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Kindesunterhalt nach erfolgter Scheidung

22.08.2013 14:13 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Notarin und Rechtsanwältin Anja Holzapfel


Zusammenfassung: Zur Abänderung des Unterhalts nach dem Entstehen weiterer Unterhaltspflichten

Ich bin seit 2003 geschieden (Scheidung ohne Unterhaltsklage) und ich habe zwei Söhne, die nun 16 und 20 Jahre alt sind. Meine geschiedene Frau arbeitet bis heute als Psychotherapeutin selbständig und ich als Arzt. Seit 2 Jahren lebe ich in der Schweiz, wo ich seit 01.01.2013 eine Selbständigkeit als Arzt angefangen habe. Bis heute habe ich mich mit meiner geschiedenen Frau gütig über den Kinderunterhalt einigen können. Sie erhielt von mir monatlich 2000 Euro. Letztes Jahr habe ich erneut geheiratet. Meine jetzige Ehefrau hat eine 4 jährige Tochter mit in die Ehe gebracht, die ich adoptieren möchte. Des Weiteren ist meine jetzige Ehefrau von mir schwanger und der Geburtstermin ist Anfang November. Aufgrund meiner neuen familiären Situation bin ich nicht mehr in der Lage, den bisher geleisteten Kinderunterhalt an meine geschiedene Frau zu erbringen. Als ich meiner geschiedenen Frau mitteilte, dass ich nicht mehr bereit bin, den Kinderunterhalt in dieser Höhe zu zahlen, kündigte sie mir eine Unterhaltsklage an. Meine Frage ist nun, ob und wie viel Kinderunterhalt ich gesetzlich an meine geschiedene Frau zahlen müsste. Zu bedenken ist auch, dass mein 20 jähriger Sohn nach Abschluss seiner Schule (Realschlussabschluss) im Oktober 2012 eine neue Schule seit August 2013 für ein Jahr besucht, um das Fachabitur zu erreichen. Mein 16 jähriger Sohn geht in ein Internat, welches 1880 Euro monatlich kostet.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Der Bedarf der Kinder richtet sich grundsätzlich nach der Düsseldorfer Tabelle. Diese differenziert -jedenfalls bei minderjährigen Kindern - nach den Einkünften des barunterhaltspflichtigen Elternteils. Je nach Höhe der Einkünfte und dem Ater des Kindes berechnet sich so der Zahlbetrag.

Im Falle Ihres jüngeren Sohnes dürfte die Düsseldorfer Tabelle allerdings nicht weiterhelfen, weil sich hier ein deutlich höherer Bedarf durch die Internatskosten ergibt. An diesen Kosten müsste sich die Mutter allerdings auch beteiligen.

Wenn Ihr älterer Sohn noch bei der Mutter lebt und eine allgemeinbildende Schule besucht, liegt sein maximaler Bedarf bei 781 € abzüglich Kindergeld. Es verbleibt damit ein Betrag von 597 €, den die Eltern im Verhältnis ihrer Einkünfte anteilig aufbringen müssen. Eine Erhöhung dieses Bedarfs kommt bei sehr guten Einkommensverhältnissen in Betracht, allerdings erhöht die Rechtsprechung diese Beträge nur sehr vorsichtig.

Falls Ihr großer Sohn eine eigenen Wohnung hat, liegt sein Bedarf bei 670 € abzüglich Kindergeld. Es sind dann also 486 €, die sich die Eltern zu teilen haben.

Ihre zusätzlichen Unterhaltsverpflichtungen gegenüber dem Baby (ab Geburt), der Tochter Ihrer Frau (sobald die Adoption wirksam ist) und auch gegenüber Ihrer Frau, falls diese nach der Geburt keine Einkünfte erzielt, sind zu berücksichtigen, weil sie Ihre Leistungsfähigkeit mindern. Sollte ein Mangelfall in Betracht kommen (d. h. sollten Sie nicht in der Lage sein, alle Unterhaltsverpflichtungen ohne Beeinträchtigung Ihres Selbstbehalts zu bedienen), fällt zunächst Ihre ältester Sohn aus der Unterhaltsberechnung heraus, falls er nicht mehr bei der Mutter wohnt und eine allgemeinbildende Schule besucht, andernfalls Ihre Frau.

Darüber hinaus ist zu prüfen, ob wegen der höheren Lebenshaltungskosten in der Schweiz eine Anhebung Ihres Selbstbehalts in Betracht kommt.

Wegen der Vielzahl der zu berücksichtigenden Faktoren ist eine konkrete Unterhaltsberechnung - noch dazu ohne Angaben zum Einkommen aller Beteiligten - im Rahmen einer Online-Beratungnicht möglich. Sie sollten einen im Familienrecht erfahrenen Anwalt beauftragen, eine Unterhaltsberechnung vorzunehmen. Soweit Sie nicht zufällig genau wissen, was Ihre geschiedene Frau verdient, müsste ohnehin von dieser zunächst Auskunft über ihre Einkünfte und Übersendung der maßgeblichen Einkommensnachweise verlangt werden.

Lassen Sie sich von der Androhung einer Klage nicht einschüchtern: Dass sich bei gleichem Einkommen und nunmehr bald fünf statt zwei Unterhaltsberechtigten Ihre Unterhaltspflicht gegenüber den Kindern aus erster Ehe reduziert, ist sehr wahrscheinlich. Um das Prozessrisiko einschätzen zu können (und ggf. einen fundierten Vorschlag zum Unterhalt unterbreiten zu können), muss ein Anwalt sämtliche Einkünfte und alle maßgeblichen Abzugspositionen kennen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Fachanwältin für Familienrecht Anja Holzapfel, Rechtsanwältin

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