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Können die Gläubiger nach einer Insolvenz wieder vor Gericht ziehen oder sind die Forderungen verjäh

10.09.2008 09:36 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


ich hatte einen handelsbetrieb.im jahre 2002 habe ich noch verschiede waren bezogen aber nicht mehr bezahlen können.im november 2003 wurde insolvenz beantragt.im januar wurde das verfahren eröffnet.einige gläubiger stellten strafanzeige.im juni 2004 wurde ich dafür zu 5 jahren auf bewährung wegen betrug verurteilt.das insoverfahren läuft noch.normal wird es nächstes jahr eingestellt.
meine frage:
wenn die insolvenz beendet ist,können dann die gläubiger wieder vor gericht ziehen und pfänden etc. oder sind die forderungen verjährt?
falls sie nicht verjährt sind,was könnte ich tun?
danke für ihre antwort

Sehr geehrter Fragesteller,

ich nehme an es handelt sich bei Ihnen um eine Regelinsolvenz, falls nicht, teilen Sie es mir durch die Nachfrage mit.

Grundstäzlich können Ihre Gläubiger nach Aufhebung des Insolvenzverfahrens Ihre restlichen Forderungen gegen Sie geltend machen, § 201 Abs. 1 InsO.

Klagen brauchen sie hierfür dann nicht, wenn es sich um im Inso-Verfahren unbesrittene Forderungen handelt. Die Gläubiger erhalten dann einfach eine vollstreckbare Ausfertigung aus der Tabelle über den Restbetrag, §§ 4, 201 Abs. 2 InsO, § 724 Abs. 2 ZPO. Haben Sie die Forderung im Prüfungstermin bestritten, muss der Gläubiger allerdings klagen.

Zur Verjährung:

Die Verjährung der Ansprüche der Gläubiger wird durch Anmeldung zur Insolvenztabelle gehemmt, § 204 Abs. 1 Nr. 10 BGB. Während der Hemmung läuft die Verjährungsfrist nicht weiter, § 209 BGB. Die Hemmung endet sechs Monate nach rechtskräftiger Entscheidung oder anderweitiger Beendigung des Verfahrens, damit sechs Monate nach Aufhebung Ihres Inso-Verfahrens. Sie, Ihre Gläubiger und der Verwalter werden vorab über den Zeitpunkt der Aufhebung des Verfahrens durch das Insolvenzgericht informiert werden, § 258 Abs. 3 InsO. Rechnen Sie dem genannten Zeitpunkt sechs Monate hinzu, dann wissen Sie, wann die Hemmung der Verjährung endet. Ab Ende der Hemmung läuft die restliche Frist.

Daher sind aller Forderungen, die zum Zeitpunkt der Anmeldung schon nicht verjährt waren, nach Aufhebung wegen Hemmung nicht verjährt. Mit entsprechenden Vollstreckungsmaßnahmen müssen Sie rechnen.

Um Vollstreckungsmaßnahmen abzuwenden können Sie grundsätzich die offenen Forderungen bezahlen oder aber sich außergerichtlich mit Ihrem Gläubigern zu einigen versuchen.

Ich hoffe, Ihre Frage beantwortet zu haben, verweise bei Unklarheiten auf die Nachfragefunktion und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Andreas Scholz, RA

Nachfrage vom Fragesteller 10.09.2008 | 11:13

Bei der verurteilung wurde ich zur widergutmachung verurteilt(nach besten kräften)
die zahlung an die masse zur widergutmachung und das verbraucherinsoverfahren ist ja dann ein witz,wenn nach beendigung des verfahrens die gläubiger wieder pfänden und klagen können??

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.09.2008 | 11:40

Geehrter Fragesteller,

wie oben in meiner Antwort ersichtlich ging ich mangels genauerer Angaben in Ihrer Frage davon aus, dass es sich bei Ihnen um ein Regelinsolvenzverfahren handelt. Wie Sie mir mitteilen, liegt bei Ihnen eine Verbraucherinsolvenz vor.

Hier gilt: Nach Ablauf der Wohlverhaltensperiode werden Sie von Ihren Restschulden befreit, daher haben Sie dann keine weiteren Vollstreckungsmaßnahmen mehr durch Insolvenzgläubiger zu befürchten, §§ 286, 287 Abs. 2, 301 Abs. 1 InsO. Ausnahme: § 302 Nr. 1 InsO, Verbindlichkeiten aus unerlaubten Handlungen (wozu Betrug nach §§ 263 StGB, 823 Abs. 2 BGB zählt) werden von der Restschuldbefreiung nicht erfasst. Haben Sie daher nach Ablauf der Wohlverhaltensperiode noch offene Verbindlichkeiten bei Gläubigern, die Ihre Forderung zur Tabelle unter Angabe der betrügerischen Handlung angemeldet haben, § 174 Abs. 2 InsO, und sind Sie diesbezüglich auch rechtskräftig verurteilt worden, können (nur) diese Gläubiger nach in der Ausgangsantwort beschriebenem Verfahren vorgehen.

Ich hoffe, Ihre Frage nunmehr zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Andreas Scholz, RA

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