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Kindesunterhalt in der Ausbildung der Tochter

| 08.03.2015 07:43 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Sehr geehrte Damen und Herren
Ich würde gerne wissen, wieviel Kindesunterhalt der Vater an seine Tochter in der Ausnildung zahlen sollte.
Fakten:
Kind 1 -Sohn- lebt bei mir Mutter
Schüler bis Sommer 2016
17 Jahre
28.05.15 dann 18 Jahre
Unterhalt 356€ vom Vater an Mutter

Kind 2 -Tochter
Lebt bei Mutter
17 Jahre
28.05.15 dann 18 Jahre
Bisher Unterhalt 356 € von Vater an
Mutter
Schulende July 2015
Ausbildung 1.5.15
A-Vergütung 550 € brutto
Kindergeld beider Kinder an Mutter
Mutter Verdienst 1700 € netto im
Monat
Vater möchte keine Ausrechnung-
Sei kompliziert bei Selbständig-
Keit - ist Bestatter-
Würde evt bisherige Summe
Weiterzahlen.

Vater war mit der Tochter bei einem Anwalt zu einem Infogespräch deswegen.
Leider ohne jegliche Zahlen.
Anwalt hat meiner Tochter zum Auszug aus der Mutterwohnung geraten. Das sei am einfachsten.
Dann muss die Mutter Unterhalt auch Zahlen , sagt der Anwalt.
Meine Tochter ist nun total verwirrt.
Sie will eigentlich nicht ausziehen.

Ich ab ihr das Jugendamt nahegelegt.
Sie schämt sich allerdings, weil wir dort in der Trennung- Scheidung- Zeit dort auch viel Zeit und Klärungsbedarf dort hatten .

Die Frage wieviel Kostgeld sie an mich zählen würde, wenn sie bei mir weiter wohnen würde, steht auch noch offen.
Ein Tochter - Vater-Mutter -Gespräch wünscht meine Tochter wegen vorangegangener Streitigkeiten nicht. Würde aus meiner Sicht Auch nicht viel Klären, war bisher auch nicht möglich.
Unterhaltsklärung lief bisher auch nur über Lohnpfändung und Gericht.
Da meine Tochter mit 18 Jahren sich selbst kümmern muss, ist sie hin und her gerissen.
Sie möchte mir nicht finanziell Schaden .
Möchte sich natürlich auch mit dem Vater gütlich einigen.
Wir sind für Rat und Hilfe Dankbar
Mit freundlichen Grüßen
R Sch



Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Eine genaue Berechnung der Unterhaltshöhe ist ohne Angaben zum Einkommen des Vaters nicht möglich. Es gilt jedoch folgendes:

Ab Eintritt der Volljährigkeit sind grundsätzlich beide Elternteile barunterhaltspflichtig. Das bedeutet, dass dann auch die Mutter den Unterhalt nicht mehr nur in Naturalien, sondern in Geld erbringen muss. Das gilt unabhängig davon, ob Ihre Tochter noch bei Ihnen wohnt oder nicht. Sie können allerdings die Leistungen, die Sie im Haushalt für Ihre Tochter erbringen, wie z.B. Wäsche waschen etc., mit der Barunterhaltspflicht verrechnen.

Die Höhe des zu zahlenden Unterhalts richtet sich nach dem Bedarf des Kindes. Zu unterscheiden ist zwischen Volljährigen, die noch im Haushalt eines Elternteils wohnen und Volljährigen, die einen eigenen Hausstand haben. Das Einkommen Ihrer Tochter aus der Ausbildung ist gegenzurechnen, da sie insoweit ihren Bedarf selbst decken kann. Ebenso ist das Kindergeld in voller Höhe bedarfsdeckend abzuziehen. Erst wenn dann noch ein ungedeckter Bedarf verbleibt, ist dieser von den Eltern auszugleichen. Der Ausgleich erfolgt anteilig im Verhältnis der Einkommen. Haben Sie z.B. genauso viel Einkommen wie der Vater, wäre der Restbedarf von Ihnen jeweils zu 50 % in bar zu decken.

Bei Volljährigen mit eigenem Hausstand beträgt der Bedarf grundsätzlich 670 €. Ob diese Berechnung nun letztendlich einfacher ist, ist fraglich. Denn sofern noch ungedeckter Bedarf verbleibt, muss doch das Einkommen des Vaters ermittelt werden, um die Haftungsquote berechnen zu können.

Da Ihre Tochter aber noch zu Hause wohnt, berechnet sich der Bedarf nach der Altersstufe 4 der Düsseldorfer Tabelle. Die maßgebliche Einkommensgruppe bestimmt sich nach den Einkommen beider Eltern zusammengerechnet. Maßgeblich ist das bereinigte Einkommen. Vom jeweiligen Nettoeinkommen können also noch 5 % für berufsbedingte Aufwendungen und berücksichtungsfähige Schulden abgezogen werden.

Beim Vater ist sodann noch der Sohn zu berücksichtigen. Solange sich dieser noch in der Schulausbildung befindet, bei Ihnen wohnt und das 21. Lebensjahr nicht vollendet hat, gilt er als volljährig privilegiertes Kind. Er steht dann in der Rangfolge nach § 1609 Nr. 1 BGB vor Ihrer Tochter, weil diese sich bereits in der Ausbildung befindet und dann nicht mehr privilegiert ist. Das bedeutet, dass der Vater dann vorrangig den Unterhaltsanspruch gegenüber dem Sohn zu erfüllen hat, der sich ebenso aus der Düsseldorfer Tabelle ergibt. Dieser ist bei der Bereinigung und Berechnung des unterhaltsrelevanten Einkommens zuvor abzuziehen, so dass für die Berechnung des Unterhalts Ihrer Tochter ein um den Unterhalt Ihres Sohnes verminderter Betrag heranzuziehen ist.

Für die Einkommensberechnung eines Selbständigen sind in der Regel die Steuerbescheide der letzten 3 Jahre maßgeblich.

Sofern Sie den Vater auf Unterhalt in Anspruch nehmen wollen, sollten Sie ihn möglichst zeitnah auffordern, Auskunft über seine Einkommensverhältnisse zu erteilen. Denn Unterhalt kann rückwirkend nur ab dem Monat der Aufforderung zur Auskunft gefordert werden.

Sie sollten vorher jedoch berechnen lassen, ob Sie mit der Weiterzahlung der bisherigen 356 € nicht besser fahren. Da das Einkommen Ihrer Tochter sowie das volle Kindergeld vom Bedarf abgezogen werden, bleibt nach groben Überschlagen weniger übrig als die derzeit gezahlten 356 €.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
A. Krüger-Fehlau
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 08.03.2015 | 20:01

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"Mit ist bewusst, dass ich keine konkrete Ausrechnung hier erfahre, dennoch kann ich mit den fachlichen Aussagen für mich und meine Tochter etwas anfangen.
Ich danke"
Stellungnahme vom Anwalt:
Sie hätten gerne vor Abgabe der Bewertung noch einmal die kostenlose Nachfragefunktion nutzen können. So kann ich nicht nachvollziehen, was Ihnen noch gefehlt hat.
FRAGESTELLER 08.03.2015 4,2/5,0
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