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Kindesunterhalt - Berechnung

16.05.2008 13:27 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Hallo,

ich habe ein 6 Jahre altes Kind aus einer früheren Beziehung (kein Sorgerecht/seit 5 Jahren von Kindsmutter getrennt). Das kind lebt bei KM.
Ich zahle für mein Kind 300€ im monat an KM und verdiene 1300€ Netto. Mir wurde von einem Bekannten der in einer ähnlichen Situation ist gesagt das ich viel zu viel bezahle und das ich vom "Bereinigten Nettoeinkommen" (was ist das?) ausgehen muss und das ich z.B. Ratenkredite und das Kindergeld (welches die KM voll bekommt) anrechenen bzw. abziehen kann. meine Frage nun ist was muss ich denn nun wirklich zahlen? Mittlerweile bin ich verheiratet (meine Frau ist z.Zt in elternzeit wird dann nicht arbeiten) und wir haben ein gemeinsames kind im alter von 1 Jahr. mein nettoeinkommen wird in 3 monaten (durch positions wechsel)2400€ (das was auf der lohnabrechnung steht )netto betragen. können Sie mir bitte sagen wie hoch der tatsächliche unterhalt für mein 1. Kind ist oder wie ich es berechnen muss - aus der Düsseldorfer Tabelle werde ich nicht schlau....
vielen dank!

Mit freundlichen grüssen

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich aufgrund der von Ihnen gemachten Angaben und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes nunmehr wie folgt beantworten möchte:

Zunächst wäre Ihr unterhaltsrechtlich maßgebendes Einkommen zu ermitteln. Dabei sind Ihre Gesamteinkünfte zu addieren. Bei Ihrem Einkommen sind auch weitere Leistungen Ihres Arbeitgebers (z.B. Weihnachts – und Urlaubsgeld) zu berücksichtigen, diese sind auf ein Jahr umgelegt. Spesen und anderweitige Zusatzleistungen sind nach Maßgabe des Einzelfalles anzurechnen.

Dieses Einkommen ist, wie Ihr Bekannter zu Recht ausführt, zu bereinigen. Zunächst sind von Ihrem Bruttoeinkommen die Steuern und Sozialabgaben in Abzug zu bringen. Entscheidend für die weitere Berechnung ist das durchschnittliche Nettoeinkommen. Von diesem Nettoneinkommen sind des Weiteren die angemessenen berufsbedingten Aufwendungen in Abzug zu bringen.

Hierunter fallen insbesondere die Fahrtkosten zur Arbeitsstätte mit dem eigenen PKW. Grundsätzlich werden diese Kosten nur in Höhe der Fahrtkosten für öffentliche Verkehrsmittel als abzugswürdig betrachtet. Ist wegen schwieriger Verkehrsverbindungen nur die Nutzung des PKWs möglich, wird derzeit eine Kilometerpauschale in Höhe von 0,30 Euro/Kilometer in Ansatz gebracht. Des Weiteren geht man von einer PKW-Nutzung von ca. 220 Tagen/Jahr aus. Die ermittelten Kosten legt man dann auf den Monat um. Von diesen Fahrtkosten sind sowohl die laufenden Betriebskosten als auch die Anschaffungskosten umfasst. Unter Umständen ist es aber auch günstiger (keine lange Fahrtstrecke), wenn man stattdessen für die berufsbedingten Aufwendungen, wie von der Rechtsprechung ebenfalls ermöglicht, pauschal 5 % in Abzug bringt, wobei von den Gerichten für gewöhnlich maximal 150,00 Euro akzeptiert werden. Je nachdem ist für Sie die konkrete Abrechnung oder die Berücksichtigung der Pauschale günstiger.

Weitere abzugswürdige Aufwendungen sind: Kosten für Kinderbetreuung, berücksichtigungswürdige Schulden und angemessene Aufwendungen für Vermögensbildung. Hinsichtlich der Schulden gilt, dass diese in angemessenen Raten im Rahmen eines vernünftigen Tilgungsplanes erfolgen müssen. Im Übrigen findet insbesondere beim Kindesunterhalt eine Einzelfallentscheidung statt.

Nach Abzug dieser Positionen haben Sie Ihr bereinigtes Nettoeinkommen bestimmt. Mit diesem können Sie nunmehr bei der Düsseldorfer Tabelle Ihre Gruppe bestimmen, in welche Sie einzuordnen sind. Da Sie zwei weitere unterhaltsberechtigte Personen haben (Regelfall dieser Tabelle), findet auch keine Höherstufung statt. Wenn Sie z.B. ein bereinigtes Nettoeinkommen in Höhe von 1.300,- hätten, Ihr tatsächliches wird eher niedriger sein, wären Sie in die 1. Einkommensgruppe einzuordnen. Der zu entrichtende Unterhaltsbetrag für Ihr Kind bestimmt sich weiterhin nach der Altersstufe. Da Ihr Kind 6 Jahre alt ist, ist es in die zweite Altersstufe einzuordnen.

Zu berücksichtigen ist allerdings weiterhin, dass die Kindesmutter das Kindergeld erhält. Dementsprechend hat eine Verrechnung stattzufinden (das hälftige Kindergeld in Höhe von 77,- Euro ist in Abzug zu bringen). Ausschlaggebend ist mithin die Düsseldorfer Tabelle, welche bereits das Kindergeld angerechnet hat (Tabelle Zahlbeträge).

Der notwendige Selbstbehalt, welcher Ihnen verbleiben muss, beträgt beim minderjährigen Kind 900,- Euro. Sollte Ihnen dieser Betrag, nach Abzug des Kindesunterhalts nicht verbleiben, läge ein sog. Mangelfall vor. Die sodann verbleibende Verteilungsmasse ist anteilig auf alle gleichrangigen Unterhaltsberechtigten im Verhältnis ihrer Unterhaltsansprüche zu verteilen.

Die Unterhaltsansprüche Ihrer beiden Kinder sind gleichrangig. Diese Ansprüche sind grundsätzlich vorrangig zu bedienen. Auf dem sog. zweiten Rang sind die Unterhaltsansprüche der kinderbetreuenden Kindesmütter. Auch diese Ansprüche sind im Verhältnis zueinander wieder gleichrangig.

Eine konkrete Unterhaltsberechnung kann ich im Rahmen dieses Forums nicht vornehmen, da insbesondere die Angaben für die Bereinigung des Nettoeinkommens fehlen. Ich hoffe allerdings, dass Ihnen meine Angaben zumindest ermöglichen, die Düsseldorfer Tabelle zu händeln.

Abschliessend möchte ich Sie noch darauf hinweisen, dass durch das Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben die rechtliche Beurteilung des Sachverhalts anders ausfallen kann. Im Falle von Unklarheiten machen Sie bitte von der kostenlosen Nachfragefunktion Gebrauch.

Mit freundlichen Grüßen

Miriam Helmerich
Rechtsanwältin


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