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Klage auf Erbauseinandersetzung

20.12.2017 12:40 |
Preis: 52,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sascha Steidel


Es geht um eine erbrechtliche Fragestellung.

Mein Vater ist vor einiger Zeit gestorben gestorben. Laut Erbschein erben alle drei Kinder zu 1/3. Ein Bruder ist aber seit jeher unkooperativ. Daher haben wir in den letzten beiden Jahren folgendes gemacht:

- 1 unbebautes Grundstück wurde versteigert (Teilungsversteigerung)
- 1 Immobilie wurde freihändig verkauft
- 1 Immobilie wurde an den unkooperativen Bruder überschrieben und die anderen beiden Brüder ausbezahlt. Diesbezüglich gelang folglich eine Klärung
- Alle Nachlassverbindlichkeiten wurden beglichen
- Letztlich sind jetzt lediglich noch Kontenguthaben vorhanden, die aufzuteilen sind. Trotzdem verweigert mein Bruder die Zustimmung.

Diesbezüglich habe ich folgende Fragen (Ich weiss natürlich dass ich ohne Anwalt keine Klage einreichen kann. Dennoch hätte ich gerne eine erste Orientierung).

1. Meines Wissens muss ich eine Erbsauseinandersetzungsklage erheben. Hierfür ist laut Internet-Recherche ein Teilungsplan erforderlich. Reicht es diesbezüglich aus, die Konten aufzulisten und jeweils Zustimmung zur Auszahlung zu jeweils einem Drittel an die Erben zu beantragen? Oder muss ich zuvor eine solchen Plan von einem Notar erstellen lassen?

2. Kann ich gemeinsam mit dem Bruder klagen, der seine Zustimmung schon erteilt hat?

3. Richten sich in einem gerichtlichen Verfahren die Anwalts- und Gerichtskosten nach dem gesamtem Nachlasswert, oder nur nach dem auf mich entfallenden 1/3?

Vielen Dank!

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Der Teilungsplan muss erstellt werden und dabei den vollständigen Nachlass enthalten. Dieser muss vollständig liquidiert sein, was nach Ihren Angaben der Fall ist. Weiterhin müssen sämtliche Nachlassverbindlichkeiten beglichen sein, was offenbar ebenfalls geschehen ist. Eine notarielle Form für den Teilungsplan ist nicht vorgesehen.

Der Teilungsplan muss also erstellt und den Erben vorgelegt werden mit der Aufforderung binnen einer bestimmten Frist ( z.B. 2 Wochen, formuliert "bis zum .." ) diesem zuzustimmen. Nach ergebnislosem Ablauf der Frist kann dann Teilungsklage ( Auseinandersetzungsklage ) eingereicht werden.

Eine gemeinsame Klage mit dem zustimmenden Bruder ist als "aktive Streitgenossenschaft" möglich.

Der Streitwert der Auseinandersetzungsklage richtet sich nach dem Interesse des Klägers an der Teilung des Nachlasses, so dass also der auf den Kläger entfallende Anteil, nicht der Gesamtnachlasswert maßgeblich ist. So entschied der BGH schon mit Urteil vom 24.04.1975 - III ZR 172/73 . Diese Rechtsauffassung wurde durch Beschluss des BGH vom 06.07.2016, Az. IV ZR 430/15 nochmals bestätigt.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


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