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Kindesbesuch


| 29.07.2007 20:43 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Guten Tag,

darf eigentlich der Stiefvater seiner Frau verbieten, ihren Sohn allein zu besuchen, nur weil der Sohn sich mit dem Stiefvater nicht versteht und diesen daher nicht mehr sehen will? (Es gab Streitereien zwischen Sohn und Stiefvater, bei denen der Sohn dem Stiefvater vorwarf, dieser würde nur Streit suchen und ihn schikanieren.)

Der Sohn will also seine Mutter weiterhin sehen, aber nur noch unter vier Augen. Der Stiefvater lehnt das ab und besteht auf einem 6-Augen-Treffen mit ihm zusammen oder gar nicht. Vermutlich will er wissen, was besprochen wird. Damit ist der Mutter derzeit jeder persönliche Kontakt zum Sohn unmöglich (der Sohn will nicht in die Wohnung der Mutter kommen, wo der Stiefvater lebt, und die Mutter darf kraft Verbots ihres Mannes nicht in die Wohnung des Sohnes kommen).

Der Stiefvater behauptet, er hätte das Recht, seiner Frau den Umgang mit deren Sohn zu verbieten, weil er ihr Ehemann wäre. Sie würde also seine Erlaubnis benötigen! PS: Der Sohn ist 48 Jahre alt, der Stiefvater 89 Jahre und die Mutter 76 Jahre...

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Sehr geehrter Fragesteller,
für den Fall, dass Sie mit Ihrer Frage entgegen allem Anschein niemanden auf den Arm nehmen wollen, beantworte ich sie mit aller gebotenen Ernsthaftigkeit:
Eltern oder einem Elternteil steht das Sorgerecht für ihr Kind nur zu, solange es noch nicht volljährig ist. Nur bis zum Eintritt der Vollendung des 18. Lebensjahres können Eltern also für ihr Kind etwas bestimmen, z.B. über seinen Aufenthalt oder seinen Umgang. Nach Eintritt der Volljährigkeit können Eltern kraft ihres elterlichen Sorgerechts nichts mehr über das Kind bestimmen. Niemand kann dem Sohn verbieten, Kontakt mit seiner Mutter aufzunehmen. Niemand kann der Mutter verbieten, sich mit dem Sohn zu treffen. Beide sind freie Menschen, die selbst über ihr Leben - und dazu gehört auch, mit wem sie sich treffen - entscheiden können. Eines ist allerdings zu berücksichtigen: Wenn Mutter und Stiefvater in einer Wohnung zusammenleben, kann der Stiefvater ein Hausverbot aussprechen. Dann macht sich der Sohn eventuell des Hausfriedensbruchs strafbar, wenn er trotzdem in die Wohnung kommt. Aber die Kontakte müssen ja nicht in den vier Wänden des Stiefvaters stattfinden.
Sehr geehrter Fragesteller, ich hoffe, Ihre Frage ist damit ausreichend beantwortet.
Mit freundlichen Grüßen

Ulrike Fürstenberg
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 29.07.2007 | 21:21

Sehr geehrte Frau Fürstenberg,

Sie haben schon recht: Eigentlich ist diese Geschichte was für den Karneval. Aber leider ist es wirklich so: Der Stiefvater versucht bewusst, den alleinigen Kontakt zwischen Mutter und Sohn zu unterbinden (sozusagen, er bestimmt, was gemacht wird!). Und da sich die Mutter ihm gegenüber nicht durchsetzen kann, sieht sie den Sohn nicht mehr.

Eine Nachfrage noch: Die Wohnung, in der die Mutter und der Stiefvater zusammen wohnen, ist eine Eigentumswohnung, die beiden gemeinsam gehört. Darf also die Mutter nicht ohne Zustimmung ihres Mannes den Sohn in die Wohnung einladen bzw. dürfte der Stiefvater trotz Einwilligung der Mutter wirklich dem Sohn den Zutritt zur Wohnung verbieten, obwohl auch ihr die Wohnung zu Miteigentum gehört? Danke.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.07.2007 | 09:04

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Zusatzfrage betrifft das Gebiet des Strafrechts, auf dem ich nicht zu Hause bin. Ich hatte dieses Thema nur der Vollständigkeit halber in meiner Antwort angesprochen. Um eine qualifizierte Antwort zu erhalten, kann ich Ihnen nur raten, Ihre Frage im Themenbereich Strafrecht noch einmal zu stellen. -
Ich persönlich würde Ihnen gerne raten, Ihre Mutter zu bestärken, dass sie sich mit ihrem Wunsch, Sie alleine zu sehen, gegenüber dem Stiefvater durchsetzen soll. Ein Besuch gegen den Willen des Stiefvaters in der gemeinsamen Eigentumswohnung der Eheleute würde die Angelegenheit nur eskalieren, und damit würde es für Ihre Mutter noch schwieriger, sich durchzusetzen. Sie würden dadurch Ihr Ziel, Ihre Mutter endlich regelmäßig wiederzusehen, höchstwahrscheinlich auf Dauer verfehlen.
Mit freundlichen Grüßen

Ulrike Fürstenberg
Rechtsanwältin

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"Antwort hat geholfen, weil diese nun ausgedruckt dem Stiefvater zur Kenntnisnahme zugeht. Damit er nachgibt, sonst wird real ein Anwalt eingeschaltet. "
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