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Kindesunterhalt für meine volljährige Tochter

| 28.07.2015 17:28 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


08:52

Zusammenfassung: Berechnung von Volljährigenunterhalt, wenn neben dem volljährigen Kind noch weitere minderjährige Kinder existieren und Unterhalt gezahlt wird.

Sehr geehrte Damen und Herrn,

ich habe eine fast 19 jährige Tochter und einen 13 jährigen Sohn aus 1.Ehe, aus meiner jetzigen Ehe habe ich noch einen 10 jährigen Sohn. Meine Tochter lebt im Haushalt der Km, sie ist in Ausbildung 3. Jahr und verdient etwa 825 € Netto. Mein Einkommen beträgt ca. 2140 €, meine Frau ist geringfügig beschäftigt. Das Einkommen der Km ist unbekannt, ist aber berufstätig. Für meine Tochter bezahlte ich bis jetzt noch 82 € Barunterhalt, für meinen Sohn zahle ich 334 € Kindesunterhalt.
Nun frage ich mich: Bin ich für meine Tochter überhaupt noch Unterhaltspflichtig und hab ich zuviel gezahlt?
28.07.2015 | 18:04

Antwort

von


(10)
Koburger Straße 87
04416 Markkleeberg
Tel: 0341/35129340
Web: http://www.ra-j-hiller.de
E-Mail:

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts wie folgt summarisch beantworten möchte:

Ihre Tochter muss als volljährige Person prinzipiell selbständig Unterhalt von beiden Elternteilen einfordern, d.h. die Tochter muss, wenn sie Unterhalt erhalten möchte, sowohl an die Kindsmutter als auch den Kindsvater herantreten, um dann den Unterhalt berechnen zu können.
Sie als Kindsvater haben dahingehend das Recht zu erfahren, welches Einkommen die Kindsmutter zu verzeichnen hat, denn nur anhand dieser Informationen können Sie errechnen, zu welchen Unterhaltszahlungen Sie verpflichtet sind.
Es ist somit im Handlungsbereich Ihrer Tochter notwendig, dass diese auf Sie zukommt und Sie zur Offenlegung Ihrer finanziellen Einkommenssituation auffordert. In diesem Moment können Sie die Vorlage der entsprechenden Einkommensunterlagen der Kindsmutter herausverlangen.
Aufgrund der Tatsache, dass Sie jetzt bereits Unterhalt an die Tochter zahlen, haben Sie das Recht zur Vorlage der Einkommensbelege der Kindsmutter. Diese muss Ihnen die Tochter aushändigen.
Ihre Tochter hat somit gegenüber beiden Elternteilen die Möglichkeit die Offenlegung der Einkommenssituation zu verlangen.
Um Unterhalt berechnen zu können würde man neben diesen Informationen auch den Bedarf der Tochter klären müssen. Sie geben dabei an, dass die Tochter Einnahmen aus ihrer Ausbildung erhält. Dieses Geld ist bei der Unterhaltsberechnung zu berücksichtigen, da die Tochter damit den Bedarf zu einem großen Teil selbständig decken kann.

Ob Sie zu Unterhaltszahlungen verpflichtet sind, hängt damit von mehreren Faktoren ab.

1) Wie hoch ist der Bedarf der Tochter und kann sie diesen mittels der eigenen Einkommenssituation komplett decken? Dort müsste man somit nähere Informationen vorliegen haben, wie viel Geld die Tochter zum Leben benötigt, um den 1. Schritt zunächst klären zu können. Kann die Tochter den Bedarf durch ihr Einkommen decken, dann müssen Sie keinen Unterhalt mehr zahlen.
2) Sollte die Tochter den Bedarf nicht komplett decken können, dann könnte die Tochter an die Kindsmutter und den Kindsvater herantreten und die Offenlegung der Einkommensverhältnisse verlangen, was gleichzeitig bedeutet, dass Sie ein Auskunftsrecht bezüglich des Einkommens der Kindsmutter haben. Sofern sowohl Sie als auch die Kindsmutter zum Unterhalt herangezogen werden könnten, ist dann die Quote der Unterhaltszahlungen zu errechnen.
3) Bei der Quote/ Ihrer Leistungsfähigkeit ist zu beachten, dass Sie neben der volljährigen Tochter noch andere Familienmitglieder haben, welchen Sie zum Unterhalt verpflichtet sind. Diese Unterhaltszahlungen gegenüber dem 13 jährigen Sohn und dem 10 jährigen Sohn verringern Ihr Einkommen um den jeweils gezahlten Unterhaltsbetrag.
Man müsste somit Ihr Gehalt um Ausgaben für Kredite, Krankenkassenbeiträge, Arbeitswege bereinigen und dann zunächst den Unterhalt für die Söhne in Abzug bringen. Ausschlaggebend für die Höhe der Unterhaltszahlungen gegenüber minderjährigen Kindern ist die Düsseldorfer Tabelle (Änderung dieser ab 01.08.2015). Erst dann kann angegeben werden, ob Sie zum Unterhalt gegenüber Ihrer Tochter verpflichtet sind. Es fehlen somit momentan für eine genaue Berechnung die Bedarfsanalyse der Tochter sowie die Einkommensverhältnisse der Kindsmutter. Wenn diese vorliegen kann man Ihnen genau sagen, ob und in welcher Höhe Sie zu Unterhaltszahlungen verpflichtet sind.

Da diese Angaben leider in Ihren Ausführungen fehlen konnte vorliegend nur zunächst die weitere Vorgehensweise betrachtet werden.

Man kann festhalten, dass Ihre Tochter prinzipiell dazu verpflichtet ist, den Lebensunterhalt selbständig zu bestreiten aber sollte der Bedarf während der Ausbildungszeit noch komplett aus eigenen Mitteln gedeckt werden können kann eine Zahlungsverpflichtung Ihrerseits bestehen.
Neben Ihnen ist auch die Kindsmutter zur Unterhaltszahlung angehalten. Die Aufforderung zur Vorlage der Einkommensbelege muss zwingend von Ihrer Tochter ausgehen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen Ihre Fragen zunächst beantworten. Sollten Sie weitere Rückfragen haben dann würde ich Sie bitten, die einmalige Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage an mich zu richten.

Mit freundlichen Grüßen

Judith Hiller


Nachfrage vom Fragesteller 28.07.2015 | 18:26

Aus der Düsseldorfer Tabelle geht aber wie folgt hervor:ab 18 - 320€ (Kindergeld abgezogen) - 100% (wie in meinem Fall), somit müsste ich nach Abzug des Einkommen der Tochter, keinen Unterhalt mehr leisten? Oder liege ich falsch?

Mit freundlichem Gruß

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.07.2015 | 08:52

Sehr geehrter Ratsuchender,
ich danke für die Nachfrage, welche ich vorliegend gern wie folgt beantworte.
Die Düsseldorfer Tabelle enthält eine letzte Stufe (ab 18), wobei man dabei beachten muss, dass es sich um volljährige Kinder handelt, welche noch in der schulischen Ausbildung sind und nicht verheiratet sind und bei den Eltern leben und das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.
Ihre Tochter lebt zwar noch bei der Kindsmutter aber sie geht bereits einer Ausbildung nach und befindet sich gerade nicht mehr in der allgemeinen Schulausbildung.
Man unterscheidet dabei zwischen privilegierten volljährigen Kindern (die sich in der allgemeinen Schulausbildung befinden) und nicht privilegierte volljährige Kindern (Ihre Tochter).
Nicht privilegierte Kinder haben einen höheren Bedarf in Höhe von 670 Euro, wobei auch dort sämtliches eigenes Einkommen aus Ausbildung oder Kindergeld angerechnet werden muss.
Ihre Tochter erhält offensichtlich weit mehr als die zum Leben notwendigen 670 Euro, so dass in Ihrem Fall davon ausgegangen werden kann, dass eine Unterhaltsverpflichtung entfällt.
Zu beachten ist nur, dass bei einer Nachweisführung der Tochter, dass gesteigerte Kosten vorliegen, eine Zahlungspflicht durchaus existieren kann. Die minderjährigen Kinder sind dabei jedoch vorrangig mit Unterhalt zu unterstützen.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Frage nunmehr abschließend beantworten.

Mit freundlichen Grüßen

Judith Hiller

Bewertung des Fragestellers 31.07.2015 | 10:44

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

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Stellungnahme vom Anwalt:
Sehr geehrter Ratsuchender,
ich danke Ihnen sehr für die durchweg positive Bewertung.
Ich hoffe Ihnen mit der Beratung weitergeholfen zu haben und wünsche Ihnen alles erdenklich Gute.

Mit freundlichen Grüßen
Judith Hiller
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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 31.07.2015
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