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Kindesunterhalt meines 12-Jährigen Sohnes

11.02.2012 14:47 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


Guten Tag,

ich bitte um Beantwortung folgender Fragen,
aber vorab der Sachverhalt:

Ich lebe seit 2003 mit meinem 12 Jährigen Sohn (fast 12, er vollendet Anfang April das 12. LJ) in meiner jetzigen Partnerschaft. Ich bin mit meinem Mann verheiratet und wir haben zwei gemeinsame Kinder, vor 1,5 Jahren haben wir uns Eigentum (Haus) gekauft und in diesem leben wir. Bisher war auch alles sehr schön und harmonisch.

Mein Sohn hat seit einiger Zeit mehrfach den Wunsch geäussert (von seinem Vater eingeredet), zu diesem zu ziehen. Bei "Papa" ist alles toll und viel besser, Papa liest seinem Kind sofort jeden Wunsch von den Augen ab, überhäuft ihn mit Geschenken und "erkauft" sich seine "Liebe".
Der Kindesvater und ich kommunizieren nur über das nötigste miteinander, da er es einfach ausnutzt, mich vor unserem Kind schlecht zu machen, mitunter waren wir auch deswegen beim Rechtsanwalt und Jugendamt gewesen. Wir hatten schon immer andere Ansichten von "Erziehung" und sind nie überein gekommen. Der Kindesvater ist deutlich älter, hat mehrere Eigentumswohnungen und er würde es begrüssen, wenn unser Sohn zu ihm ziehen würde. Ich hatte immer gehofft, das unser Sohn nie diesen Wunsch äussern wird, da wir hier ein harmonisches Familienlieben zu "Fünft" hatten und auch die kleineren Geschiwster sehr an ihrem grossen Bruder hängen. Aber es war natürlich auch "Alltag", den es bei "Papa" so nicht gab und es gab bei uns klare Grenzen an die sich jeder zu halten hatte und dieer bei Papa einfach nie kennen gelenrt hat. Auch zu meinem Mann hat mein Sohn (also zu seinem Stiefvater) ein gutes Verhältnis gehabt.

Gestern gab es Zeugnisse und mein Sohn brachte ein schlechtes Zeugniss mit nach Hause, worüber es heftige Diskussionen gab, da er momentan "sehr bockig ist und in einer ist mir alles scheiß Egal Phase steckt" .... - mein Sohn wurde sehr beleidigend und aggressiv und sagte, er wäre weg und würde zu "Papa" gehen! Mein Mann fuhr ihm mit dem Auto hinterher, da es schon dunkel war und er mit dem Fahrrad unterwegs war.
Ich rief seinen Vater an und er ist sicher bei ihm angekommen. Nach einer grausamen Nacht rief mich heute Morgen dann der Kindesvater an und eröffnete mir am Telefon, das mein Sohn zunächst bei ihm bleiben wollte, er habe heute in den frühen Morgenstunden klamm heimlich mit unserem Sohn Anziehsachen und Schulsachen aus unserem Haus geholt ... (Wir haben es nicht gehört, wir haben oben geschlafen und mein Sohn hat einen Haustürschlüssel) ... Jetzt ist mein Sohn bei seinem Vater. Ich bin am Boden zerstört und weiss nicht wie ich mich verhalten soll, unser ganzes Familienleben leidet. Ich weiss das der Kindesvater alles dafür tun wird, das mein Sohn bei ihm bleiben wird. Alleine schon, damit er "mir bzw. dem Kind" keinen Unterhalt mehr überweisen muss. Er hat den Unterhalt gezahlt, aber nur widerwillig.

Nun meine Fragen an Sie:

1.) Ist es richtig das mein Sohn ab dem 12. LJ benennen darf, wo er "leben" möchte? Ich habe das mal so mitgeteilt bekommen, obwohl ich sicher bin, das er bei uns langfrisig in ein glückliches Familienleben integriert wäre und bei seinem Vater, lebt er nur mit diesem alleine zusammen.

2.) Mein Mann verdient unseren Lebensunterhalt, klassicher Familienernäher, wir können uns mit Ach und Krach unser "Eigenheim" das wir gekauft haben, leisten. Ich arbeite dafür das alles finanziell passt, auf Teilzeitbasis (20 Wochenstunden) mit. Bisher bekomme ich das Kindergeld für unseren 12-Jährigen Sohn, das anteilig vom Kindesunterhalt vom Vater verrechnet wurde.

3.) Wir haben Existenzängste weil wir nicht wissen, wie wir knappe 500 Euro monatlich auffangen sollen. Wenn der Kindesunterhalt von meinem Sohn (250 Euro) wegfallen würde, weil dieser nun beim Vater leben würde, wäre das schon "schmerzhaft", aber es liesse sich mit noch mehr sparen verkraften. Aber wenn wir jetzt dem Kindesvater auch noch 250 Euro Kindesunterhalt zahlen müssen, wissen wir nicht, wie wir das monatlich auffangen sollen. Ich glaube laut Düsseldorfer Tabelle ist das der Mindestsatz für ein 12-Jähriges Kind und ich bin mir ja bewusst, das ich meinem Sohn Unterhaltspflichtig bin. Aber es würde unsere Existenz eindeutig gefährden und mein Mann hat Angst, das unsere gemeinsamen Kinder ihr "zu Hause" verlieren, weil ich ja letzlich ausser mein kleines Teilzeitgehalt keine eigenen Einkünfte habe. Aber mein Mann wäre ja theoretisch auch mir Unterhaltspflichtig, obwohl wir ja auch zwei gemeinsame Kinder haben....
Muss der Unterhalt immer als Richtwert der Düsseldorfer Tabelle gezahlt werden, oder gibt es Sonderregelungen (wie in unserem Fall zb.) das man auch etwas "weniger" Unterhalt zahlen müsste?

4.) Ab wann wäre ich meinem Sohn Unterhaltspflichtig, ab sofort oder gibt es da eine Regelung, ab wann man davon ausgeht, dass das Kind "offiziell" bei seinem Vater wohnen wird? Gibt es zb. sowas wie "Wartezeiten" zur "Erprobung"?

5.) Kann der Kindesvater den Kindesunterhalt ab sofort einstellen? Darf er das rechtlich? Schliesst sich meiner Frage 4 an.

Herzlichen Dank für Ihre Antworten!
11.02.2012 | 16:29

Antwort

von


(260)
Am Wissenschaftspark 29
54296 Trier
Tel: 06514628376
Web: http://www.zimmlinghaus.de
E-Mail:

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich im Rahmen einer Erstberatung wie folgt beantworten möchte:

1.) Ist es richtig das mein Sohn ab dem 12. LJ benennen darf, wo er "leben" möchte? Ich habe das mal so mitgeteilt bekommen, obwohl ich sicher bin, das er bei uns langfrisig in ein glückliches Familienleben integriert wäre und bei seinem Vater, lebt er nur mit diesem alleine zusammen.

Diese Frage kann leider nicht eindeutig mit Ja oder Nein beantwortet werden, da es im Familienrecht derart strikte Vorschriften, was das Alter angeht, in so einem Fall nicht gibt. Im Familienrecht steht das Kindeswohl an erster Stelle, und dazu gehört auch, mit zunehmendem Alter die Interessen des Kindes mehr und mehr zu berücksichtigen. Insofern ist grundsätzlich schon davon auszugehen, dass dem Wunsch eines 12-Jährigen vor dem Familiengericht eine große Bedeutung beigemessen werden würde. Ebenso würde aber auch das bisherige Leben des Kindes berücksichtigt werden, also die Tatsache, dass bisher immer alles harmonisch gelaufen ist und dass der Wunsch, zum leiblichen Vater zu ziehen, eher aus einer Ausnahmesituation resultierte. Ebenso könnte vor Gericht Berücksichtigung finden, dass der Kindesvater eventuell Gründe für den Wunsch, dass sein Sohn bei ihm lebt, hat, die mit dem Kindeswohl nichts zu tun haben. Es ist wie gesagt leider absolut nicht möglich, Ihnen hier definitiv zu sagen, wie im Streitfall ein Richter entscheiden würde. Es kommt ja auch maßgeblich darauf an, ob Sie das alleine Sorgerecht haben oder nicht. Sie werden in jedem Fall ein 12-jähriges Kind nicht gegen seinen Willen oder mit "Gewalt" zurück nachhause bringen können, hierzu müssten Sie den behördlichen Weg gehen.


Zu. 2. und 3.: Grundsätzlich dient der Kindesunterhalt nicht dazu, ein Eigenheim zu finanzieren. Natürlich verstehe ich Ihre Situation, aber hierzu ist sachlich schlecht festzustellen, dass der vom Kindesvater geschuldete Kindesunterhalt nur dem Kind zugute kommen soll, nicht aber der Ernährung weiterer Familienmitglieder oder der Finanzierung eines Hauses dient. Das ist schlicht nicht die Aufgabe des Kindesvaters. Auch ist richtig, dass Sie grundsätzlich natürlich Ihrem Sohn Unterhalt schulden würden, wenn dieser ganz zum Vater ziehen sollte. Maßstab ist dafür grundsätzlich immer die Düsseldorfer Tabelle, aber was genau Sie zahlen müssten bzw. ob Sie überhaupt etwas zahlen müssten, hängt von weiteren Faktoren ab. So ist relevant, über welches Einkommen Sie konkret verfügen (der Stiefvater schuldet Ihrem Sohn keinen Unterhalt), dass Sie weitere Kinder haben, dass Sie finanzielle Verbindlichkeiten zu bedienen haben usw. Es kann durchaus auch sein, dass Sie, wenn es hier zum Streitfall kommen würde und Sie barunterhaltspflichtig werden, seitens des Gerichts aufgefordert werden könnten, sich um eine besser bezahlte Arbeit zu bemühen oder mehr zu arbeiten. Aber auch hier käme es sehr auf den Einzelfall an, was Ihnen konkret zugemutet werden könnte, auch vor dem Hintergrund, dass zwei weitere Kinder da sind. Gut möglich ist also auch, dass Sie letztendlich gar nicht leistungsfähig wären und deswegen auch dem Kind keinen Barnterhalt schulden würden. Da Unterhaltsberechnungen aber sehr komplex sind und von sehr vielen Details und konkreten Zahlen abhängen, sei Ihnen geraten, sich unbedingt anwaltlich vertreten zu lassen, wenn Sie zu Unterhaltszahlungen aufgefordert werden würden. Ein Anwalt vor Ort würde dann alle notwendigen Unterlagen prüfen und es läge dann wie gesagt auch durchaus im Bereich des Möglichen, dass Ihre Einkünfte den notwendigen Selbstbehalt nicht übersteigen und Sie deswegen nicht leistungsfähig sind.

zu 4.: Barunterhalt schulden Sie ab dem Zeitpunkt, ab dem der Unterhalt geltend gemacht wird. Der Kindesvater müsste Sie also auffordern zu zahlen. Hier wäre aber auch ein Unterhaltsvergleich möglich.

zu 5.: Ich gehe davon aus, dass ein Unterhaltstitel zu Lasten des Kindesvaters vorliegt. Solange dieser nicht abgeändert wird, darf er auch nicht einfach den Kindesunterhalt einstellen.

Abschließend sei festgestellt, dass es hier um mehrere hochkomplexe Fragen des Familienrechts geht, die sehr von genauen Details und konkreten Zahlen abhängen. Im Idealfall suchen Sie ein ruhiges Gespräch mit dem Kindesvater, um das weitere Vorgehen abzustimmen. Im Interesse des Kindeswohls sollten hier massive Beeinflussungsversuche zunächst beiderseits unterbleiben. Sofern hier keine gütlichen Regelungen möglich sind, rate ich Ihnen dringend, sich umgehend an einen Anwalt für Familienrecht vor Ort zu wenden. Sofern es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung wegen des Aufenthaltsbestimmungsrechts kommen sollte, sollten Sie unbedingt anwaltlich vertreten sein. Dies gilt auch, wenn der Kindesvater Sie zum Barunterhalt auffordert.




Abschließend weise ich Sie darauf hin, dass im Rahmen dieser Plattform nur eine erste überschlägige Einschätzung des Sachverhalts, basierend auf Ihren Angaben, möglich ist. Sollten hier relevante Informationen hinzugefügt, weggelassen oder unklar dargestellt worden sein, kann die rechtliche Beurteilung auch völlig anders aussehen. Diese Plattform kann und will den Gang zu einem Berufskollegen vor Ort nicht ersetzen.

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie alles Gute!

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Zimmlinghaus
Rechtsanwalt
www.zimmlinghaus.de


Nachfrage vom Fragesteller 11.02.2012 | 18:33

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Zimmlinghaus,

ich möchte mich sehr für Ihre ausführliche Antwort bedanken.

Ergänzend sei noch hinzuzufügen, das ich mit dem Kindesvater gemeinsames Sorgerecht habe und keiner von uns beiden über das Aufenthaltsbestimmungsrecht verfügt. Der Kindesvater hat sich damals vehemment dagegen gewehrt, das mir das Aufenthaltsbestimmungsrecht zugesprochen wird und ich habe dann "aufgegeben" ... Hat diese Situation rechtlich noch andere Konsequenzen für mich?

Der Kindesunterhalt liegt in Form einer Urkunde beim Jugendamt zu Lasten des Kindesvaters fest.

Das der Unterhalt des Kindesvaters nicht zur Finanzierung weiterer Familienmitglieder bzw. eines Eigenheims dient, war uns beiden natürlich bewusst, so war es auch nicht gemeint und so wurde der Kindesunterhalt auch nicht genutzt. Vielmehr liegt einfach unsere Angst in unserer Familiären-Existenz mit dem Hauskauf und den Zahlungsverpflichtungen die wir haben, wenn ich meinem Sohn jetzt noch den Unterhalt zahlen muss, falls dieser beim Kindesvater wohnen bleiben sollte. Natürlich möchte ich für meinen Sohn verantwortungsvoll gegenüber handeln und auch das zahlen, was mir möglich wäre. Nur darf der "Rest" meiner Familie und auch meine anderen beiden Kinder, nicht unter dem "Umstand" auch "leiden" müssen. Ich fühle mich wie in einem schlechten Traum ...

Nochmals herzlichen Dank.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.02.2012 | 20:21

Sehr geehrte Ratsuchende,

Ihre Nachfrage möchte ich wie folgt beantworten:

Dass Sie nicht das alleine Aufenthaltsbestimmungsrecht haben, wird die Sachlage nicht grundlegend verändern, nur werden Sie sich dann natürlich auch gegenüber dem Kindesvater oder ggü dem Familiengericht nicht darauf berufen können. Insofern würde es dann wohl, sofern keine gütliche Einigung gefunden werden kann, zu einer Auseinandersetzung vor dem Familiengericht kommen und ein Richter müsste über den Aufenthalt des Kindes entscheiden.

Was den Unterhalt angeht, so wird es meiner Einschätzung nach wohl nicht dazu kommen, dass Ihr Eigenheim veräußert werden muss. Hier kann ich nur nochmals darauf hinweisen, dass Sie dringend Kontakt zu einem Anwalt vor Ort aufnehmen sollten, der anhand konkreter Unterlagen und Zahlen prüft, ob Sie überhaupt leistungsfähig sind.

Es ist sehr gut nachvollziehbar, dass eine solche Situation für Sie und den Rest der Familie extrem belastend ist. Ich wünsche Ihnen nochmals alles Gute und hoffe, dass sich eine für alle tragbare Lösung findet.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Zimmlinghaus
Rechtsanwalt
www.zimmlinghaus.de

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