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Klärung gesetzliche Vaterschaft u. postmortale Feststellung d. leiblichen Vaterschaft


| 31.08.2007 17:46 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



1. Klärung gesetzliche Vaterschaft.
2. Postmortale Feststellung der leiblichen Vaterschaft.

Zu 1.

Kind (Tochter):
1945 als außereheliches Kind (Tochter) geboren.

Gesetzlicher Vater:
Als damaliger Ehemann der Mutter im Stammbuch eingetragen.
War zur Zeit der Zeugung Soldat in Russland und ist nie mehr zurückgekehrt. Lt. Heimkehrer-Zeugen: Spätestens ab Juli 1944 in russischer Kriegsgefangenschaft.
Amtlich für tot erklärt, per 31.10.1944
Heimaturlaub aus der Gefangenschaft kann ausgeschlossen werden.

Von Geburt des Kindes bis Toderklärung nur 240 Tage, also keine 300 Tage.
Derzeit läuft ein Suchantrag beim Suchdienst des RK, um den Verbleib oder ggf. ein genaues Todesdatum zu ermitteln.

Sollte sich ergeben, dass der (kraft Ehe)gesetzliche Vater bereits mind. 300 Tage vor der Geburt gestorben ist, und dadurch die Ehe vor der Zeugung beendet war, ist damit auch die gesetzliche Vaterschaft nichtig, bzw. kann diese dann
amtlich aufgehoben werden?

Zu 2.

Leiblicher Vater:
War Grieche, lebte jedoch seit ca. 1940 in Deutschland und hat wahrscheinlich griechische und deutsche Staatsbürgerschaft.
Er war mit der Mutter seiner Tochter nicht verheiratetet, hat jedoch ca. 1968 eine andere Frau geheiratet; er verstarb (ohne Wissen der Tochter) Ende 2005. Er hat heute noch einen Bruder (mit Familie) in Griechenland.

Der leibliche Vater hatte nie seine Vaterschaft verneint, sondern hatte zeitlebens ein gutes (zum Kind ausgesprochen väterliches) Verhältnis, sowie ebenso zu deren Mutter, als auch zur späteren eigenen Familie der Tochter. Eine offizielle Vaterschaftsanerkennung erfolgte nicht, da es allseits keine Zweifel gab, auch nie nach seiner Verheiratung seitens seiner Ehefrau.

Die Kindesmutter verstarb 1991. Der Kontakt zwischen Tochter und Vater wurde in den letzten Jahren vor seinem Tode spärlicher, aufgrund des Verhaltens seiner Frau, weshalb die Tochter auch nur zufällig (1 1/2 Jahre später) von seinem Ableben erfuhr.
Seine Frau hat die Tochter (und auch seine in Griechenland lebenden Verwandten) weder von seiner Krankheit, noch von seinem Tod informiert. Sie verhindert seither jegliche Information über ihren Mann und verweigert den Kontakt zur Tochter.
Durch ihren Rechtsanwalt ließ seine Frau mitteilen, dass „ihr Mann keine Tochter hätte“ und man solle sich an ihren Anwalt wenden.

Unabhängig davon, dass die Tochter deshalb nirgends (Krankenhaus etc.) Informationen über ihren (bis dahin vermeintlich leiblichen) Vater erhält, ist sie nun doch sehr verunsichert über die Aussage der Ehefrau zur Vaterschaft ihres Mannes.
Soll das bedeuten, dass der Mann, der zeitlebens (angeblich) der leibliche Vater war und sich auch so benommen hat, nun plötzlich doch nicht der Vater ist ?

Beginnt nun die 2-Jahresfrist, nachdem die Tochter erst jetzt erfahren hat, dass der bis dahin vermeintlich leibliche Vater nicht der Vater sein soll ?

Ist es möglich und sinnvoll, heute, nach seinem Tod, eine DNA-Analyse zur endgültigen Klärung der leiblichen Vaterschaft durchzuführen, bzw. zu erwirken, damit die mittlerweile nun 62-jährige Tochter nicht mit dieser neuen Unklarheit leben muss?

Sollte sich herausstellen, dass die Tochter nach todesbedingter) Beendigung der Ehe der Mutter mit dem gesetzlichen Vater geboren wurde, bzw. die gesetzliche Vaterschaft deshalb nichtig wäre, wer wäre dann der gesetzliche Vater, und hat die Tochter dann einen Anspruch auf den gesetzlichen Erbteil des leiblichen Vaters, falls eine DNA-Analyse die Vaterschaft des leiblichen Vaters bestätigen würde?

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Sehr geehrter Ratsuchender,

es ist auch eine Postmortale Vaterschaftsfeststellung grundsätzlich möglich.

In Ihrem Fall dürfte jedoch die 2-Jahres Frist des § 1600 b BGB verstrichen sein.

Sie schildern selber, dass Sie stehts davon ausgingen, dass der "leibliche Vater (Grieche)" Ihr Vater sei.

In Ihrem Stammbuch steht aber jemand anders als Vater eingetragen und das schon seit Ihrer Geburt. Damit hätte die Anfechtung nach eintritt der Volljährigkeit bereits erfolgen können und müssen.

Die Aussage der (heutigen) Frau ist insofern nicht relevant, da sie bereits viel früher (durch das Stammbuch) positive Kenntniss aller relevanten Umstände hatten.

Aus diesem Grunde dürfte jetzt eine Vaterschaftsanfechtung, -feststellung nicht mehr zulässig sein.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Keller
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 01.09.2007 | 13:03

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,

zunächst vielen Dank für die prompte Antwort.

Wenn ich Sie nicht missverstanden habe, muss ich nun also – nach der negativen Aussage der Frau des Verstorbenen - mit der Ungewissheit leben, dass mein bis dato vermeintlicher biologischer Vater eventuell gar nicht mein leiblicher Vater ist, und habe keine Möglichkeit dies endgültig (z.B. DNA) klären zu lassen?

Leider haben Sie in Ihrer Antwort den ersten Teil meiner Anfrage, nämlich nach der Auflösung der Ehe durch den Tod meines gesetzlichen Vaters im Falle, dass er bereits mehr als 300 Tage vor meiner Geburt verstorben ist, außeracht gelassen.
Die Frage war, ob in diesem Falle die gesetzliche Vaterschaft aufgehoben ist, da dann zum Zeitpunkt meiner Zeugung die Ehe bereits beendet war und auch der Zeitpunkt der Zeugung mehr als 300 Tage vor dem Tod des gesetzlichen Vaters lag.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.09.2007 | 09:19

Gerne beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Das Abstammungsrecht ist in Deutschland durch zwei wesentliche Grundsätze geprägt.

Auf der einen Seite hat ein Kind natürlich das Recht auf Kenntnis seiner leiblichen Eltern. Bei der Müttern ist das in der Regel nicht das Problem, sondern eher bei den Vätern. Daher gibt es auch die Möglichkeit einer Vaterschaftsanfechtung, sowie -Feststellung.

Auf der anderen Seite soll nach einer gewissen Zeit, nach dem Willen des deutschen Gesetzgebers Rechtssicherheit und Rechtsfrieden herrschen.

Das heißt für Sie, Sie werden nun zunächst nicht einfach vaterlos. Derjenige, der im Stammbuch als Ihr Vater eingetragen ist, ist und bleibt zunächst rechtlich gesehen Ihr Vater.

Wann Sie gezeugt wurden und ob er tatsächlich Ihr Vater sein kann ändert daran nichts, zumindest nicht automatisch.

Es bestünde lediglich die Möglichkeit einer Vaterschaftsanfechtung.

Bevor Sie also die Vaterschaft Ihres vermeintlich leiblichen Vaters feststellen lassen könnten, müssten Sie zunächst die Vaterschaft Ihres im Stammbuch eingetragenen Vaters anfechten, und genau das dürfte heute nicht mehr möglich sein, da die Anfechtungsfrist (2-Jahre) abgelaufen ist. Sie wussten nämlich schon immer, dass ein anderer Mann in das Stammbuch als Vater eingetragen ist und haben nie etwas unternommen, wenn ich Sie richtig verstanden habe.

Sie können also nicht sagen, sie hätten erst durch die Aussage der Frau davon erfahren, dass jemand anders Ihr Vater ist, da selbstverständlich das Stammbuch maßgeblich ist und von den Eintragungen dort hat Sie Kenntniss.

Das heißt der im Stammbuch eingetragene Vater ist und bleibt rechtlich gesehen Ihr Vater.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Keller
Rechtsanwalt

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