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Kindesunterhalt für volljährige Kinder in der Ausbildung

| 23.09.2021 09:21 |
Preis: 55,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


12:42

Schönen guten Tag
Mein Sohn ist 25 Jahre alt und befindet sich im 3. Ausbildungsjahr als Einzelhandelskaufmann. Er hat einen Nettoverdienst von ca. 850 €
Er lebt nach Angaben seinerseits bei seiner Tante.
Die Mutter lebt meiner Meinung nach von Hartz 4 was ich aber nicht genau weiß.
Ich habe einen Nettoverdienst von ca. 2700 € wobei meine Aufwendungen für Fahrtkosten zur Arbeit usw. noch nicht berücktsichtig sind.
Nun meine Frage bin ich noch Unterhaltspflichtig und wenn ja, wie viel Unterhalt müsste ich für meinen Sohn bezahlen. Zurzeit bezahle ich noch jeden Monat 345 € Unterhalt.
Ist diese Zahlung gerechtfertigt? bzw. kann ich die Unterhaltszahlung einfach so einstellen.
Wie gesagt es geht mir nicht darum das ich keinen Unterhalt mehr zahlen muß sondern darum das ich evtl. schon seit einiger Zeit zuviel bezahle.
Netto Vater 2700 €
Netto Sohn 850 € Ausbildung
Alter Sohn 25
Kind lebt bei Tante
Vielen Dank für Ihre Bemühungen.

23.09.2021 | 10:44

Antwort

von


(239)
Rossmarkt 194
86899 Landsberg
Tel: 08191/3020
Web: http://www.kanzlei-am-rossmarkt.de
E-Mail:
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Sie teilen leider nicht mit, ob Sie den Unterhalt auf freiwilliger Basis bezahlen oder ob ein Titel besteht, d.h. ein gerichtlicher Beschluß oder Vergleich bzw. eine Jugendamtsurkunde.
Ich gehe davon aus, dass Sie nur 1 Kind haben, für das Sie Unterhalt bezahlen.

Diesen Titel sollten Sie ggf. beseitigen!
Das wäre im Streitfall nur im Wege der Abänderungsklage zu korrigieren
(§ 238 und § 244 FamFG). Ansonsten bleibt die Erfüllung Ihrer Unterhaltspflicht ohne Titel aufgrund außergerichtlicher Einigung immer möglich. Sie können Ihrem Sohn klarmachen, dass er keinen Titel gegen Sie benötigen wird.

Mit Vollendung des 18. Lebensjahres der Kinder endet das elterliche Sorgerecht und damit die Möglichkeit (der Mutter) zum Betreuungsunterhalt.

Ab diesem Zeitpunkt sind beide Eltern barunterhaltspflichtig, maximal bis zum Ende eines ersten berufsqualifizierenden Abschlusses des Kindes.

Der Anspruch auf Kindesunterhalt besteht bei Ihrem Sohn daher dem Grunde nach noch weiter.

Anspruchsberechtigt ist nicht mehr der betreuende Elternteil sondern das Kind, das gegen beide Eltern bezüglich deren Einkommen Auskunftsansprüche hat.

Jeder Elternteil ist in der Höhe seines unterhaltsrelevanten Einkommens anteilig verpflichtet, abzüglich Selbstbehalt oder ggf. Naturalunterhalt (z.B. Wohnung).

Nach der Düsseldorfer Tabelle ist für Studenten ein pauschaler Bedarf von 860€ monatlich festgelegt. Ansonsten beträgt der Regelunterhalt 649€ (abzüglich 1/2 Kindergeld, das ja m.E. mit 25 J. weggefallen ist).

Nach Erreichen ihrer Volljährigkeit trifft Kinder die Darlegungs- und Beweislast für alle unterhaltsrelevanten Umstände, auch für ihre bestehende Bedürftigkeit
[OLG Koblenz FamRZ 2007, 653].

Hier könnte eigenes Vermögen Ihres Sohns eine Rolle spielen, was Sie aber einwenden müßten, wenn er gegen Sie einen Auskunftsanspruch geltend macht.

Bei volljährigen Kindern in Ausbildung wird die Ausbildungsvergütung vom Bedarf abgezogen, der sich aus der Düsseldorfer Tabelle ergibt. Wenn Ihr Sohn einen Nettoverdienst von ca. 850€ hat und mietfrei lebt, sehe ich keinen Anspruch mehr.

Auch unter Berücksichtigung eines Freibetrags für Berufstätige und einen Mehrbedarf von pauschal 90€ im Monat ergibt sich allenfalls ein geringer restlicher Unterhaltsanspruch gegen die Eltern. Zum Mehrbedarf gehören Bücher und Lehrmittel, aber auch Fahrtkosten, dann aber nur gegen Nachweis.

Also „Schulden" Sie an sich keinen Kindesunterhalt mehr.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Helge Müller-Roden
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rückfrage vom Fragesteller 23.09.2021 | 11:38

Hallo
Ja mein Sohn ist das einzigste Kind und ein Titel besteht auch nicht.
Damit ich das richtig verstehe bedeutet das,das ich den Unterhalt einstellen kann ohne irgendwelche konsequenzen davon zu tragen. Leider weiß ich nicht ob mein Sohn eine Miete bei seiner Tante zahlen muß, falls ja könnte er dann doch Unterhalt gegen mich geltend machen? und wenn ja wieviel müsste ich dann leisten wenn er zb. 300€ Miete zahlen müsste.
Im übrigen vielen Dank für Ihre schnelle Antwort

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 23.09.2021 | 12:42

Ja, ich hatte unterstellt, dass Ihr Sohn keine Miete bezahlt und deshalb so zu behandeln wäre, als ob er bei einem Elternteil wohnt, so dass die Düsseldorfer Tabelle entsprechend Ihres Einkommens anzuwenden wäre.

Wenn er Miete bezahlen muß, lebt er nicht mehr bei den Eltern und hat Anspruch auf 860,00€ als Bedarf.

Bei einer Ausbildungsvergütung von Netto von 850€ bleiben 100€ anrechnungsfrei bleiben, d.h. 750€
gilt als eigenes Einkommen
Dazu kommt ggf. Mehrbedarf.

Kindergeld entfällt ab 25 Jahre.

Zum Bedarf von 860€ abzüglich eigenes Einkommen von 750€ müssen Sie dann noch 110€ bezahlen.

Bewertung des Fragestellers 23.09.2021 | 15:05

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