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Klagedrohung schriftlich vom Arzt selbst wegen negativ Bewertung

| 08.03.2017 22:40 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Mauritz


Hallo!

Mein Fall ist folgender: ich habe nach einer sehr schlechten Behandlung in einer Arztpraxis den entsprechenden Arzt negativ über ein Bewertungsportal bewertet. Nun hat er mir schriftlich mitgeteilt, dass ich entweder zum persönlichen Gespräch vorbeikomme oder er einen Anwalt einschalten wird. Die Bewertung wurde derzeit von ihm selbst als inkorrekt angemackert und ist seither im offline Modus, da auf meine Bestätigung gewartet wird. Die Anzeige war 30 Minuten online, enthält keine Lügen oder falschen Tatbestände. Ich kann Ihnen diese gerne vertraulich zu kommen lassen.

Wie kann ich mich gegen solche "Drohungen" wehren und ist das wirklich ein Fall für den Anwalt? Natürlich möchte ich mit so einer Nachricht nicht ins persönliche Gespräch gehen, da ich mir bei einer solchen Aussage ein kaum professionelles Gespräch vorstellen kann und schon garnicht nach der schlechten Behandlung! Seine Antwort war daraufhin, dass ich dann jetzt von seinem Anwalt hören werde. Als kleiner Hinweis: dank Beschreibung hat er mich als Urheber der anonymen Bewertung aufdecken können. Ich habe ihm mitgeteilt dass ich so nicht mit ihm mich zum Gespräch zwingen lassen werde und die Bewertung sowieso offline gegangen ist. Das hat ihn aber recht wenig interessiert, sondern mir boshafte Difflamierung und Rufschädigung vorgeworfen.

Was kann ich tun?

Vielen Dank!

Einsatz editiert am 08.03.2017 22:52:48

Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Frage möchte ich anhand der von Ihnen mitgeteilten Informationen wie folgt beantworten :

Wie Sie schon ganz richtig anmerken, ist eine derartige Bewertung zulässig, wenn sie ausschließlich wahre Tatsachenbehauptungen enthält und/oder zulässige Meinungsäußerungen. Eine Meinungsäußerung ist immer dann zulässig, wenn sie nicht beleidigend oder stark herabsetzend ist, es also nicht um die Diffamierung einer Person, sondern um eine Auseinandersetzung in der Sache geht.

Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, hat der bewertete Arzt keinen Unterlassungsanspruch gegen Sie. Naturgemäß sind schlechte Bewertungen nicht gut fürs Geschäft. Womöglich fühlt sich der Arzt auch tatsächlich falsch bewertet. Daher steht es dem Arzt natürlich grundsätzlich frei, einen Anwalt zu beauftragen.

Angenommen, es bestünde tatsächlich ein Unterlassungsanspruch, weil unwahre Behauptungen in der Bewertung enthalten sind. Dann würde die bloße Entfernung der Bewertung nicht genügen, um diesen Unterlassungsanspruch zu erfüllen. Ein Unterlassungsanspruch kann immer nur durch die Abgabe einer sog. strafbewehrten Unterlassungserklärung erfüllt werden. Das ist eine Erklärung, wonach sich jemand dazu verpflichtet, ein bestimmtes verhalten zu unterlassen und für den Fall der Zuwiderhandlung die Zahlung einer Vertragsstrafe verspricht.

Es könnte also tatsächlich so kommen, dass der Arzt einen Anwalt beauftragt und dieser Ihnen eine sog. Abmahnung zukommen lässt und die Abgabe einer solchen Unterlassungserklärung fordert. Allerdings sollten Sie sich dadurch nicht einschüchtern lassen, da Sie sich Ihren Angaben nach nichts vorzuwerfen haben.

Einen Anspruch darauf, dass Sie zu einem persönlichen Gespräch mit dem Arzt erscheinen, hat der Arzt selbstverständlich nicht.

Falls Sie kein gesteigertes Interesse daran haben, die Bewertung wieder online zu stellen, sollten Sie vielleicht versuchen, mit dem Arzt eine Einigung zu finden, mit der Sie ihm zusichern, die Bewertung nicht wieder online stellen zu lassen und der Arzt sich seinerseits dazu verpflichtet, keine rechtlichen Schritte einzuleiten.

Sollte das nicht möglich sein, können Sie grundsätzlich nichts dagegen ausrichten, dass der Arzt einen Anwalt hinzuzieht. Da Sie sich aber Ihrer Schilderung nach einwandfrei verhalten haben, sollten Sie in diesem Fall nicht "klein beigeben" und sich ebenfalls juristisch zur Wehr setzen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen hilfreichen ersten Überblick verschaffen. Bei Unklarheiten nutzen Sie gerne die Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Mauritz, LL.M.
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 09.03.2017 | 00:05

Hallo Herr Mauritz,

vielen Dank für die schnelle Antwort. Der Arzt schien mit meiner Aussage, dass die Bewertung offline ist sowieso nicht zufrieden zu sein und sah das persönliche Gespräch als Chance für mich, mich bei ihm zu entschuldigen. Daher muss ich von einem Anwaltsbrief ausgehen. Was genau ist eine Abmahnung? Ich kenne den Begriff nur im Zusammenhang einer nicht bezahlten Rechnung. Dankeschön!

Besten Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.03.2017 | 14:58

Sehr geehrte Fragestellerin,

eine Abmahnung (was sie im Zusammenhang mit einer nicht bezahlten Rechnung kennen ist eine Mahnung) ist in diesem Zusammenhang die Aufforderung, ein bestimmtes Verhalten zu unterlassen und als Bestätigung hierfür eine Unterlassungserklärung zu unterzeichnen. In der Abmahnung muss der Abmahnende darlegen, warum der Abgemahnte seiner Ansicht nach gegen bestimmte Rechtsvorschriften verstoßen hat.

Gegebenenfalls wird der Anwalt des Arztes in dieser Abmahnung auch gleich die Kosten seiner Beauftragung von Ihnen einfordern.

Sollten Sie also tatsächlich eine solche Abmahnung erhalten, sollten Sie diese anwaltlich überprüfen lassen.

Bewertung des Fragestellers 09.03.2017 | 00:09

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"Sehr gute individuelle Beratung. Natürlich kennt Herr Mauritz nicht die Details, aber um die erste Panik zu besänftigen und Rechtsklärung für Laien zu vermitteln war er sehr hilfreich, zügig und verständlich. "
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 09.03.2017 5/5,0
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