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Kindesunterhalt an einen 18-jährigen


19.11.2007 20:24 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ernst G. Mohr



Sehr geehrte Damen und Herren,

Mein Sohn ist im letzten Monat 18 Jahre alt geworden. Bisher habe ich den Kindesunterhalt an seine Mutter bezahlt, jetzt muß der Unterhaltsbetrag neu festgelegt werden.

Hier zunächst die Daten:
Mein Sohn lebt bei der Mutter. Die Mutter hat eine Nettoeinkommen von 1436,80.-€.

Ich selbst bin seit 13 Jahren verheiratet und habe noch einen 12-jährigen Sohn. Mein Einkommen liegt bei 2351,80.-€. Meine Ehefrau ist nicht erwerbstätig.

Meine Frage ist nun, welchen Unterhaltsbetrag ich an meinen 18-jährigen Sohn zahlen muß. Bitte berechnen Sie den Unterhalt mit diesen hier bekannten Daten.

Mit freundlichen Grüßen

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Sehr geehrter Ratsuchender,

wenn ein Kind volljährig wird, gibt es bei der Unterhaltsberechnung zahlreiche Änderungen:

Für den Unterhaltsbedarf haften nun beide Eltern anteilig nach ihren Einkommensverhältnissen. Dies gilt auch dann, wenn das Kind noch die Schule besucht und im Haushalt eines Elternteils wohnt. Der Unterhaltsbedarf wird also auf Grundlage der Düsseldorfer Tabelle nach dem zusammengerechneten Einkommen beider Eltern ermittelt. Hat das Kind schon einen eigenen Hausstand, gilt ein Regelbedarf von 640 €.

Auf den Unterhaltsbedarf wird das Kindergeld in voller Höhe angerechnet.

Eine etwaige Ausbildungsvergütung wird (nach Abzug der berufsbedingten Aufwendungen) in voller Höhe auf den Unterhaltsbedarf angerechnet.

Der Selbstbehalt des unterhaltspflichtigen Elternteils liegt bei € 1.100. Befindet sich allerdings das Kind noch in allgemeiner Schulausbildung und wohnt bei einem Elternteil, liegt der Selbstbehalt allerdings weiterhin bei 900 €.

Ein Elternteil hat jedoch höchstens den Unterhalt zu leisten, der sich allein nach seinem Einkommen ergibt.

Im Mangelfall ist das volljährige Kind nachrangig gegenüber minderjährigen Geschwistern und unterhaltsberechtigten Ehegatten. Ein Mangelfall liegt vor, wenn die Differenz zwischen dem bereinigten Nettoeinkommen des Unterhaltsschuldners und dem ihm zustehenden Selbstbehalt nicht ausreicht, um die Unterhaltsansprüche aller Berechtigter in voller Höhe abzudecken. In diesem Fall werden also zunächst die Ansprüche der vorrangigen Unterhaltsberechtigten abgedeckt. Das volljährige Kind erhält nur noch einen gekürtzten Unterhalt oder, wenn der Selbstbehalt schon erreicht ist, gar nichts mehr. Dies kann hier ggf. von Bedeutung sein und müsste nach weiterer Information ggf. noch gesondert geprüft werden.

Für die Berechnung gehe ich mangels Angaben davon aus, dass das volljährige Kind kein Einkommen bezieht, also insbesondere keine Ausbildungsvergütung o.ä. erhält, sich wohl in Schulausbildung befindet und – wie mitgeteilt – bei der Mutter wohnt.

Zur Ermittlung des Unterhaltsbedarfs ist zunächst das Einkommen beider Eltern zu addieren, also € 2352 + € 1437 = 3789 €.

Mit diesem Einkommen ergibt sich nach Einkommensgruppe 11/Altersstufe 4 der Düsseldorfer Tabelle ein Tabellenunterhalt von 596 €.

Hiervon abzuziehen ist das Kindergeld in Höhe von € 154.

Es verbleibt also ein ungedeckter Unterhaltsbedarf von € 596 - 154 € = 442 €.

Von dem Nettoeinkommen der Eltern ist der Selbstbehalt abzuziehen

Vater € 2352 Euro - € 900 = € 1452
Mutter € 1437 - € 900 = € 537
zusammengerechnet ergibt sich € 1989.

Die Eltern haften also für den Unterhalt i.H.v. € 442
im Verhältnis Vater € 1452 zur Mutter € 537.

Insoweit würde sich grundsätzlich eine Unterhaltsverflichtung Ihrerseits gegenüber dem volljährigen Sohn in Höhe von € 322 errechnen (€ 442 : 1989 x 1452 = € 322)

Die Mutter kann ihre Barunterhaltsverpflichtung mit dem von ihr geleisteten Naturalunterhalt (Kost und Unterkunft)verrechnen.

Ob sich Änderungen aufgrund einer etwaigen Mangelfallberechnung vorliegen, sollte noch eingehend aufgrund weiterer Erörteungen des Sachverhaltes geprüft werden. Ich bin davon ausgegangen, dass kein Mangelfall vorliegt, nachdem für den 12 jährigen Sohn sowie die jetzige Ehefrau bei der Unterhaltsberechnung mit ca. 1180 zu berücksichtigen sind und dann der Selbstbehalt nicht unterschritten wäre. Die Zahlen liegen hier jedoch an der Selbstbehaltsgrenze, so dass eine weitere Unterhaltsberechnung nach genauer Darlegung weiterer Umstände in jedem Fall anzuraten ist. Auch sollte geprüft werden, ob nicht einzelne Positionen beim Einkommen noch in Abzug gebracht werden können. Dies würde sich jeweils erheblich auf die Unterhaltsberechnung auswirken. Auf die oben genannten Grundsätze darf ich verweisen. Genauso wird sich bei einem späteren Auszug des Volljährigen und bei eigenem Einkommen die Situation ändern.

Ich hoffe, Ihnen hiermit einen ersten Überblick verschafft zu haben und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt Ernst G Mohr

Nachfrage vom Fragesteller 20.11.2007 | 08:28

Sehr geehrter Herr Mohr,

Danke für die schnelle Antwort.

Entschuldigen Sie bitte, daß ich vergessen habe ihnen mitzuteilen, daß mein Sohn kein Einkommen hat, er geht noch zur Schule (Abitur).

Ist es nicht möglich, meinen Einkommen um den Betrag des 12-jährigen Kindes zu kürzen (Vorwegabzug)
(Leitlinien zum Unterhalt, Punkt 13.3)? Daraus würde sich dann auch ein anderer Unterhaltsbetrag errechnen.

Typisch ist auch, daß man vom Nettoeinkommen 5% berufsbedingte Aufwendungen in Abzug bringt. Daraus ergibt sich dann ein Bedarf meines erwachsenen Sohnes nach Einkommensgruppe 10 von 409.-€ (563.-€ abzüglich Kindergeld).

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.11.2007 | 18:29

Es stellt sich die Frage, ob bei volljährigen Schülern, die in § 1603 II 2 BGB minderjährigen Kindern gleichgestellt sind, ggf. der Sockelbetrag bis zum notwendigen Selbstbehalt (€ 900) herabgesetzt werden kann, wenn der Bedarf der Kinder andernfalls nicht gedeckt werden kann.

Berufsbedingte Aufwendungen sind im Rahmen des Angemessenen vom Arbeitseinkommen abzuziehen. Sie können in der Regel mit einem Anteil von 5% des Nettoeinkommens angesetzt werden. Entsprechend wird sich der Bedarf hier gegenüber den ursprünglichen Zahlen verändern, Gruppe 10.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt Ernst G. Mohr

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