Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Klage auf Auflösunge der Erbengemeinschat oder gleich Teilungsversteigerung?

19.09.2010 20:05 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gerhard Raab


Sehr geehrte Anwältin, sehr geehrter Anwalt,

folgende Konstellation:

Ich bin ein Teil einer Erbengemeinschaft der vor 2 Jahren einen Elternteil
beerbt hat. Insgesamt besteht die Erbengemeinschaft aus 3 Personen,
2 Geschwister und 1 hinterbliebender Elternteil.

Beerbt wurde ein Erblasser türkischer Nationalität mit deutschem Aufenthaltstitel dessen ständiger Wohnort in der BRD lag.

Es besteht ein Immobilien- und Geldvermögen in der Türkei und
Immobilenvermögen in Deutschland.

Durch den Konsularvertrag zwischen der Türkischen Republik und der
dem Deutschem Reich welcher nach wie vor Gültigkeit hat ist eine
Nachlassspaltung eingetreten. So ist jedweges Vermögen in der Türkei nach türkischen Erbrecht und auch vor türkischer Gerichtsbarkeit zu verteilen, Vermögen in Deutschland ist der Liquidität nach abzuhandeln, so ist unbewegliches Vermögen(sprich Immobilien die sich in Deutschland befinden) nach Deutschem Erbrecht aufzuteilen und bewegliches Vermögen(Geld, Aktien, Firmenwerte etc.) nach türkischem Erbrecht zu verteilen.

Es besteht zwischen den Erben Streit bzgl. der Verteilung des Erbes .
Ich habe folgende Frage:

Ich kann doch als Erbe jederzeit die Auflösung der Erbengemeinschaft verlangen. Da einer der Erben für die Kosten die
die Immobilien in Deutschland verursachen nicht aufkommen möchte, möchte ich die Auflösung der Erbengemeinschaft beantragen bzw. Teilungsversteigerung herbeiführen. Da noch Banken in erheblichem Maße als Darlehensgeber beteiligt sind, ist
der Weg der Versteigerung wohl unumgänglich und nötig.
Ich habe das Kapital die Immobilien im Fall X zu einem Zerschlagungswert zu ersteigern. Die momentane Belastung deckt im Großen und Ganzen den Wert der im schlechtesten Falle bei einer Versteigerung eingespielt werden könnte. So würden auch die anderen Erben keinen besseren Schnitt machen können als ich.
Das einzige was mir übel aufstösst, ist dass ich die Kosten für Gutachten und Teilungsversteigerung zu aller erst selbst bezahlen müsste. Bei einem Vermögen von ca. 250.000 € ca. 10.000 € an Kosten. Wäre es inteligenter bzw. günstiger eine Klage auf Auflösung der Erbengemeinschaft zu machen und dann erst den
Weg der Teilungsversteigerung einzuschlagen? Der Richter wird
sicherlich versuchen eine Einigung zu erzielen und auch einen
freihändigen Verkauf empfehlen.

Was können Sie mir hier empfehlen ?

Vielen Dank.

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie die ungeteilte Erbengemeinschaft aufgelöst werden kann, wenn eine einvernehmliche Regelung keinen Erfolg hatte.

Wie Sie schon sagen, kann jeder Miterbe die Auflösung verlangen.


2.

Sind Einigungsversuche gescheitert, kann man das Nachlaßgericht als vermittelnde Stelle anrufen. In diesem Fall versucht das Gericht, eine Einigung unter den Miterben zu erzielen. Allerdings entscheidet das Gericht nicht, d. h. dem Gericht stehen keinerlei Zwangsmittel zur Verfügung, um dem Streit ein Ende zu setzen. Schließt sich ein Miterbe den Vermittlungsversuchen des Gerichts nicht an, so kommt eine Einigung nicht zustande.

Dennoch kann die Einschaltung des Gerichts durchaus zweckmäßig sein, weil manchmal die "Entscheidungsfindung" nur von der Moderation eines unbeteilgten Dritten abhängt.

Gerade bei Immobilien ist es schon aus Kostengründen zweckmäßig, sich auf einen Verkehrswert des Grundstücks zu einigen, da man dann die Kosten für die Erstellung eines Verkehrswertgutachtens spart. Das kommt schließlich allen Miterben zu Gute.

Schon aus diesen Gründen halte ich die Einschaltung des Nachlaßgerichts zwecks Vermittlung für sinnvoll.


3.

Scheitert der Versuch, sich unter Vermittlung des Gerichts zu einigen, kann ein Miterbe Auseinandersetzungsklage erheben. Mit der Auseinandersetzungsklage verlangt ein Miterbe von den anderen Mitgliedern der Erbengemeinschaft die Zustimmung zu einem Teilungsplan, der Bestandteil der Klage ist. Kommt es in diesem Verfahren zu keiner Einigung, also zu einem Vergleich, fällt das Gericht ein Urteil. Ist das Urteil rechtskräftig, liegen die Voraussetzungen für eine Versteigerung der zum Nachlaß gehörenden Grundstücke vor. Der Erlös aus der Versteigerung dient zunächst zur Begleichung der Nachlaßverbindlichkeiten. Ergibt sich noch ein Überschuß, ist dieser an die Erben nach der jeweiligen Erbquote auszukehren.


4.

Gehört ein Grundstück zum Nachlaß, kann jeder Erbe die Teilungsversteigerung beantragen.

Zuständig ist das Amtsgericht, in dessen Bezirk die Immobilie liegt.

Der Antragsteller muß spätestens bei Festlegung des Versteigerungstermins einen Gerichtskostenvorschuß leisten.

Das Gericht hat gem. § 62 ZVG die Möglichkeit, vor dem Versteigerungstermin einen Erörterungstermin anzuberaumen, um auf eine Einigung, auch über Einzelfragen, wie z.B. den Verkehrswert der Immobilie, hinzuwirken.


5.

Daß der freihändige Verkauf der Immobilie die zweckmäßigste Lösung ist, dürfte außer jeden Zweifels stehen. Zu Recht weisen Sie in der Sachverhaltsschilderung darauf hin, der Richter werde
voraussichtlich versuchen eine Einigung zu erzielen und den
freihändigen Verkauf empfehlen.

Deshalb sollte auf jeden Fall versucht werden, das Gericht "mit ins Boot" zu nehmen, d. h. das Gericht als vermittelnde Stelle anzurufen (siehe oben unter Absatz 2).

Welchen Weg man wählt, wenn diese Variante zu keinem Ergebnis führt, ist nicht sicher zu prognostizieren. Im Grunde wird man erst am Schluß wissen, welche Vorgehensweise am Günstigsten gewesen wäre. Allerdings würde ich die Auseinandersetzungsklage bevorzugen, allein schon deshalb, weil dann die Möglichkeit (nochmals) besteht, eine Einigung zu erzielen.

Leicht ist die Entscheidungsfindung nicht. Gleichwohl halte ich die Teilungsversteigerung für die letzte Verfahrensweise, für die ich mich entscheiden würde.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 25.10.2010 | 19:29

Sehr geehrter Herr Raab,

vielen Dank für Ihre Antwort.

Wie Sie aus dem ersten Posting wissen handelt es sich um eine Nachlassspaltung.

In der BRD stehen einzig und allein die Immobilien zur Disposition und in der Türkei das liquide Vermögen (Geld, Aktien, Firmenwerte) und dort stehende Immobilien. In der Türkei ist bereits ein Verfahren anhängig was diese Werte betrifft. Den Weg der Teilungs-versteigerung möchte ich einschlagen, scheue mich jedoch davor weil Kosten von mir vorgestreckt werden müssten und es zweifelhaft wäre ob die Kosten dann nach Abschluss des Verfahrens von einem der anderen Miterben bezahlt werden würden. Eine andere Möglichkeit schwebt mir ebenfalls vor. Falls die Raten für die Immobilien (alle der Immobilien sind noch belastet) nicht bezahlt werden, würde die Bank
nach mehr als 3 Monaten nicht mehr zuschauen sondern letztendlich eine Zwangsversteigerung anstreben. Die Immobilien würden dann nicht etwa wie bei einer Teilungsversteigerung gängig,
mit mindestens der noch vorhandenen Grundschuld versteigert werden, sondern die Grundschuld würde aussen vor bleiben. Außerdem würden die Kosten für dieses Verfahren nach Versteigerung dann vom Erlös abgezogen werden. Der gravierendste
Nachteil ist aber folgender. Ich würde aufgrund der Kontenkündigung
die zwangsläufig erfolgen wird einen Schufaeintrag bekommen.
Meine Frage ist deswegen, kann ich meine Anteile an den Immobilien über Notarvertrag an einen anderen Miterben verkaufen bzw. übertragen? Zur Klarstellung, ich möchte nur diese Anteile verkaufen, die anderen Ansprüche entsprechend meiner Erbquote
(in der Türkei, Geld und Immobilien) möchte ich natürlich nicht übertragen bzw. veräußern. Wenn dann die anderen Miterben den Kredit nicht mehr bezahlen wäre ich aus dem Vertrag raus und würde auch keinen Schufaeintrag bekommen, könnte sogar bei der Versteigerung mitsteigern.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.10.2010 | 21:08

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Nachfrage nehme ich wie folgt Stellung:


Als Miterbe können Sie nur über Ihren Anteil insgesamt, nicht aber über Bruchteile verfügen.


Mit freundlichen Grüßem

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 69615 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
Schnelle und kompetente Hilfe - super! ...
FRAGESTELLER
4,8/5,0
Eine gute Erfahrung und eine verständliche Schilderung des Sachverhaltes. Vielen Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Gute und schnelle Antwort. Danke. ...
FRAGESTELLER