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Kindesunterhalt und fiktive Einkünfte


| 15.11.2017 08:40 |
Preis: 85,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Im August 2017 hatte ich meinen Job als Assistentin verloren. Ich bin nun arbeitslos, habe aber zum 01.01.18 zwei potentielle Jobangebote. Ich "kämpfe" dagegen, nicht in eine Depression zu fallen, bin deswegen auch in ärztlicher Behandlung. ich brauche einen Rat in Hinblick auf die Berechnung fiktiver Einkünfte bei Kindesunterhalt.

Folgende Fakten: 

1.)Das eine Jobangebot ist als Assistentin. Dort würde ich ungefähr das Gleiche wie bei meinem alten Arbeitgeber verdienen (ca. 29.000 p.a.) Für eine Assistentinnenstelle in Berlin ist der Verdienst  schon recht gut!

2.)Bei dem zweiten Job könnte ich wieder als Bankkauffrau arbeiten, würde aber 38.000,-- Euro p.a. verdienen. Der Job bei der Bank hat den Nachteil, dass er sehr viel anstrengender wegen des Vertriebsdrucks ist. Es ist sehr gut vorstellbar, dass ich dieser Belastung nicht dauerhaft standhalte, zumal ich wegen der Arbeitszeiten (34 Stunden/je Woche) in der Bank meine Kinder noch einen weiteren Tag weniger sagen kann.Darunter werde ich leiden. Ich würde es dennoch gerne mit dem Bankjob probieren, weil ich auf diese Chance, wieder in meinem Beruf als Bankkauffrau arbeiten zu können, viele Jahre gewartet habe.

Angenommenes Szenario:

Ich halte dem Druck in der Bank nicht stand, ich leider zu sehr darunter, dass ich meine Kinder noch weniger sehe. Ich suche mir wieder einen neuen Job als Assistentin (als Bankkauffrau werde ich aller Voraussicht nach nichts finden). Problem: Als Assistentin werde ich wieder deutlich weniger als in der Bank verdienen, vielleicht weniger als jetzt. Reell sind 25.000,-- Euro p.a. für 30 Stunden/je Woche. 

Frage:

1.) Muss ich befürchten, dass man mir dann vorwirft, ich hätte den gut bezahlten Job leichtfertig aufgegeben? Die Folge wären fiktive Einkünfte bei der Unterhaltsberechnung. Oder ist es ok, weil ich damit nachweislich argumentieren kann, dass ich den Job aus gesundheitlichen Gründen nicht machen kann (z.B. weil ich wegen Depression in ärztlicher Behandlung bin?)
2.) Wäre es in Hinblick auf die eventuelle Berechnung fiktiver Einkünfte dann besser, doch jetzt den Assistentinnenjob zu nehmen, weil mein Gehalt dann kontinuierlich ist?
15.11.2017 | 09:35

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die Problematik der fiktiven Einkünfte ergibt sich meistens bei Unterhaltsschuldnern, die nicht den Mindestunterhalt erbringen können, also mit Ihrem Einkommen unter den Selbstbehalt in Höhe von derzeit 1080 Euro rutschen, wenn Sie Unterhalt von Ihrem Einkommen Mindestbereich zahlen sollten.
Daher wäre zunächst bei Ihnen zu schauen, ob Sie mit dem Einkommen aus den beiden möglichen Jobs den Mindestunterhalt für das oder die Kinder leisten können.
Ist davon auszugehen, dass Sie sowohl mit der Assistentenstelle als auch mit der Arbeit bei der Bank den Mindestunterhaltszahlen können, dürfte die Frage nach dem fiktiven Einkommen keine Rolle spielen, es sei denn, die Kinder sind auf einen höheren Unterhalt angewiesen, zum Beispiel der Lebensstandard der Kinder ist erhöht, wovon ich allerdings nicht ausgehe, gerade in dem Einkommensbereich, der hier vorliegt.
Des Weiteren ist zu beachten, dass selbstverständlich ein fiktives Einkommen dann nicht angerechnet werden kann, wenn Sie nicht in der Lage sind eine andere Arbeit mit einem höheren Einkommen anzunehmen und auszuüben.
Dies wäre zum Beispiel bei Ihnen dann der Fall, wenn Sie die Banktätigkeit aufgrund einer Erkrankung nicht ausüben können. Problematisch kann dann allerdings sein, dass diese Erkrankung und die Unmöglichkeit der Ausübung des Jobs nachweisen müssen.
Zu Ihren konkreten Fragen:
Wenn Sie beispielsweise den Bankjob annehmen und sodann aufgrund gesundheitlicher Beschwerden aufgeben, steht zunächst die Frage der Leistungsfähigkeit im Raum egal ob Sie hier eine höher dotierte Tätigkeit ausüben.
Zwar ist es so, dass kurzfristige (bis etwa 3 Monate)Erkrankungen keine Rolle dahingehend spielen, dass Kindesunterhalt in diesem Zeitraum nicht gezahlt werden muss, handelt es sich allerdings um eine längere Erkrankung, kann aufgrund dieser Erkrankung bereits Leistungsunfähigkeit eintreten und insofern könnte dann überhaupt kein Unterhalt geschuldet sein. Die Erkrankung und die Leistungsunfähigkeit muss dann erneut von Ihnen nachgewiesen werden.
Ähnlich ist es sodann auch bei den fiktiven Einkünften, kann die Tätigkeit aufgrund gesundheitlicher Defizite nicht ausgeübt werden, kann Ihnen auch kein Vorwurf dahingehend gemacht werden, dass Sie diesen Job erneut aufnehmen müssen und auch dieser fiktiv angerechnet wird.
Man könnte auch umgekehrt argumentieren, wenn zum Beispiel der Mindestunterhalt durch den Assistentenjob nicht erreicht wird, wären Sie gegebenenfalls verpflichtet den Bankjob anzunehmen?
Schließlich spielen die fiktiven Einkünfte, wie oben genannt, dann keine Rolle, wenn Sie den Mindestunterhalt auch aus dem neuen und anderen Job leisten können, den Sie dann gegebenenfalls nach der Aufgabe des Bankjobs wieder aufnehmen.
Sind sie durch den Assistentenjob in einer anderen Einkommensstufe und müssten dann weniger Unterhalt zahlen als im Rahmen des Bankjobs, wäre es natürlich einfacher die oben genannte Problematik zu umgehen. Dabei ist auch darauf hinzuweisen, dass, wenn zum Beispiel ein Titel besteht oder verlangt wird und Sie dann zu dieser Zeit ein höheres Einkommen haben und damit eine höhere Einkommensstufe erhalten, sie dann eine Abänderung gerichtlich begehren müssen, wenn Sie dieses Gehalt bei einem geringer dotierten Job nicht mehr erreichen.
Dabei ist allerdings auch darauf hinzuweisen, dass ab dem Jahr 2018 voraussichtlich die Einkommensstufe im Rahmen des Mindestunterhaltes sehr stark nach oben angepasst wird und zwar auf 1900 Euro.
Insofern könnte hier auch entsprechend der Bankjob in diesem Bereich bereits liegen, so dass dann auch keine Anpassung im fiktiven Bereich notwendig wäre.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Christian Joachim

Nachfrage vom Fragesteller 15.11.2017 | 09:54

Weitere Fakten: Ich habe drei Kinder im Alter von 10,12,14.
Den Mindestunterhalt kann ich bei beiden Jobs nicht zahlen.

Meine psychische Krankengeschichte geht bis zu meinem 13 Lebensjahr zurück. Jetzt bin ich 44.
Ich gehe definitiv nicht davon aus, dass ich z.B. in einem wegen Depression komplett arbeitsunfähig bin. Realistisch wäre aber, ( so wie ich es bereits schrieb) dass ich dann wieder einen Assistentinnenjob mit deutlich weniger Bezahlung suche, wo ich aber der Arbeitsbelastung standhalten kann.

Ich wiederhole meine Fragen, denn diese wurde nicht durch Sie beantwortet:

Frage: 1.) Muss ich befürchten, dass man mir dann vorwirft, ich hätte den gut bezahlten Job leichtfertig aufgegeben? Die Folge wären fiktive Einkünfte bei der Unterhaltsberechnung. Oder ist es ok, weil ich damit nachweislich argumentieren kann, dass ich den Job aus gesundheitlichen Gründen nicht machen kann (z.B. weil ich wegen Depression in ärztlicher Behandlung bin?)


2.) Wäre es in Hinblick auf die eventuelle Berechnung fiktiver Einkünfte dann besser, doch jetzt den Assistentinnenjob zu nehmen, weil mein Gehalt dann kontinuierlich ist?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.11.2017 | 11:28

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für die positive Bewertung, ich freue mich, dass sich im Rahmen des Telefonats ihre Fragen beantworten konnte. Sollten weitere Erläuterungen notwendig sein, können Sie sich jederzeit gerne erneut an mich wenden.

Viele Grüße

Christian Joachim
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 15.11.2017 | 10:59


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"Dieses Forum "frag einen Anwalt" ist nur bedingt geeignet, Fragen ausschließlich schriftlich. Häufig sind Rückfragen seitens des Anwaltes notwendig, um die Frage vollständig beantworten zu können. Darum habe ich Herrn Joachim kurz telefonisch kontaktiert und konnte damit im zweiten Schritt mündlich meine Frage vollständig klären."
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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 15.11.2017
4,8/5.0

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