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Kindesunterhalt aus dem Erlös des Hausverkauf


01.03.2008 17:22 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von



Sehr geehrte Anwältin, sehr geehrter Anwalt,

Situation:
Ich lebe von meiner Frau getrennt, wir haben zwei gemeinsame Kinder (14 und 15 Jahre alt), welche beide bei meiner Frau leben. Da ich aufgrund eines Wohnortwechsels bisher zu geringe Einnahmen aus meiner Selbständigkeit erziele, kann ich bislang noch keinen Kindesunterhalt zahlen (Mangelfall). Ein Titel existiert bisher nicht. Nun wollen wir unser gemeinsames Einfamilienhaus verkaufen. Aus dem Erlös werden zunächst die Kredite der Banken aus dem Grundbuch bezahlt, das übrige Geld wird geteilt (Gütergemeinschaft).

Frage:
Kann ich über meine Hälfte des Verkaufserlöses frei verfügen (z.B. als Startkapital für meine Firma, angelaufene Schulden bezahlen bzw. meine Altersvorsorge wieder aufbessern) oder kann meine Frau aus meinem Anteil Kindesunterhalt fordern? Wenn ja, in welcher Höhe (monatlich oder einmaliger Betrag)?

Ich freue mich auf Ihre sachkundigen Antworten.
Freundliche Grüße
01.03.2008 | 19:54

Antwort

von


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81827 München
Tel: 089 4306522
Web: http://www.Gabriele-Koch.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich anhand des geschilderten Sachverhalts wie folgt beantworte:

Gem. § 1603 BGB sind Eltern gegenüber ihren minderjährigen Kindern verpflichtet, alle verfügbaren Mittel zu ihrem und der Kinder Unterhalt gleichmäßig zu verwenden. Zu den verfügbaren Mittel gehören vorrangig Erträge aus dem Vermögen (also Zinsen und ggf. auch fiktive Zinseinkünfte), nach der Rechtsprechung des BGH aber auch der Vermögensstamm, soweit dadurch der eigene angemessene Unterhalt nicht gefährdet wird.

In welcher Höhe Zahlungen zu leisten sind, kann aus der Ferne nicht beurteilt werden, es ist jedoch möglich, dass Sie den bereits entstandenen Rückstand (als Einmalzahlung) nachzahlen müssen und es ist davon auszugehen, dass Sie künftig auch laufenden Kindesunterhalt, mindestens in Höhe des Mindestsatzes lt. Düsseldorfer Tabelle bezahlen müssen.

Ich hoffe, Ihnen damit eine erste Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Gabriele Koch
Rechtsanwältin



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