Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Kindesunterhalt Schweiz

| 22.10.2019 20:53 |
Preis: 38,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


Meine Tochter wohnt in der Schweiz und ist 18 geworden. Ich habe ein Scheidungsurteil aus dem Jahr 2007, bei dem ich nur den Kind nach der Düsseldorfer Tabelle Unterhalt zahlen muss, was ich auch immer pünktlich getan habe. Ich muss aber zugeben, da ich total pleite war und ich mir keinen Anwalt leisten konnte, habe ich einfach den Betrag der Düsseldorfer Tabelle Stufe I gezahlt - ohne Abzüge. Ich habe es im Kopf überschlagen, da ich massive Schulden abzahlte müsste es immer mehr sein als mein bereinigtes Netto minus 1/2 Kindergeld etc.
Seitens der Kindsmutter gab es bisher keine Einwände, da ich immer pünktlich zahlte.

Da mein Kind 18 wurde, habe ich die Kindsmutter - kein Kontakt / keine Zuarbeit / massive zwischenmenschliche Probleme - angeschrieben. Ich wollte wissen, ob die mittlerweile in der Schweiz lebende Tochter in der Lehre sei, damit ich den Unterhalt weiter zahlen könne.

Sie wollte von mir die Gehaltszettel der letzten drei Jahre und drohte mir an, dass sie den Kindesunterhalt nach Schweizer Recht nachfordern werde. Da der Unterhalt in der Schweiz wesentlich höher ist, würde das mehrere Tausend Euro machen. Meine Tochter macht eine Lehre bis 31.07.2020, ich bin Beamter.

Ich bin mittlerweile seit 10 Jahren wieder verheiratet und habe zwei Kinder aus dieser Ehe. Ich habe ein jetzt ein gutes Nettogehalt (Laut Lohnzettel) von ca. 4300 € und zahle immer noch die Schulden der ersten Ehe ab, welche ich aufgrund der günstigeren Zinsen weit nach der Scheidung umgeschuldet habe. Von den derzeit 760€ Schulden sind mind. 1/2 noch Altlasten.

Nun zu meiner Frage: Wenn meine Exfrau Unterhalt in der Schweiz nachfordert, geschieht das nach deutschen Recht (Deutsches Scheidungsurteil vor Umzug meiner Exfrau in die Schweiz), oder nach dem Lugano-Abkommen nach schweizer Recht?

Muss ich noch mit meiner Exfrau kommunizieren, oder mach ich das über meine Volljährige Tochter, von der ich keine Adresse oder Kontaktdaten habe.....

Laut deutschen Recht, muss ich nur Oktober 2019 nachzahlen, da hier das erste Auskunftsersuchen stattfand. Ist das in der Schweiz auch so?

Einsatz editiert am 23.10.2019 10:34:07
23.10.2019 | 11:48

Antwort

von


(416)
HInter der Twiete 28
22851 Norderstedt
Tel: 040-41186796
E-Mail:
Diese Anwältin zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1.
Wenn meine Exfrau Unterhalt in der Schweiz nachfordert, geschieht das nach deutschem Recht (Deutsches Scheidungsurteil vor Umzug meiner Exfrau in die Schweiz), oder nach dem Lugano-Abkommen nach Schweizer Recht?
Hier ist das Lugano Übereinkommen, Art. 5 anzuwenden. Danach kann ein Unterhaltsverpflichteter auch vor dem Gericht des Ortes, an dem der Unterhaltsberechtigte seinen Wohnsitz oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat, verklagt werden.
Ihre Tochter könnte Sie dann vor dem für sie zuständigen Gericht in der Schweiz verklagen.

2.
Muss ich noch mit meiner Exfrau kommunizieren, oder mach ich das über meine Volljährige Tochter, von der ich keine Adresse oder Kontaktdaten habe.....
Sie müssen, wenn die Tochter 18 Jahre alt ist, nicht mit der Mutter kommunizieren. Die Tochter muss den Anspruch geltend machen. Insofern sollten Sie dies der Mutter mitteilen und gegebenenfalls um Zusendung der Adressdaten der Tochter bitten.

3.
Laut deutschen Recht, muss ich nur Oktober 2019 nachzahlen, da hier das erste Auskunftsersuchen stattfand. Ist das in der Schweiz auch so?
Art. 227 ZGB :
1. Die Unterhaltspflicht der Eltern dauert bis zur Volljährigkeit des Kindes.
2. Hat es dann noch keine angemessene Ausbildung, so haben die Eltern, soweit es ihnen nach den gesamten Umständen zugemutet werden darf, für seinen Unterhalt aufzukommen, bis eine entsprechende Ausbildung ordentlicherweise abgeschlossen werden kann.

Grundsätzlich muss das volljährige Kind den Anspruch geltend machen. Hat es dies nicht, so müssen Sie nicht zahlen.
Ab Volljährigkeit ist dann im Einzelfall zu prüfen (Schule/ Ausbildung, etc.), ob das Kind noch Unterhaltsbedarf hat und in welchem Maße beide Eltern zur Zahlung herangezogen werden können.
Eigenes Einkommen des Kindes wird angerechnet.
Zudem ist davon auszugehen, dass die Kindesmutter den eventuell höheren Unterhaltsbetrag für zurückliegende Zeiten „verwirkt" hat. Sie war bislang mit den Zahlbeträgen einverstanden. Hiervon ist auszugehen, da sie sonst früher höhere Unterhaltsbeträge hätte einfordern können.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Wibke Türk

Nachfrage vom Fragesteller 23.10.2019 | 12:12

Sehr geehrte Frau Rechtsanwältin Wiebke Türk,

zuerst Danke für die schnelle Antwort.


Verständnisfrage zu Ihrer Antwort der Frage 1:
Bedeutet dies, dass wenn meine Tochter mich in der Schweiz verklagt, dass ich plötzlich nach dem Schweizer Unterhaltsrecht (12 Monate Nachforderung möglich und wesentlich höhere Beträge) zahlen muss?
Oder wird aufgrund von Lugano in der Schweiz nach deutschem Recht geurteilt?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.10.2019 | 12:16

Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Nachfrage möchte ich wie folgt beantworten.

Ihre Tochter kann Sie meines Erachtens nur für die Zeit ab Volljährigkeit haftbar machen. Hier dann allerdings beide Elternteile und unter Anrechnung etwaigen eigenen Einkommens.

Für die Zeit vor Volljährigkeit hat die Kindesmutter sich mit dem gezahlten Unterhalt "zufrieden gegeben".
Insofern kann meines Erachtens hier keine Nachforderung folgen.

Es wird nach Schweizer Recht geurteilt werden.

Allerdings sieht das Schweizer Recht wohl auch vor Klage aussergerichtliche Verhandlungen vor, so dass Ihre Tochter Sie erst einmal auffordern und mit Ihnen verhandeln müsste.

Ich hoffe, Ihre Frage beantwortet zu haben.

Bewertung des Fragestellers 23.10.2019 | 12:46

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Sehr gute und vor allem verständliche Antwort, sehr schnell auf die Rückfrage geantwortet.
Herzlichen Dank Frau Rechtsanwältin Türk!"
Stellungnahme vom Anwalt:
Mehr Bewertungen von Rechtsanwältin Wibke Türk »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 23.10.2019
5/5,0

Sehr gute und vor allem verständliche Antwort, sehr schnell auf die Rückfrage geantwortet.
Herzlichen Dank Frau Rechtsanwältin Türk!


ANTWORT VON

(416)

HInter der Twiete 28
22851 Norderstedt
Tel: 040-41186796
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Familienrecht, Kaufrecht, Miet und Pachtrecht, Vertragsrecht, Reiserecht
Jetzt Frage stellen