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Körperverletzung, Beleidigung ua

| 04.05.2014 23:57 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Zusammenfassung: Das Wegschubsen des Angreifers war durch Notwehr (§ 32 StGB) gerechtfertigt. Auch im Übrigen liegt kein strafbares Verhalten Ihrerseits vor. Ggf. will man durch diese Anzeige aus Sorge um die eigenen Taten (Sachbeschädigung, Nötigung, Körperverletzung) Ihnen zuvorkommen. Unbedingt Strafverteidiger!

Hallo,

Ich bin Dj und habe in einer Disko weiter entfernt aufgelegt, deswegen war ich dort in einem Hotel untergebracht. Während der Nacht ist ein Gast mehrfach aufgefallen, weil er ua. meine Freundin gegrapscht und mehrere Gäste beleidigt hat. Ich habe ihm dann ermahnt, wenn er weiter macht, lasse ich ihn von den Türstehern raus werfen. Danach habe ich den Gast nicht mehr gesehen. Nach meinem Auftritt war ich noch 3 stunden in der Diskothek und habe auch recht viel getrunken.
Irgendwann bin aus der Diskothek und habe mich in ein vor der Tür wartendes Taxi gesetzt. Die Taxifahrerin wollte mich aber nicht mitnehmen, weil sie "nur einen guten freund abholen wollte". Wie sich herausstelle war der "gute freund" der bereits in der Nacht aufgefallene Gast der Diskothek. Er bat dann aber an als Entschuldigung für sein verhalten an das wir uns das Taxi teilen könnten, welches Angebot ich auch annahmen. Während der fahrt fing er dann an mich und meine Freundin zu beleidigen, bis es zu einem heftigen Wortgefecht kam, so das die Taxifahrerin anhielt und Mich und meine Freundin "aus dem Taxi warf". Ich bin dann zum Kofferraum gegangen und haben meinen Plattenkoffer raus geholt, danach ich den Kofferraum zugemacht habe, fuhr sie direkt rückwärts los, gegen meinen Koffer. Daraufhin habe ich mit der flachen hand gegen die Scheibe des Taxis geschlagen, um sie darauf aufmerksam zu machen, und "hey! mein plattenkoffer steht da noch!!!" gerufen. Der Gast kam sofort aus dem Taxi gestürmt und hat meinen Koffer genommen und quer über die Strasse geworfen. Es kam dann wieder zu einem Wortgefecht, bis er plötzlich auf mich zu gerannt kam und mich ins Gesicht schlagen wollte. Allerdings bevor er mich treffen konnte habe ich ihn abgewehrt (ich habe ihn mit der Hand an der Schulter weggeschubst.) Dadurch ist er über die hinter ihm liegende Bordsteinkannte gestolpert und auf seine Hand gefallen. Er sprang sofort wieder auf und stürmte wieder auf mich zu und hat mich diesmal auch im Gesicht getroffen, so das meine Lippe ganz leicht aufgeplatzt ist. Um der Eskalation dann aus dem weg zu gehen sind meine Freundin und ich dann ins Hotel gegangen, der Gast hat sich auch beruhigt und ist ins Taxi gestiegen und weggefahren.
Nach ca 20 Minuten, habe ich aus dem Fenster vom Hotel geschaut und dort war das Taxi wieder, nach ein paar Minuten erschien auch die Polizei und ein Krankenwagen, von dem sich dann der Gast behandeln lies.
Ich bin dann runter zur Polizei, und habe gefragt was los ist. Mir wurde dann erklärt das ich beschuldigt werde, vorsätzliche Körperverletzung, Beleidigung und Sachbeschädigung begangen zu habe. Da der Alkoholtest 1,8Promille bei mir ergab, durfte ich keine aussage machen.
Jetzt, 2 Wochen später habe ich einen Fragebogen als beschuldigter zugeschickt bekommen in dem mir vorgeworfen wird "Ein Taxi vorsätzlich beschädigt zu haben, Zudem erlitt die Taxifahrerin und ein weiter geschädigter eine Prellung der Hand" + Straftaten: Beleidigung und vorsätzliche Körperverletzung

Ich habe weder das Taxi beschädigt, noch etwas mit der Fahrerin gehabt. Ich habe mich nur gegen den angriff geweht.

Als Zeugen gab es nur den Gast und seinen besten freund der die ganze zeit unbeteiligt im Taxi sass, die Taxifahrerin, meine Freundin und mich.

Was kann mich dort jetzt erwarten, wie soll ich am besten weiter vorgehen.

Einsatz editiert am 05.05.2014 00:07:10

Sehr geehrter Fragensteller!

Nach dem von Ihnen vorgetragenen Sachverhalt haben Sie sich nicht strafbar gemacht.

Durch das Schlagen mit der Hand gegen die Heckscheibe des Taxis liegt keine Sachbeschädigung (§ 303 StGB) vor. Es fehlt ja bereits am objektiven Tatbestand, es ist ja dabei nichts kaputt gegangen. Im Übrigen wäre dieses ja auch gerechtfertigt gewesen, um entweder sich selbst zu schützen (Notwehr, § 32 StGB) oder Ihre Sachen (Notstand, § 902 BGB). Gegenteilig stellt es eine Ordnungswidrigkeit der Taxifahrerin dar, ohne ausreichende Sicherung, einfach Rückwärts zu fahren. Wenn Sie das sogar vorsätzlich getan hat, kann dieses einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr (§ 315b Abs. 1 Nr. 3 StGB) darstellen. Weil die Fahrerin ja wohl mitbekommen hat, wie Sie die Sachen zunächst eingeladen haben, zweitens durch Ihre Zeugin wohl der Beweis gelingen wird, dass Sie diese beim aussteigen nochmals daran erinnert haben, dass Sie an den Kofferraum müssen, und drittens ggf. nach den örtlichen Gegebenheiten gar kein Grund für ein Zurücksetzen gibt, ist es zumindest nicht mehr so einfach für die Taxifahrerin einfach zu behaupten, dass diese Sie nicht gesehen und vergessen habe. Nebenher hätte die Fahrerin eine Sachbeschädigung und ggf. eine Nötigung verwirklicht. Eine versuchte (gefährliche) Körperverletzung (§§ 223, 224 Abs. 1 Nr. 5 StGB) wird man ablehnen müssen, weil in der Regel diese Folgen vom Täter nicht gewollt sind.

Der Wegschubsen des Angreifers ist zwar tatbestandlich eine Körperverletzung (§ 223 StGB) – auch das Umfallen und sich Handverstauchen ist Ihnen zurechenbarer Kausalverlauf – aber diese Tat ist durch Notwehr (§ 32 StGB) gerechtfertigt. Denn Sie sahen sich einem gegenwärtigen, rechtswidrigen Angriff ausgesetzt. Um sich selbst zu schützen, dürfen Sie entsprechend handeln. Hätten Sie ihn nicht weggeschubst, hätte Sie sich einen Schlag an den Kopf eingefangen. Hilfreich ist hier die Zeugenaussage Ihrer Freundin, wenn diese die Gewaltbereitschaft und den unmittelbaren Angriff bestätigen kann. Die zuvor vom Angreifer begangene Sachbeschädigung, als er Ihren Plattenspieler quer über die Straße geworfen hat, ist weiter hilfreich, um die Gewaltbereitschaft des Angreifers nachzuweisen. Haben Sie den Plattenspieler noch? Unbedingt aufheben!

Sie sollten unbedingt einen Strafverteidiger (Fachanwalt für Strafrecht) mit Ihrer Verteidigung beauftragen. Macht der Anwalt seine Arbeit gut und die Sache wird im Ermittlungsverfahren eingestellt, bekommen Sie die Kosten von niemanden wieder. Dennoch sollten Sie hierin investieren! Fälle, die nur durch Notwehr gerechtfertigt sind, gehen nur selten glatt durch. Gut ist schon mal, dass Ihre Freundin dabei ist. Wenn es wirklich Ärger gegeben hat, ist ebenfalls atypisch, dass die Taxifahrerin nicht über die Zentrale Hilfe angefordert hat. Dennoch ist zunächst eine Aussage gegen Aussage-Situation da. Über einen Rechtsanwalt kann dann auch zunächst Akteneinsicht gefordert werden, um zu prüfen, was die Zeugen jeweils alles so gesagt haben. Ein erfahrener Strafverteidiger kann sodann das Gespräch mit der Staatsanwaltschaft suchen, um die Möglichkeiten einer Einstellung zu besprechen. Handeln Sie schnell. Auf den Fragebogen nicht selbst antworten. Das soll der Anwalt machen bzw. dieser bestellt sich zunächst zur Akte.

Bewertung des Fragestellers 05.05.2014 | 02:48

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