem Termin vorgeführt werden. Es handelt sich hierbei um den üblichen Hinweis und bedeutet nicht, dass Sie in Haft kommen, sondern per Haftbefehl zu dem Gerichtstermin vorgeführt werden können.

Die Körperverletzung wird auf Strafantrag verfolgt, es sei denn, es liegt ein besonderes öffentliches Interesse vor. Sie können daher den Strafantrag auf jeden Fall zurücknehmen, was Sie unverzüglich tun sollten. Allerdings ist damit nicht unbedingt der Gerichtstermin hinfällig.

Sie sind zu diesem Termin als Zeugin geladen. Ihre Aussage ist entscheidend für eine eventuelle Bestrafung.

Wenn Sie also den Strafantrag zurücknehmen und Ihre derzeitige Situation schildern, auch die Paarberatung nennen, wirkt sich das auf jeden Fall positiv aus und es kann durchaus zu einer Einstellung des Verfahrens gem. § 154 a StPO oder § 153 StPO führen. Eine Einstellung des Verfahrens hat keine Auswirkungen auf das Arbeitsverhältnis Ihres Freundes.

Ich kann ihnen nur empfehlen, über die Beauftragung eines Anwaltes nachzudenken und im Vorfeld das Honorar des Anwaltes auszuhandeln.

Falls Sie das nicht möchten, rufen Sie den zuständigen Richter an und schildern sie diesem die Situation. Falls Ihr Freund absolut nicht an dem Gerichtstermin teilnehmen kann, muss auch dies unverzüglich mit dem Richter geklärt werden.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste Orientierung geben.

Mit freundlichen Grüßen

Ute Bildstein
Rechtsanwältin

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