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Kindesunterhalt/Mangelfall


18.05.2006 15:59 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Joachim



Meine Familiensituation ist die, dass ich weiblich, geschieden bin und 2 Kinder habe. Seit 3 Jahren wohne ich mit meinem Freund zusammen, der ebenfalls geschieden ist und 3 Kinder (5/11/13Jahre)hat. Das Jugendamt hat die Beistandschaft übernommen und er muß Unterhalt in Höhe von 100% lt. Düsseldorfer Tabelle bezahlen.Kind 1 = 199,-€, Kind 2 = 247,-€ und Kind 3 = 291,-€. Er selbst verdient gerade mal 1258,-€ netto, sodass ihm nicht einmal der Selbstbehalt von 630,-€ verbleibt. Kann man hier einen Mangelfall einleiten und wie müsste man da vorgehen?

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Sehr geehrte Fragestellerin,

vorliegend kann man durchaus - nach Ihren Angaben - von einem Mangelfall ausgehen.

Ein Mangelfall liegt vor, wenn der Unterhaltsverpflichtete zu wenig Einkommen hat, um allen Unterhaltspflichten in voller Höhe nachzukommen, bzw. wenn sein Einkommen nicht mal ausreicht, den Mindestbetrag (unterste Stufe der Düsseldorfer Tabelle) zu zahlen.

In Ihrem Fall müßte evtl. eine Neuberechnung des Unterhalts vorgenommen werden. Dies kann grds. ein Rechtsanwalt leisten oder auch das Jugendamt. U.U. müßte dann eine Abänderungsklage eingereicht werden. Hierfür kann ihr Freund Beratungs- bzw. Prozeßkostenhilfe erhalten

Hinzuweisen ist noch, dass im Rahmen von Mangelfällen eine sog. gesteigerte Erwerbsobliegenheit besteht.
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