Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Kindesunterhalt für Student von geschiedenen Eltern

09.10.2015 10:28 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Notarin und Rechtsanwältin Anja Holzapfel


Zusammenfassung: Zur Berechnung des Unterhalts eines Studenten mit eigenem Haushalt

Student (S) ist 21 und wohnt in einer WG. Er hat im Bewilligungszeitraum 01.10.2014 - 30.09.2015 den Höchstsatz des BAföG (597,00€) bekommen. Dies resultierte daraus, dass Vater (V) im Jahr 2012 seine Selbstständigkeit aufgegeben hat und dementsprechend arbeitslos war. V ist jetzt aber nicht mehr arbeitslos und müsste dem S Unterhalt zahlen.

S bekommt von der Mutter (M) monatlich 200 € inklusive (!!!) 188 € Kindergeld. S kennt diese Unterhaltsdiskussionen seit dem 7. Lebensjahr und hat darauf keine Lust mehr, weshalb er sich in diesem Forum beraten lassen will.

M sagt nämlich, dass sie von Freunden erfahren hätte, dass sie mit dem Kindergeld schon ihren Beitrag zum Unterhalt leistet. V dagegen sagt, dass beide Elternteile den selben Anteil an mich abgeben sollen + Kindergeld. V hat dem S deshalb am 9.10.2015 160 € als Unterhaltszahlung überwiesen. Den anderen Teil müsste M ja übernehmen.

Das jährliche Bruttoeinkommen des V liegt bei circa 60.000 €. Das jährliche Bruttoeinkommen der M liegt lediglich bei 28.800 €. S weiß nicht, ob beide eine 13. Monatsgehalt bekommen, weshalb dies vorerst nicht berücksichtigt werden soll.

V ist des Weiteren für zwei weitere Kinder Unterhaltspflichtig. Und zwar für Abiturientin (A), die 17 Jahre alt ist und bei M wohnt. Für A zahlt V 257 € an M + 250 mtl. Schuldgeld für eine Privatschule. Dazu ist V für Junior (J) unterhaltspflichtig. J ist 6 und ist ein Kind von V und seiner neuen "Lebensabschnittsgefährtin" (L). Dementsprechend wohnt J auch bei V und L. Die Höhe der Unterhaltszahlungen für J sind unbekannt (Zur Berechnung am besten die Standardhöhe aus der Düsseldorfertabelle nutzen).

Letztlich könnte mein BAföG-Bescheid vom 30.09.2015 interessant sein, indem Ansprüche auf BAfög für den Bewilligungszeitraum 01.10.2015 - 30.09.2016 abgelehnt werden. Hier steht Unter Gliederungspunkt C. "Festsetzung des monatlich angerechneten Einkommens und Vermögens" folgendes:
- Für/Von V: 595,49 €
- Für/Von M: 1,51 €.

Die Fragen sind also wie folgt:

1. Stimmt es, dass M mit dem Kindergeld schon ihren Anteil zum Unterhalt beiträgt?

2. Wie viel müssten V und M jeweils an S bezahlen?

3. Sollten V und M jeweils ihren vollen Unterhaltsforderungen an S nachkommen, muss dieser dann etwaige Semestergebühren davon bezahlen oder gibt es eine gesetzliche Grundlage, dass V und M zusätzlich aufkommende "Bildungskosten" zahlen müssen?

P.s.: Ich studiere auch Jura, weshalb mich die gesetzlichen Grundlagen interessieren würden. Die Angabe ist für mich aber auch kein "Muss", wenn sie zu viel Aufwand macht.

Pp.s.: Ich weiß, dass das nicht viel Geld ist, dafür dass ich mE einen recht komplexen Sachverhalt schildere und 3 Fragen, die sich tangieren, stelle. Ich habe aber diesen Monat von
meinen Eltern insgesamt 360€ bekommen. Sie können sich vorstellen, dass mir die 40 € schon wehtun. Ich hoffe, dass sich ein Anwalt finden lässt und danke Ihnen schon herzlichst vorab.

Sehr geehrter Fragesteller,



Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen
wie folgt beantworten:


1. Stimmt es, dass M mit dem Kindergeld schon ihren Anteil zum Unterhalt beiträgt?

Nein, das ist so nicht richtig. Wenn Sie nicht im Haushalt eines Elternteils leben, haben Sie unterhaltsrechtlich einen festen Bedarf von 670 €, auf den das weitergeleitete Kindergeld angerechnet wird. Den dann noch offenen Restbetrag müssen sich Ihre Eltern im Verhältnis ihrer Leistungsfähigkeit teilen.


2. Wie viel müssten V und M jeweils an S bezahlen?

Das lässt sich allein anhand der Bruttoeinkünfte nicht errechnen. Bei Ihrer Mutter ergibt sich jedoch voraussichtlich netto ein Einkommen, das nur knapp über dem Selbstbehalt von 1.300 € liegt. Es ist also davon auszugehen, dass sie sich nur mit einem geringen Anteil beteiligen muss. Darauf deuten im übrigen auch die Feststellungen in Ihrem BAföG-Bescheid, der ja auf der Grundlage der Nettoeinkünfte Ihrer Eltern erlassen wurde, hin.


3. Sollten V und M jeweils ihren vollen Unterhaltsforderungen an S nachkommen, muss dieser dann etwaige Semestergebühren davon bezahlen oder gibt es eine gesetzliche Grundlage, dass V und M zusätzlich aufkommende "Bildungskosten" zahlen müssen?

Studiengebühren sind, ebenso wie Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge, zusätzlich zum Bedarf von 670 € zu zahlen. Dies ergibt sich aus Nr. 9 der Anmerkung zur Düsseldorfer Tabelle.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.



Mit freundlichen Grüßen

Anja Holzapfel
-Rechtsanwältin-
-Fachanwältin für Familienrecht-

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70008 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Die Antwort kam schnell, umfangreich und ging auf alle Details unserer Frage ein. Wir sind sehr zufrieden ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Meine Frage wurde sehr ausführlich beantwortet und hat mir weitergeholfen. Vielen Dank Frau Rechtsanwältin. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnelle und verständliche Antwort! Nur zu Empfehlen! Besten Dank. ...
FRAGESTELLER