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Kindesunterhalt ab 18, Einkommensverhältnisse offenlegen?


| 11.05.2005 21:32 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Guten Abend,
in unserer Familie stellt sich zur Zeit folgendes Problem. Mein Mann hat aus einer früheren Beziehung eine Tochter, die jetzt 18 geworden ist. Ihre Mutter fordert meinen Mann jetzt auf seine Einkommensverhältnisse darzulegen. Muß er darauf reagieren? Soweit wir wissen, müssen die volljährigen Kinder ihren Unterhaltsanspruch selbst geltend machen.
Wie wird der Unterhalt in unserem Fall berechnet, wenn wir noch zwei gemeinsame Kinder von 13 und fast 7 Jahren haben? Wird mein Einkommen bei der Berechnung des Unterhaltes für die nichteheliche Tochter meines Mannes mit herangezogen?
Das Mädchen besucht noch das Gymnasium, der Verdienst der Mutter ist uns unbekannt. Mein Mann hat ca. 1100 Euro netto. Wie hoch wäre der Unterhaltsanspruch der Tochter, wenn wir von einem Nettoeinkommen der Mutter von ca. 900 Euro ausgehen?
Wir bedanken uns im Voraus

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Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Sie haben Recht, dass nunmehr die Tochter selbst ihren Unterhaltsanspruch geltend machen muss. Ihre Mutter ist nicht mehr ihre gesetzliche Vertreterin, sie steht jetzt auf eigenen Füßen. Ihr Mann sollte dem Auskunftsverlangen der Mutter entsprechend entgegnen.

Eine genaue Festsetzung der Höhe des Unterhalts, zu dem Ihr Mann verpflichtet ist, kann an dieser Stelle nicht getroffen werden. Die Düsseldorfer Tabelle, nach der sich in weiten Teilen Deutschlands die Unterhaltshöhe bestimmt, ist auf den Fall zugeschnitten, dass eine Person ihrem (geschiedenen) Ehepartner und zwei Kindern unterhaltspflichtig ist. Ihr Ehemann hat jedoch nicht nur zwei, sondern drei Kinder, denen er unterhaltspflichtig ist. Wenn er zusammen mit der Mutter seiner Tochter ein Nettoeinkommen von etwa 2.000 EUR hat, beträgt der Unterhaltsanspruch der Tochter nach der Düsseldorfer Tabelle 419 EUR, wovon Ihr Mann 55 Prozent (also ca. 230 EUR) zu tragen hätte. Aufgrund Ihrer beiden gemeinsamen Kinder dürfte der tatsächlich zu zahlende Betrag noch etwas niedriger anzusetzen sein. Zu bedenken ist dabei auch, dass Ihrem Mann nach Berücksichtigung seiner Unterhaltspflichten grundsätzlich ein Selbstbehalt von 840 EUR verbleiben muss.

An dieser Stelle könnte jedoch Ihr Einkommen eine Rolle spielen. Dadurch, dass Sie selbst ebenfalls Geld verdienen und sich somit an den Lebenshaltungskosten Ihrer Familie beteiligen können, kann der Selbstbehalt Ihres Mannes durchaus niedriger als 840 EUR angesetzt werden. Im Übrigen wird Ihr Einkommen nicht bei der Berechnung des Unterhalts für die erwachsene Tochter herangezogen werden.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Für detailliertere Auskünfte und zur Wahrnehmung Ihrer Interessen in dieser Angelegenheit müssen Sie jedoch einen Rechtsanwalt vor Ort ansprechen. Sollten Sie zu meiner Auskunft noch Fragen haben, so stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Jana Laurentius
(Rechtsanwältin)

Nachfrage vom Fragesteller 13.05.2005 | 07:04

Vielen Dank für die schnelle Beantwortung.
Gibt es nicht eine Art Formel, nach der man den Unterhalt wie in unserem Fall ( mit noch minderjährigen Kindern aus einer anderen Beziehung ) berechnet oder ist das alles nur Ermessenssache des Jugendamtes?
Mit freundlichen Grüßen und Danke

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.05.2005 | 11:38

Dies ist keine "Ermessenssache" des Jugendamtes (das Jugendamt ist für die erwachsene Tochter auch gar nicht mehr zuständig), aber es gibt auch keine konkrete Formel für Fälle wie den Ihren. Wie bereits gesagt, muss Ihrem Mann ein gewisser Selbstbehalt verbleiben, der aber, da Sie ja auch Einkommen haben, etwas niedriger als 840 EUR (vielleicht bei 700 bis 750 EUR) anzusetzen ist. Der diesen Selbstbehalt übersteigende Teil seines Einkommens (ca. 350 bis 400 EUR) muss auf seine unterhaltsberechtigten Kinder verteilt werden. Dabei stehen Ihre gemeinsamen Kinder und die erwachsene Tochter Ihres Mannes gleichberechtigt nebeneinander. Da die erwachsene Tochter aber altersbedingt einen etwas höheren Bedarf hat, steht ihr ein etwas größerer Anteil an dem Einkommen Ihres Mannes zu als Ihren beiden gemeinsamen Kindern. Eine Rolle spielt dabei auch Ihr Einkommen (inwieweit können Sie Ihre Kinder unterhalten?). Daher kann eine genaue Berechnung an dieser Stelle nicht erfolgen, sie kann im Streitfall nur gerichtlich durchgeführt werden.

Mit freundlichen Grüßen
Jana Laurentius
(Rechtsanwältin)

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