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Kindes- und Betreuungsunterhalt für Mutter und Kind in Rußland


16.11.2016 18:18 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle



Guten Tag,

ich bin Vater eines Kindes von anderthalb Jahren. Ich lebe in Deutschland, dde Mutter seit Anfang diesen Jahres mit unserem Kind in Rußland. Sie möchte nun Unterhalt. Wir sind nicht verheiratet. Nach richterlicher Auskunft kommt für die Berechnung von Unterhaltsansprüchen russisches Recht zur Anwendung.

1. Welchen Anspruch auf Kindesunterhalt und sonstige Leistungen hat mein Kind nach russischem Recht, und auf welcher Rechtsgrundlage (Gesetz, Artikel/Paragraph)?
2. Welchen Anspruch auf Betreuungsunterhalt und sonstige Leistungen hat die Mutter nach russischem Recht, und auf welcher Rechtsgrundlage?

Vielen Dank im voraus!

Einsatz editiert am 18.11.2016 12:05:33

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Sehr geehrter Ratsuchender,


das Kind hat einen Anspruch nach §§ 81 ff FamGB RU, der sich zunächst nach den Ansprüchen der Düsseldorfer Tabelle oirientiert.

Da das Kind aber Russland lebt, ist eine Anpassung an die dortigen wirtschaftlichen Verhältnisse wegen des geringen Durchschnittsverdienstes vorzunhemen, so dass von den Tabellenwerten dann 20-33% in Abzug zu bringen sind.

Die genaue Höhe ist dann Einzelfallentscheidung.


Die Mutter hat ebenfalls nach § 81 I FamGB RU einen Anspruch auf 1/6 des Einkommens des Mannes, wobei in der Regel keine Quote, sondern nach § 83 I FamGB RU der Unterhaltsbetrag als genauer Geldbetrag festgesetzt wird.

Insoweit ist es aber möglich, eine zeitliche Begrenzung vorzunehmen, was dann wieder vom Einzelfall abhängt.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg

Nachfrage vom Fragesteller 18.11.2016 | 13:10

Vielen Dank! Welches Einkommen ist hier gemeint? Z.B. brutto, netto, netto nach Abzügen z.B. für Altersvorsorge oder Krankenversicherung?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.11.2016 | 13:25

Sehr geehrter Ratsuchender,


Ihr anrechenbares Nettoeinkommen ist gemeint, also das Nettoeinkommen nach Abzug der Pflichtbeiträge, der angemessenen Altersvorsorge und ggfs. der Abträge von Verbindlichkeiten - z.B. Autokredit, wenn der Wagen benötigt wird, um zur Arbeitsstätte zu gelangen.

Ich würde Ihnen raten, anhand der konkreten Zahlen dann eine genaue Unterhaltsberechnung vornehmen zu lassen, damit man den Basiswert hat, von dem man dann den Abschlag vornimmt.


Sinnvoll kann es auch sein, sich mit der Kindesmutter außergerichtlich entsprechend zu einigen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle


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