Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Kindesunterhalt ab Volljährigkeit - wird halbes oder ganzes Kindergeld abgezogen?

| 18.09.2009 23:24 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Sehr geehrter Herr Rechtsnwalt,

mein Sohn ist seit kurzem volljährig und bekommt eine Bildungsbei-
hilfe und er wohnt bei mir!

Mein Geschiedener behauptet das nicht nur das halbe Kindergeld
sondern die ganzen 164 Euro vom Unterhalt abgezogen werden muß? Stimmt daß?

Fällt dann auch das halbe Kind auf der Steuerkarte weg?

Habe das Gefühl das mein Geschiedener schon längere zeit zuwenig
Unterhalt zahlt. Kann ich das rückwirkend von meinem Geschiedenen fordern? Wenn ja, wie weit rückwirkend?

Den ausbildungsbedingten Mehrbedarf (90 Euro) ist der jetzt auch
schon gültig oder erst wenn mein Sohn einen Ausbildungsplatz hat?
Bekommt mein Sohn dann 90 Euro mehr Unterhalt oder wie?

Es soll eine berufsbedingte Aufwendung (50 - 150 Euro) geben, ist
das auch für meinen Sohn gültig oder erst wenn er einen Ausbildungsplatz hat?

Vielen Dank! lybelle

Sehr geehrte Ratsuchende,

ich möchte Ihre Fragen anhand Ihrer Sachverhaltsangaben wie folgt beantworten:

1. Es ist richtig, dass das Kindergeld bei einem volljährigen Kind vollständig auf den Bedarf des Kindes anzurechnen ist, § 1612b BGB. Auch sonstiges Einkommen, wie auch die Berufsbildungsbeihilfe wird bedarfsmindernd angerechnet.
2. Dieser Umstand ändert nichts an der Eintragung auf Ihrer Lohnsteuerkarte. Da das Kind weiterhin bei Ihnen wohnt, bleibt es bei dem Kinderfreibetrag, wenn die übrigen Voraussetzungen für ein volljähriges Kind vorliegen. Diese liegen vor, wenn weiterhin Kindergeld gewährt wird.
3. Sofern ein Urteil oder ein sonstiger Titel vorliegt, ist der festgesetzte Unterhalt zu zahlen. Hier kann der festgesetzte Unterhalt auch ohne weiteres rückwirkend geltend gemacht werden, wenn er nicht in der festgesetzten Höhe bezahlt wurde. Hierzu haben Sie leider keine Angaben gemacht. Aber auch sonst wäre unter Umständen ein Unterhaltsanspruch auch für die Vergangenheit möglich. Die Höhe des Unterhaltsanspruchs müsste jedoch zunächst festgestellt werden.
4. Da Ihr Sohn derzeit keine Schule besucht, ist zunächst die Frage zu stellen, ob er überhaupt einen Unterhaltsanspruch hat. Denn gem. § 1603 II BGB ist der Volljährige, der im Haushalt eines Elternteils lebt und sich in der allgemeinen Schulausbildung befindet, einem minderjährigen Kind gleichgestellt und hat Anspruch auf Unterhalt. Allerdings muss die Schule nach der ständigen Rechtsprechung des BGH auch ernsthaft besucht werden, mit dem Ziel einen allgemeinen Schulabschluss zu erreichen. Dies ist bei Ihrem Sohn derzeit nicht der Fall. Der Vater müsste daher unter Umständen bis zur Ausbildung keinen Unterhalt zahlen.
5. Wenn er einen Ausbildungsplatz hat, muss zunächst sein eigenes Einkommen für den Bedarf angerechnet werden. Ob er danach einen Unterhaltsanspruch hat, richtet sich zum einen aus dem Einkommen des Kindes und zum anderen nach dem Einkommen des Vaters. Gegenüber einem volljährigen Kind hat er einen erhöhten Selbstebehalt von derzeit 1.100,- EUR, der ihm verbleiben muss.
6. Im Falle einer Ausbildung hat er einen anerkannten Mehrbedarf von 90,- EUR, um welchen sein Einkommen gemindert wird. Um den Anspruch Ihres Sohnes überprüfen zu können, rate ich Ihnen mit den Einkommensunterlagen einen Rechtsanwalt aufzusuchen, bevor Sie voreilig höheren Unterhalt geltend machen. Es könnte sonst passieren, dass sich herausstellt, dass der Vater keinen Unterhalt oder nur einen geringeren Unterhalt schuldet. Dies sollte daher zunächst einmal berechnet werden.

Ich hoffe Ihnen mit meiner Antwort weiterhelfen zu können.

Mit freundlichen Grüßen

Korkmaz
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 19.09.2009 | 08:54

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

FRAGESTELLER 19.09.2009 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70966 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Die Antwort war eindeutig, so dass nun Rechtsklarheit besteht. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Alles bestens ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr Wilking hat sehr detailliert, freundlich und hilfreich geantwortet. Ich empfehle ihn weiter. ...
FRAGESTELLER