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Kindesunterhalt/Zahlbetrag

06.09.2008 09:55 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Sehr geehrte Rechtsanwälte,

würde mir bitte jemand den zu zahlenden Kindesunterhalt ausrechnen?

1. Fall
Bereinigtes Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen: 5000€
3 Kinder im Alter von 13 bis 17 Jahre besuchen die Schule

2. Fall
Bereinigtes Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen: 5000€
2 Kinder im Alter von 13 bis 17 Jahre besuchen die Schule
1 Kind ist in der Ausbildung und verdient 440€ im Monat brutto (nach Internet-Gehaltsrechner ca. 352€ netto)

Zudem, da das Bruttoeinkommen ohne Zusatzzahlungen angegeben wurde (Gratifikationen wie Urlaubsgeld, Zusatzvergütung für Wochenendarbeiten etc.), kann darauf bestanden werden das Jahreseinkommen in nachhinein zu erfahren und kann dann darauf eine Nachberechnung erfolgen?

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

auf Grund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und insbesondere unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Frage zusammenfassend wie folgt:

Fall 1:
Nach der Düsseldorfer Tabelle beträgt die Unterhaltspflicht bei diesem Nettoeinkommen pro Kind 584 €. Die Düsseldorfer Tabelle geht dabei von drei Unterhaltspflichtigen aus. Wird beispielsweise noch Unterhalt für die Ehefrau geschuldet, so ist ein Abschlag durch Herabstufung vorzunehmen. Dies wären in diesem Fall 555 €. Weiter ist zu beachten, dass das hälftige Kindergeld von dieser Unterhaltspflicht abgezogen werden muss, wenn es in voller Höhe an den nicht Barunterhaltspflichtigen ausbezahlt wird. Somit wären 507 bzw. 478 € pro Kind zu zahlen.

Fall 2:
Bei den Kindern, die die Schule besuchen, ändert sich nichts.
Bei dem Kind in Ausbildung mindert das Einkommen den Bedarf und damit den Unterhaltsanspruch. Nach einem Abzug in Höhe von 90 € (sog. ausbildungsbedingter Mehrbedarf), ist das Nettoeinkommen bei Minderjährigen jeweils zur Hälfte auf den Bar- und Naturalunterhalt. Ausgehend von einem Nettoeinkommen von 352 € wäre dann ein Betrag in Höhe von 376 bzw. – bei einer Unterhaltspflicht auch gegenüber der Ehefrau – 347 € zu zahlen.

Beachten Sie aber, dass die Düsseldorfer Tabelle nur Richtliniencharakter hat. In Einzelfällen können die Gerichte auch einen höheren oder niedrigeren Unterhalt festsetzen.

Ich hoffe, dass meine Antworten für Sie hilfreich gewesen sind und darf zusätzlich auf die kostenfreie Nachfragefunktion verweisen. Gerne stehe ich Ihnen auch für die weitere Wahrnehmung Ihrer Interessen zur Verfügung.

Zusatzleistungen des Arbeitgebers gehören ebenso zum zu berücksichtigenden Einkommen, wie regelmäßige Gehaltszahlungen. Sind diese Zusatzleistungen schwankend, so ist bei der Berechnung des Einkommens ein Durchschnittswert anzunehmen. Da grundsätzlich eine Auskunftspflicht des Unterhaltspflichtigen gegenüber dem berechtigten besteht, kann ein Verschweigen von Einkünften zu einer Nachforderung führen.

Mit freundlichen Grüßen

Florian Müller
(Rechtsanwalt)

Nachfrage vom Fragesteller 08.09.2008 | 19:03

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Müller,

Danke für die prompte Antwort!

Sie schreiben „Zusatzleistungen des Arbeitgebers gehören ebenso zum zu berücksichtigenden Einkommen, wie regelmäßige Gehaltszahlungen. Sind diese Zusatzleistungen schwankend, so ist bei der Berechnung des Einkommens ein Durchschnittswert anzunehmen. Da grundsätzlich eine Auskunftspflicht des Unterhaltspflichtigen gegenüber dem berechtigten besteht, kann ein Verschweigen von Einkünften zu einer Nachforderung führen.“

Eigentlich war die Frage andersherum gestellt. Ich gehe nun aber davon aus, dass es auch eine Auskunftspflicht des Berechtigten an den Unterhaltspflichtigen besteht. Also, etwa die Kopie des Lohnsteuerbescheides.


Ist die Anrechenbarkeit der Ausbildungsvergütung begrenzt? Beispiel: Statt 352€ Ausbildungsvergütung wird 1200€ gezahlt und für den Unterhaltspflichtigen ergebe sich dann keine Zahlungsverpflichtung mehr oder gibt es einen Fixbetrag, der in jedem Fall bezahlt werden muss?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.09.2008 | 09:51

Sehr geehrter Fragesteller,

auch als Unterhaltspflichtiger haben Sie einen Auskunftsanspruch gegen den Unterhaltsberechtigten. Dieser Auskunftsanspruch betrifft beim Nichtselbständigen das Einkommen des letzten Jahres. Der Unterhaltsberechtigte hat hierüber durch Vorlage von Belegen Auskunft zu erteilen. Dies sind insbesondere Verdienstbescheinigungen des Arbeitgebers, Lohnsteuerkarten, Einkommenssteuererklärungen mit sämtlichen Anlagen und Einkommenssteuerbescheide.

Die Ausbildungsvergütung ist nach Kürzung um den ausbildungsbedingten Mehrbedarf voll auf den vom Unterhaltspflichtigen oder den Unterhaltspflichtigen zu leistenden Unterhalt anzurechnen. Hierbei gibt es keine Begrenzung. Hat der Unterhaltsberechtigte ein so hohes Einkommen, dass er sich damit selbst unterhalten kann, so ist er eben nicht mehr bedürftig und hat auch keinen Unterhaltsanspruch mehr.

Mit freundlichen Grüßen

Florian Müller
(Rechtsanwalt)

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