Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Kleingewerbe pro forma anmelden


| 04.07.2005 22:45 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,

für die Ausübung meines Hobbys benötige ich häufig spezielle Elektronikbauteile, die nur bei Versandfirmen erhältlich sind, die nur an sog. "gewerbliche Abnehmer" versenden.
Da mir ein Handel sehr wichtig ist, plane ich, mich pro forma selbstandig zu machen.
Ist so eine scheibare Selbständigkeit überhaupt rechtens?
Soll ich ein formales Unternehmen gründen oder mich als Freiberufler eintragen lassen?
Welche Rechtsform wähle ich am besten?
Bei welchen Ämtern muss ich mich eintragen lassen?
In welcher Branche sollte mein Unternehmen angesiedelt werden, damit ich möglichst keine
gesonderten Nachweise zur Gründung (Meisterbrief, Gesundheitszeugnisse) erbringen muss?
Muss ich besondere Büro- oder Geschäftsräume nachweisen?
Muss ich zwangsweise Mitglied in irgendwelchen Kammern werden und unter Umständen Beiträge
an diese abführen?

Neben einem Unternehmensnamen, der bei einer Bestellung angegeben werden muss, benötige ich
eine "Umsatzsteueridentifikationsnummer". Kann ich diese auch erhalten, wenn ich keine Umsätze mache und somit keine Umsatzsteuer zahlen muss?
Obliegen mir Buchführungspflichten?

Welche der oben genannten Aspeke ändert sich, falls ich einen Gewerbeschein benötige?
(Insbesondere hinsichtlich Rechtsform, Eintragung bei Ämtern)

Mit welchen enmaligen/regelmäßigen Gebühren muss ich rechnen (Bundesland: NRW)
Ich bin noch Schüler und bei meinen Eltern mit krankenversichert; riskiere ich mit einer
Gründung diesen Versicherungsschutz?
04.07.2005 | 23:19

Antwort

von


141 Bewertungen
Nürnberger Strasse 24
63450 Hanau
Tel: 06181-6683 799
Web: www.glatzel-partner.com
E-Mail:
Sehr geehrter Rechtssuchender,

natürlich kann ich Ihnen hier keine illegalen Tips erteilen.

Soweit Sie aber ein Unternehmen gründen und nicht von einem Auftraggeber wirtschaftlich abhängig sind, sind Sie auch nicht scheinselbstständig.

Grds müssen Sie Ihr Gewerbe bei Gewerbeaufsichtsamt beantragen. Wenn Sie zB angeben, dass Sie mit Elektronikbauteilen handeln möchten.

Beim Handel mit Elektronikbauteilen dürften Sie meiner Ansicht nach keine weiteren Befähigungsnachweise.
Sie müssen Ihr Unternehmen darüberhinaus bei der örtlichen IHK anmelden und in das Handelsregister eintragen lassen. Dieses wird bei den Amtsgerichten geführt.

Grds sind Sie als dann als Gewerbetreibender sogar bilanzierungspflichtig. Wenn Sie allerdings eine bestimmte Umsatzgrenze nicht erreichen, brauchen Sie auch keine Bilanzen zu erstellen, sondern müssen nur eine sog Einnahmen Überschuß Rechnung erstellen.

Bei der Einnahmen Überschuß Rechnung sammeln Sie alle Belege (Quittungen von Elektronikbauteilen) und alle ihre Rechnungen die Sie an Ihre Kunden ausgestellt haben in einem Ordner. Sie müssen diese Einnahmen und Ausgaben dann am Ende des Jahres in einer sog Einnahmen Überschußrechung gegenüberstellen und als Steuererklärung beim Finanzamt einreichen. Sie sind ab Eintargung Ihres Gewerebs übrigens dann auch verpflichtet eine Steuererklärung abzugeben.

Da ich davon ausgehe, dass Sie wahrscheinlich keine oder nur wenig Einnahmen erzielen, können Sie auch gegen die sog Umsatzsteuerpflicht optieren. D.h. Sie brauchen in Ihren Rechnungen nicht die 16 % Umsatzsteuer ausweisen. Sie erleichertn sich damit aber auch stark das Leben, da Sie dann nicht monatlich eine sog Umsatzsteuervoranmeldung abgeben müssen und keine Umsatzsteuerjahreserklärung am Ende des Jahres abgeben müssen.
Allerdings können Sie dann aber auch nicht vom Finanzamt die 16 % Umsatzsteuer zurückbekommen, die Sie für den Erwerb der Bauteile erworben haben.

Solange Sie sich nicht mit anderen Freunden zusammentun, können Sie nur ein Einzelunternehmen gründen.

Bedenken Sie auch, dass Sie auch IHK-Beiträge abführen müssen.Welche einmaligen Gebühren Sie für die Gewerebeanmeldung, Eintragung ins Handelsregister und IHK bezahlen müssen, müssten Sie bei den jeweiligen Behörden nachfragen. Normalerweise müsste Ihnen die IHK diesbezüglich Auskunft geben können.

Sie müssen natürlich eine Geschäftsadresse haben, diese kann aber auch in Ihrem Elternhaus angesiedelt sein.

Wie es dann mit Ihrer Krankenversicherung über die Eltern aussieht kann ich Ihnen nicht ohne weiters sagen, da müssten Sie bei der Krankenkasse mal nachfragen.

Vielleicht überlegen Sie sich das ganze aber noch mal, denn es ist schon ein ziemlicher Aufwand den Sie treiben müssen, nur um Elektronikbauteile verbilligt zu erwerben.

Mit freundlichen Grüssen

Marcus Glatzel
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Marcus Alexander Glatzel, Dipl.-Jur.

Nachfrage vom Fragesteller 05.07.2005 | 18:58

Vielen Dank zunächst für die Auskunft; ich möchte meine Anfrage dennoch präzisieren:
Mir ist lediglich wichtig, möglichst unbürokratisch den Status Selbständiger/Freiberufler zu erlangen, da die erwähnten Versandunternehmen nur Aufträge aus diesem Kundenkreis abwickeln. Ein Interesse, Steuern zu sparen, habe ich nicht. Wichtig ist für mich vor allem die sog. "Umsatzsteueridentifikationsnummer", da die Versandunternehmen die Nennung dieser Nummer als Nachweis einer selbständigen/freiberuflichen Tätigkeit akzeptieren.
Ist es nicht das Einfachste, wenn ich mich z.B. als freiberuflicher Journalist eintragen lasse, selbst wenn es zu einer gewerblichen Tätigkeit nicht kommt? Bleiben weiterhin die Pflichten einer Buchführung?


Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.07.2005 | 11:28

Sehr geehrter Rechtssuchender,

haben Sie gewerbliche Einkünfte, so sind Sie erst dann bilanzierungspflichtig, wenn Ihr Gewinn 30.000,-EUR oder Umsatz (Summe der Einnahmen und Ausgaben ) 350.000 € übersteigt.

Diese Grenzen werden Sie wahrscheinlich nicht erreichen.

Egal ob Sie aber dann freiburflich(als Journalist)oder gewerblich tätig sind, Sie müssen dan IMMER eine sog Einnahmen Überschussrechnung am Ende des Jahres in der Steuererklärung für das Finanzamt erstellen. Zusätzlich müssen Sie dann in der Steuererklärung noch das Formular EÜR (ab 2005 ) ausfüllen.

Wenn Sie nun ünbedimgt die Umsatzsteueridentifikationsnummer haben wollen, dann müssen Sie also zunächst Ihr Gewerbe anmelden oder Ihre Tätigkeit als freischaffender Journalist beim Finanzamt anmelden. Sie können dann bein Finanzamt in Saarlouis (dies ist zentral zur Vergabe der Umsatzsteueridentifikationsnummern zuständig ) beantragen.

Sie sind dann aber auch gegenüber dem Finanzamt verpflichtet jeden Monat (im ersten Jahr ) eine sog Umsatzsteuervoranmeldung abzugeben. Das machen Sie anhand der sog Elster Software. Die CD-ROM hierfür erhalten Sie kostenlos bei Ihrem Finanzamt.

Am Ende des Jahres müssen Sie dann noch die Umsatzsteuerjahreserklärung EÜR und Einkommenssteueerklärung abgeben.

D.h. auch wenn Sie sich als Journalist zulassen wollen, müssen Sie immer EÜR, Umsatzsteuervoranmeldung (monatlich) Umsatzsteuerjahreserklärung und die Einkommenssteuererklärung abgeben.

Mit freundlichen Grüssen

Marcus Glatzel
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Vielen Dank für die umfassende Beantwortung! "
Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Marcus Alexander Glatzel, Dipl.-Jur. »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER
5/5.0

Vielen Dank für die umfassende Beantwortung!


ANTWORT VON

141 Bewertungen

Nürnberger Strasse 24
63450 Hanau
Tel: 06181-6683 799
Web: www.glatzel-partner.com
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Arbeitsrecht, Familienrecht, Handelsvertreterrecht, Verkehrsrecht, Wirtschaftsrecht