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Kindesunterhalt für meine 19.jährige Tochter


27.11.2014 12:14 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Anja Holzapfel


Zusammenfassung: Zur Anrechnung eigener Einkünfte beim Unterhaltsanspruch volljähriger Kinder


Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,

ich habe eine 19jährige Tochter aus 1.Ehe. Meine Tochter lebt in meinem Haushalt und ist seit dem 01.09.2014 in einer Ausbildung. Dort verdient sie € 700,-- netto. Mein Einkommen beträgt € 940,-- netto (Steuerklasse 5), da ich seit 13. Jahren erneut verheiratet bin. Mein Ex-Mann hat "immer" € 300,-- netto Unterhalt an mich gezahlt...bis heute. Es hat sich die ganzen Jahre nie erhöht, da es eine private Absprache war. Sein Verdienst liegt als Selbständiger so um die € 2.500,- pro Monat...sagt er. Das Kindergeld in Höhe von € 184,-- bekomme ich. Nun hat er beschlossen per sofort überhaupt keinen Unterhalt mehr zu zahlen. Ist das so OK??? Ich dachte immer, dass der Unterhalt bis zum Ende der Ausbildung gezahlt wird.

Mit freundlichen Grüßen

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Sehr geehrte Fragestellerin,



Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:


Richtig ist, dass Eltern ihren Kindern bis zum Abschluss der ersten Ausbildung Unterhalt schulden. Allerdings sind die eigenen Einkünfte volljähriger Kinder auf den Bedarf anzurechnen. Nur wenn Kinder nicht ausreichend verdienen, um ihren Bedarf selber zu decken, muss der ungedeckte Bedarf von den Eltern im Rahmen des Unterhalts übernommen werden.

Bei einem Gesamteinkommen der Eltern von netto knapp unter 3500 € fällt Ihre Tochter in die 6. Einkommensgruppe. Als einziges Kind würde sie einmal hochgestuft in Gruppe 7, so dass ihr Bedarf bei 664 € liegt.

Von dem Einkommen Ihrer Tochter sind 90 € als ausbildungsbedingter Mehrbedarf abzugsfähig. Das verbleibende Einkommen deckt mit den Kindergeld zusammen den Bedarf von 664 €.

Damit ist kein ungedeckter Bedarf vorhanden, der über Unterhaltszahlungen aufzustocken wäre. Der Vater kann die Tochter somit auf die eigenen Einkünfte verweisen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.


Mit freundlichen Grüßen


Anja Holzapfel
-Rechtsanwältin-
-Fachanwältin für Familienrecht-

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