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Klage gegen die Kirche (nur Fiktion - ich benötige Informationen für ein Buch)

24.08.2018 21:36 |
Preis: 65,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich benötige einige Fakten für den aktuellen Roman, an dem ich arbeite und bitte Sie, nur zu antworten, wenn Sie sich bzgl. der Antworten sicher sind.

Zur Situation (alles Fiktion):
Im Buch wird es einen historischen Beweis geben, dass Jesus zwar existiert, er aber keine Wunder vollbracht hat und demzufolge nicht der Sohn Gottes ist. Von diesem Beweis hat die katholische Kirche seit den 60er Jahren Kenntnis und erfolglos versucht, den Beweis in ihren Besitz zu bringen. Nun ist er Eigentum des Protagonisten, der die Kirche mit diesem Beweis auf möglichst massive Weise verklagen möchte, da damit eine elementare Säule im Erklärungsmodell der der Religion fehlt und die Kirche trotz der Kenntnis darüber unverändert in der Gesellschaft Ihre Stellung behauptet.

Folgende Fragen habe ich:
1. Wen müsste man verklagen, wenn der Protagonist der Kirche maximalen Schaden zufügen wollte (ich vermute die Deutsche Bischofskonferenz, als höchster Vertreter der katholischen Kirche im Land)?
2. Vor welcher Kammer würde die Klage auf der ersten ebene verhandelt (Strafkammer des Landesgerichtes? In welchem Bundesland - im Impressum ist bei der Bischofskonferenz Bonn als Ort angegeben, ist es also das nächstgelegene Landgericht?)?
3. Wie könnte die Anklage lauten? Sollten die Kirchensteuerzahler nicht von dieser Information Kenntnis haben, damit sie entscheiden können, ob sie weiter die Kirchensteuer zahlen? Insofern denke ich, dass man beim Finanziellen ansetzen könnte. Aber der Schaden geht ja deutlich weiter, denn bspw. Ordensschwestern entsagen einem Großteil des Weltlichen und hätten sich vielleicht anders entschieden, wenn Sie wüssten, dass Jesus nicht der Sohn Gottes war. Ich denke hier an Betrug, sogar an bandenmäßigen Betrug (aber ich habe vom Recht keinerlei Ahnung). Was könnte in der Anklage stehen, wenn man mit der Klage größtmögliche Wellen schlagen will (mir ist klar, dass das Verfahren wenig Aussicht auf Erfolg hat, weil es beim Glauben ja um kein echtes Wissen geht, sondern immer um etwas, an das geglaubt wird. Das Ziel meines Protagonisten ist es aber, dass die Klage zugelassen wird und auf der medialen Ebene der Kirche auf breiter Front schadet.
4. Wenn Sie unter 3. eine passende Anklage gefunden haben, könnte mein Protagonist sie über seinen Anwalt bei Gericht einreichen oder müsst er dafür Geschädigter sein (also bspw. Kirchensteuer gezahlt haben) oder geht die Staatsanwaltschaft der Sache möglicherweise von Amts wegen nach?

Ich danke Ihnen sehr.

Besten Grüße


Einsatz editiert am 24.08.2018 22:34:22
25.08.2018 | 09:51

Antwort

von


(685)
Hussenstraße 19
78462 Konstanz
Tel: 07531-9450300
Web: http://www.anwaltskanzlei-dotterweich.de
E-Mail:

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Schilderung summarisch gerne wie folgt beantworte:

1)
Hier ist zwischen Strafrecht und Zivilrecht zu trennen: eine Organisation wie die Katholische Kirche kann nicht vor der Strafkammer angeklagt werden, sondern nur die handelnden Personen mit ihren jeweiligen Taten. Diese müssen von der Staatsanwaltschaft nachgewiesen werden, da die Angeklagten schweigen dürfen. Auch ist hier zu fragen, wie die Kirchenleute den "Beweis" zu Ihrem Vorteil verwendet haben, obwohl sie seit Jahrzehnten nicht mehr über ihn verfügt haben. Der "Beweis" dürfte von der Gegenseite angezweifelt werden, weshalb für die Ermittlungsbehörden die Echtheit belegt sein muss.

Zivilrechtlich ist die Klage ab einem Streitwert von € 5001,00 wegen Par. 78 ZPO von einem Rechtsanwalt einzureichen. Hier kann ggf. die deutsche Bischofskonferenz verklagt werden, allerdings muss eine Anspruchsgrundlage bestehen: sofern Schadenersatz verlangt wird, benötigt es eine Verletzungshandlung, die zu einem Schaden führt und den die DBK verursacht hat. Neben dem schon angesprochenen Problem des "Beweises" ist hier auch zu würdigen, dass ja niemand Kirchenmitglied sein muss.

Zu berücksichtigen wären jeweils auch Verjährungsprobleme.

2)
Hier wären die Landgerichte zuständig: strafrechtlich das am Tatort und zivilrechtlich das in Bonn.

3)
Es erscheint wesentlich aussichtsreicher, die Sache medial "auszuschlachten" als juristisch zu agieren. Wie Sie selbst sagen, haben die Verfahren als "Glaubenssachen" wenig Erfolgsaussichten. Eine Anklage dürfte deswegen schon Schwierigkeiten haben, zugelassen zu werden, insbesondere wenn die Verteidigung "aus allen Röhren schießt". Die Zivilklage dürfte ebenfalls scheitern und damit den Protagonisten beschädigen.

4)
Die Zivilklage müsste ein Rechtsanwalt einreichen, die Staatsanwaltschaft die Anklage von Amts wegen erheben.

Ich wünsche Ihnen für Ihr Buch viel Erfolg

Mit freundlichen Grüßen

Michael Böhler
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 25.08.2018 | 12:38

Sehr geehrter Herr Böhler,

danke, dass Sie sich die Zeit genommen haben, jetzt werden einige Schwachstellen deutlich.

Nur noch eine Bitte hinsichtlich Frage 3, da ich, wie beschrieben, eine konkrete Anklage (wie ich jetzt weiß für dem strafrechtlichen Weg) brauche. Sie sagten unter 1), dass ja niemand Kirchenmitglied sein muss, aber ist es nicht dennoch zumindest eine Täuschung (oder haben Sie eine andere Idee für eine Anklage); gibt es nicht auch dort so etwas wie Vertrauensschutz? Ließe sich ein Anklagepunkt konstruieren, für den ich die Geschichte dann passend mache.

Beste Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.08.2018 | 17:46

Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Nachfrage beantworte ich gerne wie folgt:

Da mir nicht bekannt ist, um was für einen "Beweis" es sich handelt und wie der konkrete Täterkreis aussieht, fällt mir die Konstruktion einer Anklage z.B. wegen gewerbsmäßigen Betrugs schwer. Dieser könnte ggf. durch die Erregung eines Irrtums durch Unterlassen begangen werden. Dann dürfte es zudem auch keine Rechtfertigungs- und Entschuldigungsgründe für die Täter geben.

Da Staatsanwaltschaften auch zugunsten der Angeklagten tätig werden müssen, sind die Hürden ggf. hoch.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Böhler
Rechtsanwalt

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