Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Kindesunterhalt; anrechenbare Schulden

| 09.08.2009 21:32 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Steffan Schwerin


Mein Ex-Mann und ich besaßen eine gemeinsame Immobile, die ich nach der Trennung behielt, und für die ich seitdem auch den Schuldendienst übernommen habe. Die Hälfte des bereits getilgten Kapitals zahlte ich ihm damals (nicht zuletzt mit Hilfe meiner Eltern) aus, so dass wir in diesem Punkt wirklich quitt waren und das Haus seit drei Jahren mir alleine gehört (auch grundbuchtechnisch).
Das von mir bezahlte Kapital verwendete mein Ex-Mann als Grundstock, um sich wieder ein Haus zu kaufen, für das er logischerweise die Finanzierung alleine stemmt.
Zählen seine monatlichen Zins- und Tilgungsleistungen für sein Haus nun als anrechenbare Schulden, also kann er sie von seinem Nettoeinkommen abziehen bevor der Kindesunterhalt berechnet wird oder nicht?

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

die von Ihnen gestellte Frage beantworte ich unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes sowie Ihres Einsatzes wie folgt:

Ob und wie viel Unterhalt gezahlt werden muss, hängt von den Einkommensverhältnissen der beteiligten Personen - Unterhaltsgläubiger und Unterhaltsschuldner - ab. Für die Berechnung des Unterhaltsanspruchs kommt es entscheidend auf die Ermittlung des unterhaltsrelevanten Einkommens an, und zwar sowohl beim Unterhaltsgläubiger als auch beim Unterhaltsschuldner.

Das unterhaltsrelevante Einkommen hat nichts mit dem steuerlichen Nettoeinkommen zu tun, welches für Unterhaltsberechnungen weitgehend irrelevant ist. Einerseits gibt es z.B. steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten, die unterhaltsrechtlich nicht anerkannt werden; andererseits können im Unterhaltsrecht Beträge abgezogen werden, die steuerlich nicht absetzbar sind.

Zum Einkommen zählen zunächst die tatsächlichen Einkünfte. Zum Einkommen zählt auch der Wohnvorteil der selbstgenutzten Immobilie. Daneben können ggf. fiktive (theoretische) Einkünfte anzurechnen sein (z.B. bei einem Verstoß gegen die Arbeitspflicht)

Vom Einkommen sind sodann Abzüge für Sozialabgaben, Steuern, Werbungskosten, Kindesunterhalt, Schulden etc. vorzunehmen.

Es gibt keinen Grundsatz, wonach Kindesunterhalt sonstigen Schulden vorgehen würde. Schulden, die bereits während des Zusammenlebens der Eltern gemacht wurden, sind abziehbar, solange wenigstens der Mindestunerhalt (unterster Satz der Düsseldorfer Tabelle) gewährleistet ist. Erst recht gilt dies für Schulden, die vor Geburt des Kindes gemacht wurden (z.B. BAföG-Schulden, Schulden der Wohnungseinrichtung).

Bei später eingegangenen Schulden kommt es auf den Grund der Verbindlichkeit an. Schulden für reine Luxuszwecke (teures Auto, Reitpferd, Weltreise u.ä.) sind nicht abziehbar. Schulden, die der Vermögensbildung dienen, sind ebenfalls nicht absetzbar. Schulden für Wohnungseigentum sind absetzbar, wenn die Kinder ebenfalls in der Wohnung wohnen. Soweit eine Schuld grundsätzlich anerkannt wird, müssen die monatlichen Raten in einem vernünftigen Verhältnis zum monatlichen Einkommen liegen.

Kreditraten für nach der Trennung/Scheidung erworbene Immobilie sind nicht absetzbar, da Mietzahlungen auch nicht absetzbar wären. Solange Kreditraten zu zahlen sind, ist aber andererseits eine Abschreibung auch nicht einkommenserhöhend zu berücksichtigen.

In Ihrem Fall ist also davon auszugehen, dass die Schulden bei der Berechnung des Kindesunterhalts nicht anzurechnen sind.

Bewertung des Fragestellers 11.08.2009 | 08:16

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

FRAGESTELLER 11.08.2009 4,8/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 71519 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Hat super geantwortet es blieben keine fragen offen. Danke sehr ...
FRAGESTELLER
4,8/5,0
Schnelle und hilfreiche Antwort, danke auch für die beiden Tipps! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnelle und detaillierte Antwort ...
FRAGESTELLER