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Köperverletztung §223 StGB


16.02.2005 22:43 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo!!

Ich wäre Ihnen sehr verbunden diese Nachricht so schnell wie möglich zu beantworten.(da ich am 18.02.05 um 8 Uhr zur Vorladung muss) DANKE.

Ich hab vor einigen Tagen ein Schreiben erhalten von der Polizei, zu einer Vernehmung als Beschuldigte wegen Körperverletztung, gem. § 223 StGB.
Also der Tathergang: Ich wollte das Mein Ex-Freund gegen 5 Uhr morgens zu mir kommt (sagte ihm > um zu reden), er kam und ich stieg in sein Auto --> dann bat ich ihm seine Bille abzunehmen u. band ihm seine Augen zu (er vertraute mir) u. dann fesselte ich seine Hände hinterm Sitz, nahm dann die Augenbinde ab (seine Augen waren noch geschlossen) u. hab ihm dann mit meiner Faust mehrmals ins Gesicht geschlagen --> er erlitt Prellungen im Gesicht u. aufgeplatzte Lippen. Ich ließ ihn noch gefesselt um ihn zu Rede zu stellen, dabei ist mir klar geworden was ich gerade in dem Moment für SCHEIßE gebaut habe. Eine weile später löste ich die Fesseln u. wir hatten uns danach noch lautstark unterhalten u. habe mich noch am Tatort entschuldigt.
Danach ist er zur Polizei u. hatte mich Angezeigt, wegen Körperverletztung und Freiheitsberaubung, nach sein Arztbesuch wollte er die Anzeige zurücknehmen, was aber nicht mehr mgl. war laut Polizeiaussage.
ch habe ihm am selben Tag noch zu mir gebeten u. habe mich nochmals persönlich und aufrichtig entschuldigt --> die Entschuldigung hatte er angenommen u. wir haben uns nochmal intensiv unterhalten.

Ich habe diese Tat begangen weil er mich 4 Jahre lang mehrmals angelogen hatte --> musste es von seinen "Freunden" erfahren, die mir das in der Tatnacht erzählt hatten. Worauf ich sehr enttäuscht u. verletzt war. Zum Tatzeitpunkt stand ich unter Alkohol.

Bemerkung: er ist 22 Jahre alt > Freiwillig Wehrdienstleistender,
ich bin 20 J. u.bin im 3.Ausbj. zur Krankenschwester
ich bin sehr stark Eifersüchtig -->war deswegen
in Psychologischer Behandlung u. bin leicht
Depressiv (lt.Arzt)
wir waren vom 21.08.2002 - 26.12.2004 verlobt
wir lieben uns trotz allem noch immer > wollen
evtl. irgendwann uns wieder näher kommen

Meine Fragen jetzt an Sie:

1. Was passiert wenn ich die Tat zugebe? (Strafe?)
2. Kann er bei seiner Vorladung die Anzeige zurück nehmen?
3. Was passiert wenn wir beide sagen das ich ihn nicht gefesselt habe u. (nur) 2 mal geschlagen habe?
4. Was passiert wenn ich sage das ich das nicht war u. er nimmt die Anzeige zurück --> bekommt er eine Strafe?
5. Was passiert, wenn er bei der Vorladung sagt, das er mich nur angezeigt hat, um mich zu schädigen, weil ich ihn verlassen habe? Das seine Verletztung durch eine Schlägerei mit einem Kerl zustande gekommen ist? (Welche Folgen für ihn?)
6. Für weitere Ratschläge wäre ich Ihnen sehr verbunden!!!

Ich bedanke mich schon einmal im Vorraus für Ihre Auskunft!!!!

Mit freundlichen Grüßen
Nicole!!!
16.02.2005 | 23:36

Antwort

von


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Sehr geehrte Ratsuchende,

zunächst vielen Dank für Ihre Anfrage.

Zunächst muss ich Sie darauf hinweisen, dass mit der Anzeige das Kind leider in den Brunnen gefallen ist.
Ihr Ex-Freund hat als Zeuge eine Anzeige erstattet. Die Rücknahme des Antrags hilft Ihnen auch nicht weiter, da Sie sich auch wegen einer Freiheitsberaubung und Nötigung verdächtig gemacht haben. Diese Delikte werden auch ohne Antrag erfolgt, die Körperverletzung kann auch ohne Antrag verfolgt werden, wenn die Staatsanwaltschaft das öffentliche Interesse bejaht.

Ferner unterliegen Zeugen auch der Wahrheitspflicht, sollte also rauskommen, dass Ihr Ex-Freund gelogen hat, dann macht er sich strafbar.

Insgesamt rate ich Ihnen, sich nicht in Wiedersprüche zu verstricken.

Wenn Sie geständig sind, würde sich dies strafmildernd auswirken. Zeigen Sie also gegenüber der Staatsanwaltschaft/Richter Reue. Wie Sie auch schildern, tut Ihnen das ganze sehr leid.

Da Sie noch 20 Jahre alt sind und aufgrund des geschilderten Sachverhalts ich davon ausgehen muss, dass Sie in Ihrer Reifeentwicklung noch einem Heranwachsenden entsprechen, werden Sie voraussichtlich noch nach Jugendstrafrecht sanktioniert.

Die Strafen fallen hier deutlich milder aus. Wenn Sie Glück haben, können Sie auch mit einer Einstellung des Verfahrens gegen eine Auflage rechnen.

Abschließend sollten Sie sich aber für Ihre Zukunft wirklich überlegen, ob Sie noch eine Beziehung mit Ihren Ex-Freund eingehen wollen. Zumal es doch zwischen Ihnen enorme Spannungen gegeben hat. Ferner rate ich Ihnen auch zu einem Anti-aggressionstraining, so etwas darf nicht mehr passieren. Denn sollten sich solche Vorfälle mehren, könnten Sie irgendwann auch mit einem Berufsverbot als Krankenschwester rechnen.

Lassen Sie aber nicht den Kopf hängen, die Strafe wird in diesem Fall noch nicht hart ausfallen.


Mit freundlichen Grüßen

Marcus Alexander Glatzel
Rechtsanwalt






Rechtsanwalt Marcus Alexander Glatzel, Dipl.-Jur.

Nachfrage vom Fragesteller 17.02.2005 | 16:03

Wenn ich den ganzen Tatvorgang zugebe, wird es dann auf jedenfall im Führungszeugnis stehen?? Da ich demnächst meine Prüfungszulassung beantragen muss --> da ich sonst nicht zugelassen werde!?

Morgen muss ich zum KHM, wenn ich erzähle das ich ihn nicht gefesselt habe und (nur) 2 mal zugeschlagen habe und mein Ex-Freund genau das selbe sagt (den Rest hat er nur erzählt weil er sehr gekränkt war und das es ihm leid tut das er nicht die ganze Wahrheit gesagt hat),bekommt er dann trotzdem eine Strafe?? (wir sind noch nicht vor Gericht)

Danke, für Ihre Auskunft!!!

Wünsche Ihnen noch ein schönen Tag.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.02.2005 | 16:55

Sehr geehrter Ratsuchende,

eine Straftat wird nur dann in das Führungszeugnis aufgenommen, wenn Sie z.B. zu einer Freiheitsstrafe von mehr als 3 Monaten oder einer Bewährungsstrafe von mehr als zwei Jahren verurteilt werden.

Da Sie, wovon ich ausgehe, bisher noch nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten sind, haben Sie mit einer Eintragung nach dem geschilderten Sachverhalt nicht zu rechnen. Denn ich gehe nicht davon aus, dass Sie bei Ihrer ersten Verfehlung gleich mit einer Freiheitsstrafe zu rechnen haben.

Wie ich Ihrer Schilderung entnehme, wollen sie beide der Polizei erklären, dass Sie ihren Ex-Freund gar nicht fesselt haben. Wenn Ihr Ex-Freund zu Ihrem Gunsten aussagen will, macht er sich bei der Polizei noch nicht wegen einer Falschaussage strafbar. Anders sieht es jedoch bei der Staatsanwaltschaft bzw. vor Gericht aus.

Ich kann Ihnen hierbei nicht die Entscheidung abnehmen, Sie können jedenfalls von Ihrem Schweigerecht Gebrauch machen. Wenn Ihr Freund dann seine Aussage auch teilweise revidiert, weil er "aus Rache" bei der Anzeigenerstattung Sie belastet hat, ist dies seine Entscheidung. Wenn es keine weiteren Zeugen für Ihre Tat gibt, wird es für die Behörden schwierig werden, Sie zu überführen.


Mit freundlichen Grüßen

Marcus Alexander Glatzel
Rechtsanwalt
der Polizei mitteilen, dass Sie ihn gar nicht gefesselt haben und er dies nur aus Rache erzählt hat

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