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Kindesunterhalt - Nach Abitur ein Jahr Pause

16.07.2019 19:50 |
Preis: 40,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Krueckemeyer


Sehr geehrter Damen und Herren,

meine Tochter (18) ihr Abitur erfolgreich mit einem Schnitt von 2,3 bestanden. Zeugnisausgabe war am 06.07.2019. Ich habe einen Unterhalt bis einschließlich Juli 19 in Höhe von € 360,- gezahlt. Sie wohnt bei Ihrer Mutter und deren Ehepartner.

Sie hatte sich an einer (!) Hochschule beworben und hat eine Absage für das WiSe 19 erhalten. An anderen Unis hatte sie sich nicht beworben. Ich habe ein FSJ vorgeschlagen, was sie abgelehnt hat. Auf einen Ausbildungsberuf zum 01.08.19 hatte sie sich auch nicht beworben.

Sie will sich nun erneut für das SoSe 20 an ihrer Wunsch-Uni bewerben und bis dahin evtl. jobben gehen.

Sie hat aufgrund der Vorsorge ihres Großvaters ein Sparguthaben von ca. € 7.000,- bis € 9.000,-

Ich bitte um Auskunft, ob ich meiner Tochter ab August 19 noch Unterhaltspflichtig bin. Das OLG Hamm (sie wohnt in dem Bezirk) sieht ja ein Orientierungszeitraum von mind. drei Monaten vor, wenn zielstrebig eine Ausbildung oder Studium im gleichen Jahr aufgenommen wird. Dies ist hier nicht der Fall.

Im Falle eines Studiums bin ich natürlich bereit wieder Unterhalt zu zahlen.

Vielen Dank



Sehr geehrter Fragesteller ,

Ich beantworte Ihre Frage auf Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben. Bitte beachten Sie dass schon geringe Abweichungen im Sachverhalt zu einer anderen rechtlichen Bewertung führen können.

Die Orientierungsphase ist je nach Einzelfall zu bestimmen und keineswegs auf drei Monate begrenzt. Bis zu drei Monaten werden aber angenommen ohne dass ein weiterer Vortrag notwendig werden würde. Im vorliegenden Fall würde aber schon keine Orientierungsphase vorliegen. Die Orientierungsphase soll dazu dienen, einem in der Frage der Berufswahl unsicheren jungen Menschen die Entscheidung für einen Beruf zu erleichtern. Ihre Tochter hat bereits einen Berufswunsch. Es fehlt lediglich am Alternativplan.

Ein Jahr "jobben" ist jedenfalls keine.Grundlage für eine weitere Unterhaltsverpflichtung. Etwas anderes kann gelten wenn der Job für den späteren Berufswunsch förderlich ist. Kellnern und Medizin hängen sicher nicht zusammen. Wenn aber ein Studium im Bereich Servicekauffrau mit Schwerpunkt Ernährung angepeilt ist, küsse sich ein Zusammenhang eventuell bejahen.

Lässt sich kein Zusammenhang herstellen (geht die Tochter also jobben um nicht nur zu Hause zu sitzen) entfällt die Unterhaltspflicht. Wie Asien sagen kann diese Pflicht aber wieder aufleben sobald ein Studium aufgenommen wird.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Frage umfassend beantworten. Sollten Rückfragen bestehen, nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion .

Mit freundlichen Grüßen

Krueckemeyer
Rechtsanwalt

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