Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
479.887
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Kindesunterhalt - Mangelfallberechnung?


27.01.2007 12:12 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ernst G. Mohr



Hallo,

mein Mann muss für 2 kinder aus der vorehe Zahlen

Er zahlt im moment 511€ für eine 5 Jährige und einen 14 jährigen.

Die Tochter wird jetzt 6 somit geht der unterhalt ja mal wieder hoch.

Jahreseinkommen Meines Mannes Brutto 31000,-€ ( da ist Urlaubsged und Weihnachtsgeld mit drin!!!)

So jetzt haben wir in der zwichenzeit auch 2 kinder.

Kann man da was über mangelfallberechnung machen?
Mein Kleiner ist Nierenkrank wo wir immer wieder zum arzt müssen und das geht so langsam auch ins geld und im Juni geht die Tabelle ja auch wieder hoch!!!

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte Ratsuchende,

reicht das Einkommen zur Deckung des Bedarfs des Unterhaltspflichtigen und der gleichrangigen Unterhaltsberechtigten nicht aus (sog. Mangelfälle), ist die nach Abzug des notwendigen Eigenbedarfs (Selbstbehalts) des Unterhaltspflichtigen verbleibende Verteilungsmasse auf die Unterhaltsberechtigten im Verhältnis ihrer jeweiligen Bedarfssätze gleichmäßig zu verteilen.

Der Einsatzbetrag für den Kindesunterhalt entspricht dem Existenzminimum. Dies ist zur Zeit der Tabellenbetrag der 6. Einkommensgruppe gemäß § 1612 b Abs. 5 BGB.

Der Einsatzbetrag für einen etwaigen Ehegattenunterhalt wäre ggf. ebenfalls mit dem Existenzminimum angesetzt.

Das im Rahmen der Mangelfallberechnung gefundene Ergebnis ist zu korrigieren, wenn die errechneten Beträge über den ohne Mangelfall ermittelten Beträgen liegen (BGH Urteil vom 22.01.2003 FamRZ 2003, 363 ff.).

Beispiel:
Bereinigtes Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen EUR 1600,00. Unterhalt für vier unterhaltsberechtigte Kinder im Alter von 6 Jahren und 14 Jahren sowie 2 Kinder unter 6 Jahre.

Der notwendiger Eigenbedarf wäre 890 EUR,
Verteilungsmasse: 1.600 EUR – 890 EUR = 710 EUR,
Notwendiger Gesamtbedarf der Unterhaltsberechtigten:
334 EUR (K1) + 276 EUR (K2) + 770 EUR (F) = 1.380 EUR.

Unterhalt:
K 1: 334 x 410/1.380 = 99,23 EUR
K 2: 276 x 410/1.380 = 82,00 EUR
F 1: 770 x 410/1.380 = 228,77 EUR.

Eine Korrektur dieser Beträge ist nicht veranlasst.

Im Falle Ihres Ehemannes käme daher wohl eine Mangelfallberechnung in Betracht. Da weitere Faktoren abzuklären wären, wie z.B.genaues Nettoeinkommen sowie das unterhaltsrelevantes Einkommen sollten Sie einen Anwalt aufsuchen, der dann nach Kenntnis der genauen Zahlen und weiteren Umstände eine genaue Unterhaltsberechnung vornehmen kann und ggf. eine Abänderung der jetzigen Unterhaltsbeträge veranlassen kann.

Ergänzung vom Anwalt 27.01.2007 | 12:51

Ich habe versehentlich während der Bearbeitung auf "Abschicken der Antwort" gedrückt. Die Beispielunterhaltsberechnung müßte lauten:
Der notwendige Eigenbedarf der Unterhaltsberechtigten:
282 EUR (K1) + 332 EUR (K2) + 233 EUR (K3) + 233 EUR (K4) = 1.080 EUR

Da nur 710 EUR zur Verteilung stehen, sind die Unterhaltsbeträge im Beispielsfall (!) um ca. 34% zu kürzen.

Ich hoffe,Ihnen mit diesem Überblick geholfen zu haben und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt Ernst G. Mohr
Ergänzung vom Anwalt 27.01.2007 | 13:22

Wenn der "Wurm mal drin ist". Also nochmal:

Der notwendige Eigenbedarf wäre 890 EUR,
Verteilungsmasse: 1600 EUR - 890 EUR = 710 EUR
Notwendiger Gesamtbedarf der Unterhaltsberechtigten:
334 EUR (K1) + 393 EUR (K2) + 276 EUR (K3) + 276 EUR (K4) = 1.279,00.

Da nur 710 EUR zur Verfügung stehen, sind die Beträge um ca. 44 % zu kürzen. Dies grundsätzlich zur Mangelfallberechnung.

Sämtliche Kinder eines Unterhaltspflichtigen sind untereinander gleichberechtigt, egal ob unehelich, aus erster oder zweiter Ehe. Somit kann der Unterhalt für Kinder aus erster Ehe nicht allein deshalb gekürzt werden, weil weitere Kinder aus einer neuen Ehe hinzukommen.

Allerdings führt die Geburt weiterer Kinder in der Regel zu einer Verringerung des Kindesunterhalts für die ersten Kinder, weil nunmehr niedrigere Sätze nach der Düsseldorfer Tabelle anzuwenden sind. Denn der Düsseldorfer Tabelle liegt der Grundfall zu Grunde, dass eine Unterhaltspflicht gegenüber drei Personen besteht (ein Ex-Ehegatte und zwei Kinder oder drei Kinder). Sind mehr als drei Unterhaltsberechtigte vorhanden, so ist der Unterhalt aus einer geringeren Einkommensgruppe zu entnehmen.

Für etwaige Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60044 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Es wurde alles verständlich erklärt sehr gerne bei Rechtsfragen wieder. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Es ist eine Wohltat, wenn man so schnell eine so kompetente, klare und unzweifelhafte Antwort bekommt. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Auf meine Frage bekam ich schnell eine sehr klare Antwort, auf Nachfrage dann auch detailliert und dennoch auf den Punkt gebracht (und nicht ohne Humor). Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER