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Kindesunterhaltzahlungen einstellen?


24.11.2014 12:36 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Mein Lebensgefährte hat einen 16-jährigen Sohn aus seiner geschiedenen Ehe, der von uns Unterhalt bekommt.
Da mein Lebensgefährte kein eigenes Einkommen hat, bezahle ich den monatlichen Unterhalt.
Voraussichtlich werde ich jedoch bald nicht mehr in der Lage dazu sein.
Mein Lebensgefährte hat, wie gesagt, kein eigenes Einkommen und auch keine Vermögenswerte.
Unser gemeinsamer Pkw ist auf ihn zugelassen, jedoch bezahle ich sämtliche Kosten dafür.

Meine Fragen:
Kann ich die Zahlungen einstellen?
Erhält der Junge dann den Unterhalt vom Jugendamt?
Welche rechtlichen Folgen hätte dieser Schritt für meinen Lebensgefährten und seinen Sohn?
Müssten wir unseren Pkw verkaufen (obwohl ich alle laufenden Kosten trage) um einen Teil des Unterhaltes zu decken?

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Sehr geehrte Ratsuchende,

Sie sind natürlich nicht verpflichtet Unterhaltszahlungen für den Sohn zu leisten.

Ich verstehe Sie auch so, dass Sie Ihrem Lebensgefährten helfen wollten.

Sie können die Zahlungen jederzeit einstellen.

Das wird natürlich Auswirkungen für Ihren Lebensgefährten haben.

Sofern es schon eine rechtkräftige Festsetzung des Unterhaltesbetrages für den Sohn gibt, einen sogenannten Titel (Urteil, Beschluss Anerkenntnis, Vergleich), kann damit die Zwangsvollstreckung gegen Ihren Lebensgefährten betrieben werden. Das ist als erstes zu klären.

Gibt es einen solchen Titel nicht, muss Ihr Lebensgefährte damit rechnen, auf Unterhalt gerichtlich in Anspruch genommen zu werden.

Da der Sohn noch minderjährig ist, hat Ihr Lebensgefährte eine gesteigerte Unterhaltspflicht. Das bedeutet, dass er alles tun muss, einen Arbeitsplatz zu finden, der Unterhaltszahlungen ermöglicht. Dazu muss er die Anstrengungen auch nachweisen. Bis zu 30 Bewerbungen pro Monat müssen vorgeleget werden.

Vom Jugendamt erhält der Sohn kein Geld; allenfalls vom Sozialamt, wenn die Mutter ihn nicht unterhalten kann. Die Leistungsträger werden aber an Ihren Lebensgefährten herantreten.

Sie sind nicht verpflichtet, den PKW zu verkaufen.

Mit freundlichen Grüßen

Rehtsanwältin
Sylvia True-Bohle, Oldenburg

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