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Klagen wegen Maklercourtage

| 03.07.2014 17:31 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


19:14

Zusammenfassung:

Ein Makler kann sich schadenersatzpflichtig machen, wenn er den Kunden schuldhaft falsch aufklärt und falsche Angaben macht, die für den Verkauf der Immobilie relevant sind. Diese Schadenersatzforderung könnte mit einer etwaigen Provisionsforderung aufgerechnet, also verrechnet werden.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich versuche mich kurz zu fassen.
Mein Mann kaufte ein Haus mit Erbbaugrundstück. Der Kontakt wurde über einen Makler hergestellt.
Die Verhandlungen verliefen erfolgreich und wir schlossen eine Finanzierung. Wir wiesen den Makler mehrfach darauf hin, ob alles mit den Erbbauberechtigten geklärt sei.
Mein Mann unterzeichnete einen Maklervertrag und der Beurkundungstermin stand an. Die Beurkundung platze vor Ort, da der Makler zugab, mit einer Erbbaubererechtigten gesprochen zu haben, die Situation aber nicht geklärt sei. Dieses wurde uns als Kaufinteressenten vorenthalten. Erst beim Notar erhielten wir Auskunft darüber.

Wir teilten dem Makler schriftlich mit, dass wir von dem Objekt Abstand nehmen und schauten uns bei anderen Maklern mehrere Häuser an. Wir erhielten eine Antwort, in der der Makler sich entschuldigte und Fehler einräumte.
Es fand eine Zäsur statt. Auch die Verkäuferin inserierte das Haus nicht mehr, da sie den Notar beauftragte, erst mal die rechtliche Lage zu klären.

3 Monate später kontaktierte uns die Verkäuferin, dass alles geklärt sei und wir das Haus kaufen können. So kaufte mein Mann das Haus.
Nun verklagt uns der Makler auf die Courtage.

Diese zahlten wir bisher nicht und brauchen nun Rat, wie wir weiter vorgehen können.
Mit welcher Begründung ist der Provisionsanspruch erloschen?
Wir mussten die erste Finanzierung widerrufen und bei der erneuten Finanzierung haben wir aufgrund des Widerrufs keine kfw Mittel bekommen. Uns ist ein Zinsschaden von 4000 Euro entstanden. Können wir das gegen die Courtage als Schadenersatzleistung einfordern?

Reichen unsere Bemühungen für andere Häuser für eine Zäsur?
War das Verschweigen der Erbbausituation ein Grund für die Erlöschung der Ansprüche des Maklers?
Können wir uns auf Schlechtleistung berufen, weil die Beurkundung nicht möglich war?

Können wir uns darauf berufen, dass die ursprüngliche Maklerleistung nicht zum Abschluss führte, da die Gegebenheiten andere waren? Erst als die Erbsituation geklärt war (es mussten 10 Erben, einer aus Japan unterzeichnen), kauften wir das Haus.

Was sind Ihre Empfehlungen für unsere schriftliche Erwiderung?

Herzlichen Dank

03.07.2014 | 18:34

Antwort

von


(579)
Heinz-Fangman-Str. 2
42287 Wuppertal
Tel: 0202 76988091
Web: http://www.kanzlei-scheibeler.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragestellerin,

zunächst müsste geklärt werden, ob eine Nachweis- oder eine Vermittlertätigkeit vorliegt und ob Sie von der Maklertätigkeit ordnunsgemäß informiert worden sind. Dazu müsste der Maklervertrag eingesehen werden. Zudem wäre zu prüfen, ob das vermittelte Geschäft mit dem abgeschlossenen (Kaufpreis?) identisch ist.

Es stellt sich in der Tat die Frage, ob noch ein Kausalzusammenhang zwischen der Maklertätigkeit und dem Kauf besteht. Dieser wurde z.B. verneint, wenn ein Interessent seine Kaufs- bzw. Verkaufsabsicht zunächst aufgibt und sich danach umentscheidet. In Ihrem Fall bestand aber das Problem, dass sie letztlich zwei Dinge kaufen mussten, nämlich das Haus und das Erbbaurecht, und die dortigen Fragen von Anfang nicht geklärt waren. Eine nur vorübergehende Beendigung der Verhandlungen reicht jedoch nicht aus. Sie können diess Argument also bringen, ob es aber in einem Rechtsstreit hält, ist nicht sicher.

Wenn Sie mangels entsprechender Schriftstücke oder durch Zeugen nachweisen können, dass Sie den Makler anfangs mehrfach gefragt haben, ob er alle Erbbauberechtigten nach ihrer Zustimmung zu einen Verkauf gefragt hat, und er Ihnen dies fälschlicherweise bestätigt hat, liegt eine Pflichtverletzung durch eine falsche Aufklärung vor. In diesem Fall könnten Sie mit Ihrer Schadenersatzforderung gegen die Provisionsforderung des Maklers aufrechnen und diese so zu Fall bringen.

Sie sollten also die beiden Argumente, fehlender Kausalzusammenhang und Aufrechnung mit Ihrer Schadensersatzforderung, in Ihrer schriftlichen Stellungnahme erwähnen. Sollte der Makler aber nicht darauf eingehen, empfehle ich Ihnen, den Fall umfassend anwaltlich prüfen zu lassen, da die Aussichten eines Prozesses im Rahmen der hier geschuldeten Erstberatung nicht abschließend bewertet werden können.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Dr. Elke Scheibeler
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rückfrage vom Fragesteller 03.07.2014 | 19:06

Im Vertrag steht: Der Auftraggeber beauftragt den Makler, nachstehend bezeichnete Vertragsangelegenheit zu den folgenden Bedingungen nachzuweisen, bzw. zu vermitteln.

Art der Angelegenheit: KV

Was bedeutet das für uns?

Der Kaufpreis hat sich vom ersten bis zum zweiten Notartermin nicht geändert.

Wir haben für seine Beteuerung keinen schriftlichen Beweis, allerdings Zeugen.

Ich dank Ihnen sehr.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 03.07.2014 | 19:14

Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Es liegt somit ein Nachweis- UND Vermittlungsmaklervertrag vor. Es reicht im Bereich der Nachweistätigkeit bereits aus, dass er Ihnen die Kaufgelegenheit nachweist, er muss keinen ursächlichen Beitrag für den Abschluss geleistet haben.

Dies spricht eher für ihn, ein weiteres Argument gegen seine Forderung kann ich hieraus entnehmen. Es verbleibt somit bei den Argumenten in meiner Ausgangsantwort.

Dass Sie Zeugen für die falsche Auskunft haben, verbessert natürlich Ihre Aussichten vor Gericht.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Scheibeler

Bewertung des Fragestellers 03.07.2014 | 19:20

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