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Kleingewerbe

29.04.2008 21:40 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich weiß gerade nicht wo ich anfangen soll, da zur Zeit alles über meinem Kopf zusammenbröselt.

Also der Reihe nach. Ich bin seit ca. 5 Jahren Selbständig und habe ein Kleingewerbe angemeldet. Zur Zeit habe ich einen festen Auftraggeber ( die Konsequenzen wg Scheinselbständigkeit sind mir klar, war aber leider nicht zu ändern. Mein Auftraggeber duldet nur sich als Auftraggeber - mir blieb also die Wahl: Arbeit oder Harz IV - friss oder stirb)
Ich habe bei diesem Auftraggeber angegeben, dass ich nicht Umsatzsteuerabzugsberechtigt bin. Die Zahlungen erfolgen monatlich (ich muß ein gewisses Pensum erreichen, weiß aber offiziell nicht wieviel es ist und sehe es dann erst immer in der Abrechnung). Jetzt habe ich die Abrechnungen der letzten Jahre erhalten (da ich nachgefragt habe) und sehe, es wurde überall die Mehrwertsteuer ausgewiesen. Die ich scheinbar auch mit überwiesen bekommen habe. Normalerweise hätte ich die doch wieder abführen müssen? Es ist natürlich ein ganz schönes Sümmchen zusammen gekommen. Aber wie verhalte ich mir hier nun? Ich muß dazu sagen, ich habe noch keine Steuererklärung abgegeben. Ich wurde nie dazu aufgefordert. Aber ich werde es jetzt nach einem Gespräch mit einem Bekannten, der mir dringend dazu geraten hat, machen. Aber ich weiß nicht was auf mich zu kommt.

Hinzu kommt: Ich hatte vor 3 Jahren eine Geschäftsidee die ich an meine Eltern weitergegeben habe, von meinem Vater erhalte ich zusätzlich monatlich eine Provision.

Das lässt natürlich meinen Verdienst steigen.

Ich weiß, dass jetzt einiges auf mich zu kommen wird. Aber wie soll ich mich verhalten? Mit der nicht abgeführten Umsatzsteuer und der Einkommensteuer?
Es ist ein riesengroßer Fehler von mir gewesen und sicher auch reichlich blauäugigkeit, aber ich bin mit meinen Nerven nun am Ende.

Vielen Dank für Ihre Hilfe.

Mit freundlichen Grüßen


N.E.

-- Einsatz geändert am 29.04.2008 21:51:40
Eingrenzung vom Fragesteller
29.04.2008 | 23:22

Sehr geehrte Fragestellerin,

ich danke für Ihre Anfrage, die ich nachfolgend gerne beantworte.

Zunächst möchte ich Sie dahingehend beruhigen, dass es für Ihre Umsatzsteuerpflicht nicht darauf ankommt, ob Ihr Auftraggeber für das an Sie ausbezahlte Honorar (unberechtigterweise) einen Vorsteuerabzug durchgeführt hat.

Entscheidend dafür, ob Sie auf das erhaltene Entgelt Umsatzsteuer abführen müssen, ist alleine, ob Sie selbst umsatzsteuerpflichtig sind. Dies hängt davon ab, ob Sie im Sinne des Umsatzsteuerrechts als Kleinunternehmer gelten, § 19 Abs. 1 UStG. Sofern Ihre steuerpflichtigen Umsätze die Summe von EUR 17.500 im jeweils vergangenen Kalenderjahr und EUR 50.000 im laufenden Kalenderjahr nicht überschreiten, wird keine Umsatzsteuer erhoben. Mit anderen Worten: sollten Ihre Umsätze in einem der vergangenen Jahre EUR 17.500 überstiegen haben, wären Sie zumindest im darauf folgenden Jahr umsatzsteuerpflichtig. Dies gilt auch dann, wenn Sie in Ihren Rechnungen keine Umsatzsteuer ausweisen. Ob die von Ihrem Vater bezahlten Provisionen ebenfalls umsatzsteuerpflichtig sind, kann ich aufgrund Ihrer Schilderung nicht abschließend beurteilen.

Des Weiteren möchte ich darauf hinweisen, dass Sie zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung auch ohne Aufforderung des Finanzamtes für jedes Kalederjahr verpflichtet sind. Kommen Sie dieser Verpflichtung nicht nach, kann dies auch strafrechtliche Konsequenzen haben.

Ich kann Sie grundsätzlich nur ermutigen, Ihren steuerrechtlichen Verpflichtungen nachzukommen. Ein weitergehender Rat ist allerdings nach den zur Verfügung stehenden Informationen nicht möglich.

Abschließend bitte ich bei Ihren Überlegungen jedoch noch folgendes zu berücksichtigen: sofern in sozialversicherungs- und steuerrechtlicher Hinsicht Ihre selbstständig ausgeübte Tätigkeit tatsächlich als abhängige Beschäftigung zu werten wäre (Stichwort Scheinselbstständigkeit), müsste Ihr Auftraggeber (für die vergangenen Jahre) für die Lohnsteuer und die Abgaben zur Sozialversicherung aufkommen. Auf Sie würden in diesem Falle keine Steuernachzahlungen zukommen. Ihr Auftraggeber könnte diese Steuern und Abgaben auch nicht von Ihnen zurück verlangen. Alleine er trägt das Risiko, dass es sich bei der als selbstständig bezeichneten Tätigkeit auch tatsächlich um eine solche handelt. Diese Frage ließe sich verbindlich durch eine Statusanfrage bei der BfA klären.

Ich hoffe, Ihnen mit meinen Ausführungen eine erste Hilfestellung gegeben zu haben. Sofern Sie bei der Ordnung Ihrer steuerrechtlichen Angelegen Unterstützung benötigen, können Sie sich jederzeit an mich wenden. Gerne stehe ich Ihnen für ein erstes unverbindliches Gespräch zur Verfügung.

Bitte nutzen Sie bei Unklarheiten die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 30.04.2008 | 10:21


Vielen Dank für Ihre Antwort.

Die Steuererklärungen werde ich natürlich sofort machen. Da mir hier gerade alles auf Grundeis geht. :-( Den Kopf in den Sand zu stecken hilft wohl niemals. Was würde auf mich zukommen, wenn ich Umsatzsteuerpflichtig wäre? Könnte man eventuell mit dem Finanzamt einen Vergleich aushandeln?

Gerne würde ich Ihr Angebot bzgl. der Beratung in Anspruch nehmen. Allerdings wohne ich in HH, falls das kein Problem ist.

Mit freundlichen Grüßen

N.E.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.04.2008 | 22:58

Ich gebe Ihnen Recht, irgendwann würde Sie diese Sache ohnehin einholen.
Sofern Sie umsatzsteuerpflichtig wären, müssten Sie die Umsatzsteuer auf die gesamten Einnahmen nachentrichten. Leider ist diese von dem jeweiligen Fälligkeitszeitpunkt (grundsätzlich ist dies der Monat der auf den Geldeingang folgt) mit 0,5% pro Monat (also jährlich 6%) zu verzinsen.

Eine so genannte tatsächliche Verständigung ist mit dem Finanzamt grundsätzlich möglich. Allerdings in der Regel nur dann, wenn die Besteuerungsgrundlagen nicht zweifelsfrei bestimmt werden können. Ob dies bei Ihnen der Fall ist, kann ich aufgrund Ihrer Informationen nicht beurteilen. Darüber hinaus bestände die Möglichkeit, mit dem Finanzamt eine Stundung der Beträge auszuhandeln.

Ich möchte Sie aber nochmals darauf hinweisen, dass Sie jedenfalls dann nicht umsatzsteuerpflichtig wären, wenn Ihre Tätigkeit als unselbstständige Beschäftigung zu qualifizieren wäre. Wie Sie bereits richtig annehmen, hängt dies nicht von der Vereinbarung mit Ihrem Auftraggeber, sondern alleine von den tatsächlichen Umständen ab. In diesem Falle wäre auch die Einkommensteuer (in diesem Falle als Lohnsteuer) von Ihrem Auftraggeber rückwirkend zu tragen.

Ich denke diese Möglichkeit sollte nicht von vorneherein außer acht gelassen werden. Ich möchte Ihnen daher raten, mit der Abgabe Ihrer Steuererklärungen noch die Klärung dieses Punktes abzuwarten.

Sie können mich voraussichtlich auch morgen Nachmittag, jedenfalls aber am Freitag unter der oben angegebenen Telefonnummer erreichen. Gerne können Sie mir auch per Ihre Telefonnummer zukommen lassen, so dass ich Sie zurückrufen kann.

Der Umstand, dass Sie in HH wohnen, stellt für eine Beratung oder Vertretung in keinerlei Hinsicht ein Problem dar.

Ich hoffe, Ihnen zunächst ein wenig mehr Klarheit verschafft zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Frank Lehmann

info@ra-lehmann.eu

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