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Könnte mir der Führerschein wegen Nötigung im Straßenverkehr entzogen werden?

19.01.2008 06:37 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Guten Tag!

Ich bin gestern wegen Nötigung im Straßenverkehr angezeigt worden.

Folgender Sachverhalt:
Ich befuhr die Autobahn mit etwa 180hm/h. Nach einer Weile traf ich auf ein anderes KFZ was etwa 150km/h fuhr. Dieser war gerade beim Überholvorgang. Nachdem er an den 2 Autos vorbei war, nahm ich an, er würde auf die rechte Spur fahren, und gab bereits Gas um schnell an diesem vorbeifahren zu können. Jedoch blieb dieser behaarlich auf der linken Spur, obwohl die rechte Spur auf Sichtweite leer war. Ich fuhr kurzzeitig dicht auf, vergrößerte den Abstand allerdings kurz darauf auch wieder. Als Überholsignal ließ ich meinen linken Blinker etwa 3 mal aufblinken. Jedoch fuhr der Fahrer weiterhin links. Ich fuhr etwa eine Minute hinter diesem her, ohne das rechts ein Auto überholt werden musste.
Mittlerweile war auf der rechten Spur wieder ein Auto, was wir beide überholten. Danach begann ich erneut, kurzzeitig etwas dichter aufzufahren (ich schätze 10-20 Meter). Plötzlich legte dieser Fahrer ohne ersichtlichen Grund eine halbe Vollbremsung auf der linken Spur hin. Es war weder auf der linken Spur noch auf der rechten Spur vor uns oder hinter uns ein Fahrzeug. Ich musste heftig bremsen um nicht aufzufahren. Danach gab der Vordermann Gas und wiederholte dieses Spiel. Beim zweiten Bremsvorgang von ihm, wieder ohne Grund, wich ich auf die rechte Spur aus, und fuhr rechts an ihm vorbei. Ich fuhr dann einige Zeit auf der rechten Spur, da erst in der Ferne wieder ein Fahrzeug auf der rechten Spur auftauchte. Jedoch fuhr ich dann, nachdem ich etwa 60 bis 70 Meter vor dem anderen Fahrzeug war, vor ihm wieder auf die linke Spur.
Mir wird jetzt drängeln und rechts überholen vorgeworfen. Ebenso soll ich einen "vogel" gezeigt haben, was jedoch nicht der Wahrheit entspricht. Ich habe lediglich mit Kopfschütteln reagiert.

Das Problem: In dem anderen Fahrzeug saßen 2 Personen, ich war alleine.

Mit was für Konsequenzen muss ich rechnen?
Macht eine Gegenanzeige Sinn, bzgl. der Ausbremsmanöver und Verstoß gegen das Rechtsfahrgebot?

Ich habe ja diese Verstöße begangen, jedoch auf andere Weise, wie sie mir vorgeworfen werden. Eine Aussage bei der Polizei steht noch aus. Sollte ich mir einen Anwalt an die Seite stellen, oder werden diese Sachen eher auf "kleiner Flamme" gekocht?

Ich bin beruflich auf den Führerschein angewiesen. Könnte mir der Führerschein entzogen werden?

Inwiefern werden die Aussagen bewertet? Immerhin saßen im anderen fahrzeug 2 Personen, ich dagegen war alleine.
Theoretisch könnten diese 2 ja Lügen erzählen, und mir würde keine glauben? Stichwort "Vogel" gezeigt.

Sehr geehrter Fragesteller,

vorweg möchte ich Sie darauf hinweisen, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen zu erhalten.
Durch Hinzufügen oder Weglassen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Aufgrund Ihrer Angaben beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Im Raum stehen nach Ihrer Schilderung der Vorwurf einer Nötigung durch das dichte Auffahren, rechts überholen sowie eine Beleidigung.

Was eine mögliche Beleidigung durch das "Vogel zeigen" angeht, so stellt dies grundsätzlich eine Beleidigung dar. Dies müsste Ihnen aber natürlich nachgewiesen werden, solange dies nicht der Fall ist, gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung.
Dass in Ihrem Fall nun quasi auf der Gegenseite ein Zeuge vorhanden ist, sie jedoch keinen Entlastungszeugen präsentieren können, ist zwar für Sie insoweit ärgerlich, bedeutet aber noch lange nicht, dass damit die Beleidigung sozusagen schon bewiesen wäre. In einem möglichen Gerichtsverfahren hat das Gericht alle Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen im Rahmen der Beweiswürdigung. So natürlich auch die Sie ggf. entlastenden Umstände.
Bezüglich des Vorwurfs der Nötigung gilt ebenfalls, dass alle Umstände des Einzelfalls zu würdigen sind und nicht bereits der Umstand des dichten Auffahrens per se eine Nögigung darstellt. Zu berücksichtigen sind z.B. die gefahrenen Geschwindigkeiten, die Abstände der Fahrzeuge zueinander und auch die Dauer bzw. die Streckenlänge des bedrängenden Auffahrens. Grundsätzlich gilt: eine Nötigung kann nur dann vorliegen, wenn es sich bei der Tathandlung um einen Vorgang von einiger Dauer und größerer Intensität handelt. Im Einzelnen werden hier von der Rechtsprechung sehr unterschiedliche Ansichten vertreten. Auch hier werden in einem Gerichtsverfahren von dem Gericht die genauen Umstände zu prüfen und zu würdigen sein.
Ob Ihr Verhalten tatsächlich als Nögigung einzuschätzen ist, kann von hier aus im Rahmen der Beantwortung dieser Frage und ohne Kenntnis der Akte nicht abschließend beurteilt werden.
Zu beachten ist in diesem Zusammenhang noch, dass bei einem Auffahren mit hoher Differenzgeschwindigkeit unter Umständen sogar eine Straßenverkehrsgefährdung vorliegen könnte.
Was das rechts überholen angeht, so läge hier -wiederum vorausgesetzt, es kann Ihnen nachgewiesen werden- "lediglich" eine Verkehrsordnungswidrigkeit vor.

Bezüglich der von Ihnen befürchteten Konsequenzen ist zu sagen, dass der Entzug der Fahrerlaubnis ggf. drohen könnte im Falle einer rechtskräftigen Verurteilung wegen einer Nötigung. Bei einer Straßenverkehrsgefährdung wird das für eine Entziehung notwendige Ungeeignetsein zum Führen von Kraftfahrzeugen sogar als Regelfall angenommen.
Des weiteren würde in diesem Fall eine Geldstrafe im Raum stehen, neben entsprechenden Punkten im Verkehrszentralregister.
Bitte haben Sie Verständnis, dass auch hier keine konkreteren Aussagen ohne Kenntnis der Akte möglich sind.

Aus alledem ergibt sich, dass Ihnen dringend anzuraten ist, einen Anwalt zu konsultieren, der zunächst Einsicht in die Akte beantragen wird und mit Ihnen eine Verteidigungsstrategie besprechen wird.
Vorab gilt: es besteht für Sie keine Erscheinungspflicht bei der Polizei aufgrund einer polizeilichen Ladung.
Sie sollten dort dementsprechend in keinem Fall eine Aussage tätigen.
Eine Aussage sollte frühestens nach Akteneinsicht durch einen Anwalt erfolgen, wenn dieser Ihnen nach Prüfung der Sachlage hierzu anrät.

Bezüglich der erwogenen Gegenanzeige lässt sich sagen, dass Sie eine solche erstatten können. In Ihrem Verfahren ist das Verhalten des anderen Verkehrsteilnehmers aber in erster Linie von Bedeutung, um Sie ggf. zu entlasten. Auch hier sollte die weitere Vorgehensweise mit einem Anwalt vor Ort besprochen werden.

Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Monika C. Mack
- Rechtsanwältin -

Nachfrage vom Fragesteller 31.01.2008 | 12:43

Was kommen bei Beauftragung eines Anwaltes in etwa für Kosten auf mich zu? Ich habe keine Rechtsschutzversicherung.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.01.2008 | 16:59

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Die Höhe der Kosten für die Beauftragung eines Rechtsanwaltes in Ihrer Sache lassen sich vorab nur schwer beziffern.
Es würde hier unter anderem darauf ankommen, welchen Verlauf das weitere Verfahren nimmt. Zudem besteht für einen Wahlanwalt auch ein gewisses Ermessen bei der Bestimmung der Höhe der Gebühren.

Grob geschätzt sollten Sie aber grundsätzlich von Kosten in Höhe von mindestens mehreren Hundert Euro ausgehen.

Ich hoffe, Ihnen damit Ihre Nachfrage zufriedenstellend beantwortet zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Monika C. Mack
- Rechtsanwältin -

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