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Knotovollmacht über den Tod hinaus - Nachlassgericht - Erbschein ja oder nein?

15.05.2019 19:15 |
Preis: 45,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Lars Winkler


Guten Tag,

folgender Sachverhalt:

Ich hatte für meine kürzlich verstorbene Tante die gesetzliche Betreuung. Desweiteren hat Sie mir eine Kontovollmacht über den Tod hinaus erteilt, damit ich nach dem Tod über Ihr Vermögen verfügen kann.

Leider ist unsere Familie (wie so häufig) zerstritten und der Kontakt zu Ihrem Bruder und Ihrer Schwester ist seit Jahrzenten nicht mehr vorhanden bzw. beiderseitig unerwünscht gewesen. Mein Vater zu dem Sie den besten Kontakt hatte ist leider schon vor 20 Jahren verstorben.

Das Betreuungsgericht forderte mich nach Ihrem Tod auf, die Namen und Anschriften der gesetzlichen Erben zu nennen.

Generell habe ich damit kein Problem, obwohl Ihr letzter Wille ein anderer gewesen ist.

Nun meine Fragen:

1) Muss ich einen Erbschein beantragen ? Über das Geld würde ich ja auch auf Grund der Kontovollmacht verfügen können.

2) Was ist wenn keiner einen Erbschein beantragt ? Die Bank hat bereits meine Daten mit Kontostand bezüglich der Erbschaftssteuer an das Finanzamt weitergeleitet. Fällt das Erbe dann trotzdem an den Staat ?

3) Wenn ich einen Erbschein beantrage, wie erfahre ich dann ob mein Onkel bzw. meine Tante das Erbe angelehnt haben (oder ggfs. einen Erbschein beantragt haben) Mein Erbanteil würde sich ja dann erhöhen.

4) Wie muss ich dem Nachlassgericht das Erbe nachweisen. Aktueller Kontostand ?

Vielen Dank im voraus für die Beantwortung meiner Fragen.

Mit freundlichem Gruß,

Sehr geehrter Fragesteller,

Lassen Sie mich Ihre Anfrage wie folgt beantworten:


Frage 1:
Niemand zwingt Sie einen Erbschein zu beantragen. In aller Regel braucht man Erbschein beim Grundbuchamt und (nämlich wenn es keine Vollmachten gibt) bei Banken. Wenn eine ausreichende Vollmacht vorhanden ist dann benötigen Sie den Erbschein zunächst einmal nicht.

Frage 2:
Wieso bitteschön soll das Erbe an den Start fallen? Die Stellung als Erbe ist vollkommen unabhängig von der Beantragung eines Erbscheins. Wenn also niemand einen Erbschein beantragen dann ändert das an der Verteilung des Nachlasses überhaupt nichts. Erben sind mit oder ohne Erbschein jeweils dieselben Personen, hier wohl zwei Geschwister der Tante und Sie als Nachkomme des verstorbenen Vaters.

Frage 3:
Das erfahren Sie zunächst einmal gar nicht. Diese Information ist für Sie aber auch nicht nötig. Wenn Sie einen Erbschein beantragen, dann mit den üblichen Quoten für die Beteiligten ohne Rücksicht auf eine Ausschlagung. Die Ausschlagung muss genauso wie der Antrag auf einen Erbschein gegenüber dem Nachlassgericht erfolgen. Dieses weiß also über eine eventuelle Ausschlagung ganz von selber Bescheid.

Frage 4:
Die Höhe des Nachlasses müssen Sie beim Antrag auf einen Erbschein zwar angeben, aber nicht nachweisen. Bei den Angaben reichen ungefähre Werte.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 15.05.2019 | 22:08

Sehr geehrter Herr Winkler,

vielen Dank für die verständliche Ausführung des Sachverhaltes.

Im Schreiben des Betreuungsgerichtes bin ich aufgefordert worden die Namen und Anschriften von evtl. Erben mitzuteilen.

Ich bin mir nicht ganz schlüssig ob das Betreuungsgericht auf die verlangte Information Anspruch hat oder nicht. Bin ich dazu verpflichtet ?

Und wenn die übliche Quote ohne Rücksicht auf eine Auschlagung des Erbes für mich gleich bleibt, was passiert mit dem restlichen Geld, wenn meine Tante und Onkel das Erbe ausschlagen ?

VIelen Dank im voraus für die Beantwortung.

Lg,

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.05.2019 | 10:32

Sehr geehrter Fragesteller,

Zu Ihrer Nachfrage folgendes:

Einen regelrechten Anspruch des Betreuung Gerichts auf Angabe der übrigen Erben sehe ich auch nicht. Allerdings fällt mir spontan auch kein Nachteil ein wenn diese Angaben gemacht werden. Fragen Sie vielleicht einfach beim Betreuungsgericht nach worauf sich der Anspruch gründet und wieso nachgefragt wird.

Außerdem habe ich nie behauptet, dass Ihre Erbquote sich auch bei einer Ausschlagung nicht ändert. Das kann so sein, wenn an die Stelle der ausschlagenden Erben deren Nachkommen treten, muss aber nicht.

Worauf ich hinaus wollte ist Folgendes: Im Nachlassgericht sitzen Profis. Die haben im Rahmen des Erbscheinsverfahrens von Amts wegen zu prüfen, ob die Angaben des Antragstellers stimmen und ob u.U. wirksam ausgeschlagen wurde. Lassen Sie das Nachlassgericht einfach seinen Job machen und beantragen Sie den Erbschein erst mal auf der Basis dass niemand ausgeschlagen hat. Wenn doch ausgeschlagen wurde dann wird das Gericht von ganz allein reagieren. Bringen Sie den Ball also erst mal ins Spiel und gehen Sie vom Normalfall aus, dass niemand ausschlägt.


Mit freundlichen Grüßen,

Lars Winkler
Rechtsanwalt

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