Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Körperverletzung..

| 16.02.2012 10:48 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


Guten Tag,
ich hätte gerne Auskunft in folgender Angelegenheit:
mein Neffe wurde frühmorgens von 2 randalierenden jungen Männer angegriffen. Es kam zu einer Rangelei, wobei mein Neffe mit einem der Angreifern am Boden ringte. Zeugen dieser Auseinandersetzung waren 2 begleitende Mädchen seitens meines Neffen sowie besagter junger Mann seitens des Randalierers. Die 2 Mädchen beschreiben den Vorgang folgendermaßen: es kam zu besagter Rangelei mit einem der Angreifer. Im Verlauf dieser Rangelei hat sich mein Neffe vom Angreifer entfernt. Zeitnah übernahm der begleitende junge Mann des Randalierers die Iniative und trat auf den am Boden liegenden ein. Dieser zog sich schwere Verletzungen zu und musste im Krankenhaus behandelt werden. Eines der Mädchen zog im Verlauf der Auseinandersetzung den Tretenden vom Opfer zurück. Unserer Vermutung nach trat dieser aus Unkenntnis und im Alkoholrausch auf seinen Bekannten ein, wohlmeinend, das es sich um den Angegriffenen handelte.
Nun hat der Staatsanwalt die Ermittlungen übernommen und alle Zeugen bzw. Beteiligten vernommen. Zeitgliech hat sich der Verletzte einen Anwalt genommen und meinen Neffen der schweren Körperverletzung beschuldigt. Ein entsprechender Brief kam von seinem Anwalt mit der Aufforderung, schon einmal im Vorraus 5000 Euro Schmerzensgeld zu bezahlen.
Da mein Neffe bis dato noch keine Anzeige gestellt hat, nun meine Fragen:

pauschal: wie reagiert man auf diesen Brief des Anwaltes, welcher mit der Beschreibung der Verletzungen und einer einseitigen Schuldzuweisung einen "Vorschuß" auf potentielles Schmerzensgeld fordert?

1. Bis Dato wurde der Angreifende nicht angezeigt. Entsteht dadurch nicht der Eindruck, daß die Agression vom meinem Neffen ausging? Macht es deshalb nicht Sinn, den Angreifer ebenfalls der versuchten Körperverletzung/Tätlichkeit anzuzeigen?

2. Oder soll man die abschließende Bewertung des Staatsanwaltes abwarten?

3.Die Tätlichkeit des Tretenden soll ja meinem Neffen angelastet werden. Macht es Sinn, gegen diesen wegen falscher Anschuldigungen vorzugehen und wenn,in welcher Form sollte dies geschehen ?

Im Groben ist das der Fall.
Mit freundlichen Grüßen

16.02.2012 | 12:18

Antwort

von


(24)
Martinskloster 9
99084 Erfurt
Tel: 0361 663 82 85
Web: http://www.rechtsanwalt-lukas.de
E-Mail:

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts beantworten möchte:

Ich verstehe den Sachverhalt so, dass Ihr Neffe von den 2 männlichen Personen zunächst angegriffen wurde und sich zunächst gegen einen zur Wehr setzte. Diesen Angreifer konnte er abwehren, so dass dieser am Boden lag. Auf diesen trat dann dessen Begleiter ein.

Zunächst sind hierbei die strafrechtliche und die zivilrechtliche Seite zu unterscheiden.

Im Zuge eines strafrechtlichen Ermittlungsverfahren erfolgt die Ermittlung und Bestrafung des Täters.

Nach Ihrer Darstellung wurde Ihr Neffe von den beiden Personen grundlos angegriffen.
Insofern macht es durchaus Sinn für Ihren Neffen, die beiden Angreifer anzuzeigen und Strafantrag zu stellen.
Zwar ermittelt die Staatsanwaltschaft/Polizei grundsätzlich in alle Richtungen, allerdings werden bestimmte Taten, wie beispielsweise die einfache Körperverletzung grundsätzlich nur auf Antrag (Strafantrag) verfolgt.

Die genannten Mädchen werden als Zeugen sicher den Geschehensablauf objektiv schildern können.

Die Staatsanwaltschaft prüft nach dem Abschluss der Ermittlungen, ob Anklage erhoben wird und gegen wen. Dieser Täter muss sich dann vor Gericht verantworten.
Die Entscheidung über eine Bestrafung trifft das Gericht.

Wenn sich die beiden Männer vor Gericht verantworten müssen besteht für Ihren Neffen die Möglichkeit, einen sog. Adhäsionsantrag zu stellen. Mit diesem Antrag können auch zivilrechtliche Ansprüche (z.B. Schmerzensgeld) gleichzeitig mit dem Strafurteil zugesprochen werden.

Alternativ müssten diese Ansprüche durch Ihren Neffen selbst (bzw. mit Hilfe eines Anwalts) in einem eigenen Verfahren vor einen Zivilgericht geltend gemacht werden.

Ich empfehle daher, dass Ihr Neffe eine Strafanzeige erstattet und Strafantrag stellt. Dies kann bei einer Polizeidienststelle (oder der Staatsanwaltschaft) geschehen.
Dies kann sowohl mündlich als auch schriftlich erfolgen.
Da bereits Ermittlungen erfolgt sind, sollte sich Ihr Neffe mit der Stelle in Verbindung setzen, die die bisherigen Vernehmungen geführt hat.

Ob ein Vorgehen gegen die beiden Männer wegen falscher Verdächtigung erfolgversprechend ist, kann vorliegend nicht abschließend beurteilt werden, da nicht bekannt ist, ob die Männer überhaupt Anzeige erstattet haben und wenn ja, was sie hierbei genau vorgetragen haben.
Jedenfalls führt dies wahrscheinlich nicht zu einem verwertbaren Vorteil für Ihren Neffen.

Ihr Neffe sollte aber auf jeden Fall auf den Brief des gegnerischen Anwalts reagieren und den tatsächlichen Geschensablauf erläutern.
Ein Schmerzensgeldanspruch dürfte wahrscheinlich nicht gegeben sein, wenn Ihr Neffe die Verletzungen des anderen nicht verursacht oder sonst vorwerfbar mitgewirkt hat.
Die Erwiderung sollte in jedem Fall schriftlich erfolgen, ideal mit Zustellungsnachweis, um nicht eine Klage zu provozieren.
Die Klage auf Schmerzensgeld (und andere Schadensersatzanprüche) ist nämlich grundsätzlich auch vor einem Strafverfahren möglich und von diesem nicht abhängig.


Zusammenfassend rate ich Ihnen für Ihren Neffen deshalb:

1. Schildern Sie dem gegnerischen Anwalt den tatsächlichen Geschehensablauf und tätigen Sie keine Zahlung.

2. Erstatten Sie Anzeige und stellen Sie Strafantrag gegen die Angreifer.

3. Die Einschätzung der Staatsanwaltschaft ist für Schadensersatzansprüche nicht bindend.

4. Eine Anzeige wegen falscher Verdächtigung ist möglich, bringt aber voraussichtlich keine Vorteile.

Bitte beachten Sie, dass die rechtliche Einschätzung allein auf Ihren Angaben beruht.

Im Zweifel sollte Ihr Neffe frühzeitig persönlich einen Anwalt konsultieren, welcher die Ermittlungsakte einsehen und die Angelegenheit objektiv beurteilen kann!

Ich hoffe Ihnen mit dieser überschlägigen Einschätzung geholfen zu haben, gern können Sie die kostenfreie Nachfragefunktion nutzen.


Freundliche Grüße


Rechtsanwalt Christian Lukas

Bewertung des Fragestellers 18.02.2012 | 19:55

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"

sehr kompetent und ausführlich, sehr zu empfehlen.

"
Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Christian Lukas »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 18.02.2012
5/5,0

sehr kompetent und ausführlich, sehr zu empfehlen.


ANTWORT VON

(24)

Martinskloster 9
99084 Erfurt
Tel: 0361 663 82 85
Web: http://www.rechtsanwalt-lukas.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Sozialrecht, Strafrecht, Straßenverkehrsrecht, Arbeitsrecht, Mietrecht