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Kindesunterhalt - Die Anwältin hat angekündigt Lohnpfändung zu betreiben

| 08.10.2019 13:48 |
Preis: 40,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle


Folgender Fall:

Sohn hat Realschule, Berufsfachschule, dann Fachabitur, dann zwei mal Ausbildung angefangen und abgebrochen. Jetzt studiert er seit Herbst 2018 (22 Jahre, eigenen Wohnstand).

Mitte 2016, als er in der Ausbildung war, wurde per Gerichtsbeschluss ein Vergleich zu Unterhaltszahlung abgeschlossen (ich: 180 Euro mtl.). ihre Mutter ist ebenfalls Unterhaltspflichtig, wobei sie damals "Belastung" für ihr weiteres schulpflichtiges Kind geltend gemacht hatte.

März 2018 brach sie ihre zweite Ausbildung ab, hatte gearbeitet begehrte keinen Unterhalt mehr.

September 2018 hat sie ein Studium aufgenommen und ihre Anwältin berechnete den Unterhalt neu mit dem alten schlüssel von 2016 Vater/Muter anteilig. Jetzt betrug mein Unterhalt 225 Euro im Monat.

Ich hatte aber nur 120 Euro bezahlt, weil ich bemängelt hatte, dass die zweite Tochter der Kindesmutter jetzt eine Ausbildungsvergütung erhält und dies unberücksichtigt blieb. Ich hatte seine Anwältin aufgefordert das Schuldungsverhältnis (Mutter/ Vater) neu zu berechnen.

Mai 2019 habe ich von seiner Anwältin ein Studiennachweis für das aktuelle Semester und Leistungsnachweise mit Fristsetzung angefordert. Darauf wurde nicht reagiert. Im Juni 2019 habe ich meine Unterhaltszahlung komplett eingestellt.

Jetzt habe ich ein Schreiben von seiner Anwältin bekommen, dass sie gegen mich Lohnpfändung beantragt hat.

Meine Fragen:

1. Darf seine Anwältin auf Basis des damaligen Vergleichs /Gerichtsbeschlusses Lohnpfändung betreiben oder müsste sie zunächst einen Änderungsantrag stellen? Ist der alte Titel noch gültig, obwohl der Unterhaltsbetrag durch seine Anwältin neu berechnet wurde?
2. Prüft das Gericht zunächst die Basis für die Lohnpfändung oder nicht?
3. Wie schnell ist i.d.R. der Prozess? Kann mein Anwalt auch in einer Woche darauf reagieren? Er ist im Urlaub.
4. und zum Schluss: Ist es Verhältnismäßig, dass ich von ihm jetzt schon Leistungsnfachweise fordere, weil er eben auch viel gebummelt hat?

Beste Grüße





Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Fragen sind wie folgt zu beantworten:

1.)

Ja. Der alte Titel ist nach wie vor gültig und auch ihm kann vollstreckt werden.

Nicht die Anwältin des Gläubigers, sondern Sie hätte die Titelabänderung beantragen müssen.

Ohne so einen Antrag gilt der Titel eben noch.

2.)

Das Vollstreckungsgericht prüft nur das Vorliegen des vollstreckbaren Titels.

Und das ist hier gegeben.

3.)

Das Gericht wird keinen Prozess einleiten, sondern einen Pfändungs- und Überweisungsbeschluss erlassen.

Ihr Anwalt kann auch in einer Woche tätig werden.

Er muss dann gegen die Pfändung eine Klage erheben

4.)

So wie Sie es schildern, ist die Forderung der Leistungsnachweise richtig gewesen.

Das Nichtvorlegen berechtigt Sie aber nicht zur Zahlungseinstellung, sondern Sie hätten Ihrerseits die Titelabänderung vornehmen müssen.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin

Sylvia True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 09.10.2019 | 08:01

Sehr geehrte Frau Rechtsanwältin True-Bohle,

Ich bin beeindruckt mit welcher Präzision und dennoch kurz und bündig Sie meine Fragen beantwortet haben. Eine gute Bewertung meinerseits ist Ihnen sicher.

Schließlich stellt sich für mich die Frage, wie ich mich jetzt verhalte.

Wenn ich Ihre Ausführung richtig verstanden habe, sollte ich jetzt der Forderung der Gegenseite zumindest bis zu der im Titel genannten Höhe (180 Euro mtl. ) nachkommen und in einen separaten Verfahren wegen fehlender Mitwirkung meines Sohnes die Anpassung des Titels anstreben!? Und kann ich mit der sofortigen Nachzahlung der Lohnpfändung zuvorkommen und selbst das Gericht benachrichtigen oder muss in jedem Fall ein Anwalt die Lohnpfändung anfechten?

Vielen Dank im Voraus!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.10.2019 | 09:34

Sehr geehrter Ratsuchender,

Sie haben es richtig verstanden. in einem gesonderten Verfahren ist die Abänderung des Titels zu beantragen.

Sie können auch durch eine sofortige Nachzahlung einer möglichen Pfändung noch zuvorkommen und selber dem Gericht die Zahlung anzeigen. Sie sollten aber sinnvollerweise der Anwältin die Zahlung auch nachweisen und diese dann auffordern den Antrag zurücknehmen.

Alles weitere kann dann Ihr Anwalt veranlassen, falls doch noch ein Pfändungs-und Überweisungsbeschluss erlassen werden sollte.

Es freut mich, dass Sie mit meiner Antwort zufrieden waren.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin

Sylvia True-Bohle

Bewertung des Fragestellers 12.10.2019 | 04:39

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