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Kindesunterhalt und bereinigtes Netto

01.07.2016 11:25 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Hallo,

meine Frage zur Unterhaltszahlung für Kinder

Unterhaltszahlung:
Aktuell noch verheiratet, getrennt lebend.
Anwalt von meiner Frau hat mir bereits eine Berechnung des Unterhalts zugesendet.

Mein Einkommen netto: 3699
Nachgewiesene berufsbedingte Aufwendungen 331,50
Fahrtweg zur Arbeit 54,6 km
Nachgewiesene Versicherungen: 336
Hälftige Kreditschulden / gemeinsames Haus 450 Euro

Anwalt hat einen Kindesunterhalt berechnet von 789 Euro
Kind 1: 5 Jahre
Kind 2: 7 Jahre

Ist die Berechnung richtig?

Ich muss ja eine Titulierung des Unterhalts beim Jugendamt unterschreiben.
Kann ich nach Unterschrift des Titels noch Änderungen durchsetzen?
01.07.2016 | 12:50

Antwort

von



Brückenstraße 4
10179 Berlin
Tel: 030.55 57 54 800
Web: http://www.raethel.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


1. Ist die Kindesunterhaltsberechnung mit 789 € richtig?

Die Berechnung des Kollegen stuft sie in der Düsseldorfer Tabelle 2016 in die 7. Einkommensgruppe ein. Es wird dabei davon ausgegangen, dass Sie ein unterhaltsrechtlich relevantes Einkommen in Höhe zwischen 3.501 und 3.900 € haben.
Offensichtlich hat der Kollege hier weder die berufsbedingten Aufwendungen, wie insbesondere notwendige Fahrtkosten noch etwaig sonstige eheprägende Belastungen, wie Kreditverbindlichkeiten, zum Abzug gebracht, sondern ist ausschließlich von ihrem reinen Nettoeinkommen i. H. v. 3.699 € ausgegangen.
Möglicherweise hat der Kollege diese Abzugsposten aber doch berücksichtigt, und Sie haben auf der anderen Seite aber auch Steuerrückerstattungen zu berücksichtigen gehabt, welche Ihrem Einkommen dann wiederum hinzuzurechnen sind, so dass sich letztlich doch ein unterhaltsrechtlich relevantes Einkommen i. H. v. mindestens 3.501 € ergibt.
Wegen dieser Unklarheiten, kann der genaue Kindesunterhaltsbetrag mit nur den von Ihnen gemachten Angaben von mir nicht abschließend überprüft werden.
Eine weitere Frage zur Überprüfung der Höhe des berechneten Kindesunterhalts stellt sich noch dahingehen, ob Sie auch Ihrer Frau Trennungsunterhalt zahlen. Dann nämlich dürfen Sie sich aus dem Umstand heraus, drei Personen Unterhalt zu leisten, eine Einkommensstufe herab einstufen, also in der 6. Einkommensgruppe.
Danach schulden Sie für Kind 1: 334 € und für Kind 2: 400 €, insgesamt also 734 €.

2. Muss der Kindesunterhalt beim JA tituliert werden?

Die Kinder haben grundsätzlich einen Anspruch darauf, dass der Kindesunterhalt tituliert wird, selbst wenn Sie den Kindesunterhalt immer, jeweils pünktlich und in voller Höhe zahlen. Damit soll den Kindern Sicherheit gegeben werden, umgehend vollstrecken zu können, sollte der Unterhalt dann doch nicht mehr gezahlt werden.
Zu einer Titulierung sind Sie also verpflichtet. Beim Jugendamt bekommen Sie diese Titulierung kostenlos. Alternativ können Sie auch zu einem Notar gehen oder einen gerichtlichen Beschluss ergehen lassen. Dies aber wäre mit erheblichen Kosten verbunden.
Wenn Sie nunmehr beim Jugendamt einen Kindesunterhalt titulieren lassen, den die Kinder aber für zu niedrig halten, könnten Sie beim Familiengericht (nur) noch auf die Differenz in Anspruch genommen werden. Um dies zu vermeiden, sollten Sie möglichst außergerichtlich eine Einigung mit der Mutter erzielen.

3. Ist eine Abänderung dieses Titels im Nachhinein noch möglich?

Der Kindesunterhaltstitel ist immer dann nach oben oder unten abänderbar, wenn sich an den Umständen, insbesondere an Ihrem Einkommen etwas geändert hat im Verhältnis zu der Zeit, zu welcher der Titel geschaffen wurde, aber nicht etwa deshalb, weil sie sich geirrt oder verrechnet haben.
Auch eine geänderte Betreuungssituation kann ebenfalls dazu führen, dass der Kindesunterhaltstitel abzuändern ist, weil beispielsweise nun Sie die Kinder in einem paritätischen Wechselmodell oder gar überwiegend betreuen.

Meine Empfehlung an Sie ist deshalb, sich vor der Titulierung des Kindesunterhaltes unbedingt qualifizierten Rechtsrat einzuholen und den Kindesunterhalt von einem Anwalt/ einer Anwältin Ihres Vertrauens berechnen zu lassen. Anderenfalls dürfte es sehr schwer werden, einen einmal (gegebenenfalls zu viel) anerkannt Kindesunterhalt nach unten abzuändern.
Bereits die Einkommensermittlung ist nicht einfach, insbesondere da Sie sich hier wünschen, berufsbedingte Aufwendungen zum Abzug zu bringen, die deutlich über den in der Regel anerkannten 5 % des Nettoeinkommens liegen sowie zusätzlich die Kreditverbindlichkeiten abziehen wollen. Auch dies ist zwar grundsätzlich möglich, aber es muss zunächst genau geprüft werden, um welche Art Kredit es sich dabei handelt und ob die Zahlungsverpflichtungen bereits eheprägend waren.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.


Mit freundlichen Grüßen
RAin Claudia Räthel
Fachanwältin für Familienrecht, Berlin


Rechtsanwältin Claudia Räthel
Fachanwältin für Familienrecht

ANTWORT VON


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