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Kindesunterhalt nach dem 18´ten Lebensjahr


28.12.2005 21:41 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stefan Steininger



Guten Tag,

meine Tochter aus erster Ehe wurde im Oktober 18 Jahre, geht für 6 Monate auf eine berufsvorbereitene Schule in einer fremden Stadt, fängt anschl. ab März 06 Ihre Ausbildung an und ich hatte mit erreichen des 18´ten Geburtstages die Unterhaltszahlungen ggü. meine Exfrau nach 16 Jahren eingestellt. "Das kam nicht so gut an" und von daher hatte ich mich 1 Woche später mit meiner Tochter per Telefon auf eine niedrigere Summe X geeinigt und auf das Kto. meiner Tochter überwiesen. Die "gekürzte Unterhaltszahlung" wiederum missfiel meiner Exfrau, die daraufhin einen Anwalt konsultierte mit der Forderung, den alten Unterhaltsbetrag bzw. den jetzt neu zu berechnenden Betrag zu überweisen.

Zu meiner Person:
seit 16 Jahren neu verheiratet, 2 weitere Kinder von 15 (geht noch zur Schule) und 21 Jahren (Adoptivkind seit 15 Jahren, hat seine Ausbildung beendet, wohnt nicht mehr im Haus, ist jetzt Harz IV Empfänger und wird finanziell mit unterstützt)

Zu meiner Exfrau
selbsständig, seit ca. 4 Jahren erneut verheiratet und keine weiteren Kinder

Zu dem durch meine Exfrau beauftragten Anwalt
- ich habe die Verdienstbescheinigungen der letzten 2 Jahre "vorgelegt"
- der Anwalt hat meine Überweisungsbeträge addiert, durch 12 Monate geteilt (= 3007 € p.M.), das Einkommen meiner Exfrau (870 €) meinem Nettoeinkommen hinzugefügt und daraus die Unterhaltsforderung meiner Tochter (603 €) abgeleitet
- hiervon das Kindergeld (154 €) abgezogen und der neue Betrag in Höhe von 449 € ist jetzt der von mir ab sofort zu entrichtende Unterhalt.
- ich soll die kompl. Rechnung des Anwalts (434€) übernehmen


Zu meinen Fragen
1.ist die Unterhaltsformel nicht "etwas umfassender", d.h. werden u.a. meine jetzigen Kinder dabei überhaupt nicht berücksichtigt, gibt es keinen "Selbsterhalt" usw.usw. ??

2.da meine Exfrau erneut verheiratet ist, hat sie das aus dem Geschäft "gezogene Gehalt" für sich und der jetzige Mann kommt für Miete usw. auf. Muß dieser Faktor nicht auch bei meinem Gehalt angewandt werden, indem zumindest die Hypotheken von der Berechnungsgrundlage abgezogen werden ??

3.das Gehalt meiner Exfrau erscheint mir nicht "korrekt" und nun ???

4. muß ich wirklich die Anwaltskosten meiner Exfrau übernehmen ??

5. ich bin doch ab dem 18´ten Lebensjahr nicht mehr alleine für den jetzt neu berechneten Unterhalt meiner Tochter in Höhe von 603 € zuständig, oder ???

6. Was meinen Sie, wie sollte ich mich jetzt dem Anwalt ggü. verhalten ???

7. Was raten Sie mir grundsätzlich zur weiteren Vorgehensweise, da ich momentan auch durch ein "frisch saniertes" Einfamilienhaus (Wärmedämmung usw.) diese Unterhaltsforderungen gar nicht erfüllen kann ??

Mit Spannung erwarte ich Ihre Antwort und bis dahin, vielen Dank im Voraus und viele Grüße


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Sehr geehrte Fragestellerin,
sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, diese möchte ich an Hand Ihrer Angaben summarisch wie folgt beantworten:

1. Eine genaue Unterhaltsberechnung kann in diesem Forum natürlich nicht vorgenommen werden. Aber Sie haben Recht, ein notwendiger Selbstbehalt muss Ihnen verbleiben. Gegenüber volljährigen Kindern liegt dieser bei mind. 1100 Euro gem. Düsseldorfer Tabelle.
Andere Unterhaltsverpflichtungen können nach dem Unständen des Einzelfalls vom Einkommen abzusetzen sein (vergl. Nr. 10.5. Düsseld. Tab.).
Wenn Sie nicht alle Unterhaltspflichten erfüllen können, ist eine sog. Mangelfallberechnung vorzunehmen.
2. Bei Ihnen können Schulden abgezogen werden, dies ist allerdings auch wieder vom Einzelfall abhängig. Dafür ist „kostenloses“ Wohnen im eigenen Haus als geldwerter Vorteil zum Einkommen hinzuzurechen. Gleiches gilt auch bei der Exfrau.
3. Fordern Sie ebenfalls Auskunft unter Vorlage von Nachweisen.
4. Wenn Sie sich mit der Zahlung im Verzug befinden, sind dies notwendige kosten der Rechtsverfolgung und damit zu erstatten. Allerdings scheint hier fraglich, ob Ihre Exfrau überhaupt legitimiert ist, Forderungen zu stellen. Denn mit Volljährigkeit kann nur) die Tochter den Unterhalt beanspruchen. Und mit dieser haben Sie sich ja verständigt. Daher bestand wohl keine Notwendigkeit, einen Kollegen zu konsultieren.
5. Ab Volljährigkeit haften beiden Elternteile auf den Unterhalt, jeweils anteilig nach dem Einkommen.
6. Das hängt insbesondere davon ab, wie sich die Tochter verhält. Je nachdem sollten Sie den Anspruch zurückweisen.
7. Da die Situation nicht einfach ist und hier nicht vollständig erfasst werden kann, sollten Sie sich von einem Kollegen vor Ort beraten lassen. Diese Investition kann sich lohnen.

Ich hoffe, Ihre Frage umfassend und zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben. Für das entgegengebrachte Vertrauen bedanke ich mich recht herzlich. Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen


Stefan Steininger
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 28.12.2005 | 22:58

Hallo Herr Steininger,
vielen Dank für Ihre Info´s und nun meine Nachfragen :-)) :
1. kann ich den Selbstbehalt mind. 1.100 € von meinem Nettoeinkommen abziehen, oder wie geht man vor ??
2. wenn ich das Einkommen meiner Exfrau für kostenloses Wohnen (kann man das in € beziffern ??) zu ihrem Einkommen von 870€ dazu rechne, schade ich mir doch selber, da das ges. Nettoeinkommen steigt und von daher ein höherer Unterhalt bemessen wird, oder ??
3. Ist es legitim, dass das Einkommen von mir und meiner Exfrau zusammengerechnet wird, oder wenn ich wie unter Punkt 1 meinen Selbsterhalt von meinem Nettoeinkommen abziehe, wird es doch theoretisch für mich "günstiger", oder ??
4. beide Elternteile haften für den Unterhalt, jw. anteilig nach dem Einkommen. Was heißt das, 1/3 zu 2/3 oder wie wird das gerechnet, zumal das Nettoeinkommen meiner Exfrau mit 870 € beziffert wird und der Selbsterhalt mind. 1.100 € beträgt ?? Das paßt doch irgendwie nicht, oder ??
Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort und viele Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.12.2005 | 11:30

Sehr geehrter Herr M.,

Ihre Nachfrage möchte ichwie folgt beantworten:

1. der Selbstbehalt ist der Betrag, der nach Abzug aller Unterhaltspflichten verbleiben muss. Er ist also nicht vorab abzuziehen, sondern Maßstab dafür, ob ein Mangelfall vorliegt.
2. Der Wohnvorteil als fiktives Einkommen richtet sich nach der ortsüblichen Miete. Letztendlich einen Unterhaltspflichten des einzelnen Elternteils maximal der Höhe, in der seine alleinige Unterhaltspflicht aufgrund seines Einkommens legen würde.
3. Die Berechnung beim Barunterhalt für volljährige Kinder geht vom zusammengerechneten Einkommen wie ausgeführt wird der Selbstbehalt nicht abgezogen.
4. Auch hier wird der Selbstbehalt nicht abgezogen (siehe oben). Der Unterhaltsanspruch besteht quotal. Berechnet wird dieser am Anteil eines jeden Elternteils im Verhältnis zum zusammengerechneten Gesamteinkommen.

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