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Kleinunternehmer soll Umsatzsteuer nachzahlen

| 21.07.2012 16:08 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Ich bin Kleinunternehmer mit einer beantragten Umsatzsteuer-Id-Nummer und hatte im Jahre 2011 Einnahmen in Höhe von 16700 Euro. Die UStId Nr. hatte ich beantragt, da ich bei Ebay verkaufe und dort steuerfreie Rechnungen über die Ebay Gebühren erhalte.
Um die Ebay Gebühren bei der Steuererklärung anzugeben, habe ich, zusätzlich zu der EÜR noch eine Umsatzsteuererklärung mit der Anlage UL ausgefüllt.
Jetzt schrieb das Finanzamt, dass ich kein Kleinunternehmer bin und ich soll Umsatzsteuer nachzahlen.
Ich kann nur vermuten, dass ich die Ebay Gebühren in der falschen Spalte eingetragen habe. Eingetragen wurde es unter "Steuerpflichtige sonstige Leistungen im übrigen Gemeinschaftsgebiet ansässigen Unternehmern in Höhe von 1364 Euro (für die bezahlten Ebay Gebühren) und darunter die Steuer in Höhe von 259 Euro, die noch zu entrichten wäre. Außerdem erscheint noch der Betrag in Höhe von 259 Euro bei Punkt D: Abziehbare Vorsteuerbeträge: Vorsteuerbeträge aus Leistungen im Sinne des §13b USTG.
Meine Frage lautet: Muss ich, obwohl ich Kleinunternehmer bin, die Umsatzsteuer nachzahlen? Wenn ja, warum?
Vielen Dank!

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

vielen Dank für die Anfrage über das Online Portal frag-einen-anwalt.

Vorweg möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass dieses Forum dafür angedacht ist, einen ersten Eindruck zu der Rechtslage zu vermitteln.

Durch Weglassen oder Hinzufügen von wesentlichen Tatsachen kann die Beurteilung Ihres Anliegens völlig anders ausfallen.

Auf Grundlage Ihrer Angaben beantworte ich die Frage(n) weiter wie folgt:

Die Forderungen des Finanzamtes hängt weniger damit zusammen, dass Sie das Umsatzsteuerformular falsch ausgefüllt haben, sondern vielmehr damit, dass Sie als Kleinunternehmer überhaupt eine Umsatzsteuernummer beantragt haben und insbesondere damit, DASS SIE EINE UMSATZSTEUERERKLÄRUNG abgegeben haben!

Dies begründe ich weiter wie folgt:

Da das Ausweisen der Umsatzsteuer für Kleinunternehmer auch Vorteile mit sich bringt, können Kleinunternehmer gemäß gem. § 19 Abs. 2 UStG auf die Anwendung der Kleinunternehmerregelung verzichten.

Der Kleinunternehmer wird mit dem Verzicht zum Vorsteuerabzug berechtigt.

Der Verzicht ist gegenüber dem Finanzamt zu erklären (§ 19 Abs. 2 Satz 1 UStG ).

Der Verzicht kann formlos erklärt werden.


In Abschnitt 247 Abs. 1 Nr. 2 UStR heißt es insoweit:

" Für die Erklärung ist keine bestimmte Form vorgeschrieben. Berechnet der Unternehmer in den Voranmeldungen oder in der Steuererklärung für das Kalenderjahr die Steuer nach den allgemeinen Vorschriften des Umsatzsteuergesetzes, ist darin grundsätzlich eine ERKLÄRUNG im Sinne des § 19 Absatz 2 Satz 1 UStG zu erblicken. [...] In Zweifelsfällen ist der Unternehmer zu fragen, welcher Besteuerungsform er seine Umsätze unterwerfen will."

Das Finanzamt scheint vorliegend bei Ihnen nicht nachgefragt zu haben, welche Besteuerungsform Sie Ihre Umsätze unterwerfen wollen. Vielleicht können Sie mit dem Amt noch Missverständnisse einvernehmlich klären.

Es kommt jedoch insbesondere auch die folgende Vorgehensweise in Betracht:

Ein Verzicht auf die Kleinunternehmerregelung kann gemäß Abschnitt 247 Abs. 2 der UStR mit Wirkung für die Vergangenheit zurückgenommen werden.

Dort heißt es:

" Vor Eintritt der Unanfechtbarkeit der Steuerfestsetzung kann der Unternehmer die Erklärung mit Wirkung für die Vergangenheit zurücknehmen. Nimmt der Unternehmer die Erklärung zurück, kann er die Rechnungen, in denen er die Umsatzsteuer gesondert ausgewiesen hat, in entsprechender Anwendung des § 14c Abs. 1 Satz 2 UStG berichtigen."


Wenn Sie in Ihren Rechnungen keine Umsatzsteuer ausgewiesen haben, so müssten Sie Ihre Rechnungen bei rückwirkendem Widerruf des Verzichts auf die Kleinunternehmerregelung nicht berichtigen.

Wenn Sie den "Verzicht" nicht widerrufen, so sind Sie gemäß § 19 Abs. 2 Satz 2 UStG grundsätzlich 5 Jahre gebunden, Umsatzsteuer auszuweisen.

Bedenken Sie bitte, dass ich Ihnen hier im Rahmen einer Erstberatung ohne Kenntnis aller Umstände keinen abschließenden Rat geben kann.

Ich hoffe, Ihnen eine erste hilfreiche Orientierung ermöglicht zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Kohberger
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 21.07.2012 | 16:55

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